Autor: Thomas Dunn

Christentum , Jesus, 

Erbsünde und Erlösung

 

Christentum ist eine Weltreligion, die falsche Vorgaben macht und den Menschen den Kopf verdreht. Es ist für die geistig - seelische Gesundheit sehr schädlich, immer noch.

 

Will man über das Christentum kritisch nachdenken, sieht man sich einem verwirrenden Knäuel von Sinn und Wahnsinn (auch Unsinn) gegenüber.

 

Welches ist hier der Ansatzpunkt? Was sollen meine Überlegungen hier bringen?

 

Ich glaube, dass man das Gute und das Schlechte voneinander trennen muss. Das heisst: Das Gute und Sinnvolle interessiert uns am Christentum. Wie finden wir es? Da sind Lügereien, Märchenerzählungen, Verdrehungen, Humbug, Wahnsinn und Böses. Das liegt oben auf. Gehen wir tiefer, so bleibt in der Tiefe doch noch etwas übrig.  Es bleibt übrig, was in jeder Religion sinnvoll ist: Nämlich einen Weg zu Gott zu haben. Eine Beziehung zu Gott finden zu können. Das Christentum hat dazu die Symbole und die Archetypen.

 

Nicht wahr: Glaube kann auch durch eine Schwindelgeschichte erzeugt werden. Und sehr oft führt dann der Glaube über die Schwindelgeschichte hinaus. Glaube hat einen Wert in sich selbst, wenn der Glaube den Menschen öffnet und ihn zu einer höheren Macht in Beziehung setzt.

 

In einem anderen Aufsatz möchte ich die spirituellen Werte des Christentums beleuchten, wie sie nach Grabungen in die Tiefe erkennbar werden. Die Kernaussagen und die tiefen Anliegen, denen man in den 5 Evangelien begegnet, möchte ich einmal ohne den Wust an Lügen und Verdrehungen darstellen.

 

In diesem Aufsatz hier geht es aber eher um das Oberflächliche und Aufliegende. Es geht um Schrott und Schutt, den man abtragen muss, um zum Kern der Sache vorzudringen. Ich versuche also Entstellungen und Verdrehungen zu zeigen.

 

Ich denke, auch gläubige Christen müssen nicht unbedingt alles glauben, was in der damaligen Zeit aufgeschrieben wurde. Es war eine Zeit, in der man einen militärischen Führer suchte, der das Reich Gottes errichten sollte zur Befreiung von den Römern. Das Reich Gottes war als weltliche Herrschaft gedacht. Diese Gedanke geistert in den Evangelien noch herum.

Schon in den ersten 100 Jahren war aber wohl den meisten klar, dass Jesus nicht ein General war, sondern dass er sich besser eignete für eine geistig-religiöse Erneuerung. Eine solche Erneuerungsbewegung (Sektenbildung) muss damals im Gang gewesen sein. Und es ist natürlich klar, dass man ins Zentrum von so einer Sekte nicht einen gewöhnlichen Menschen stellen konnte. Nachdem da kein "General" (Ich bringe euch das Schwert) mehr zu finden war, blieb immer noch die Möglichkeit eines gottgesandten Messias anderer Art übrig. Ja, und bitte sehr, was gibt es für eine Sekte Besseres als den möglichen Messias gleich zu Gott zu erheben? Jesus wurde zum Gott erhoben. Damit war die Sekte nicht mehr angreifbar (von innen her). Durch die Konstruktion des Gottessohns wurde allerdings Jesus als Mensch in Frage gestellt, es musste seine Rolle mit Übertreibungen garniert werden und der wirkliche Gott spielte zunehmend keine Rolle mehr. Das war ein Fehler. Das Christentum wurde eine Götzenreligion.

 

Die Evangelien wurden redigiert, um der sich neu bildenden Sekte einen Leitfaden zu geben. Die Rolle von Jesus wurde darin zubereitet und natürlich geschönt gezeigt. Da wird im Grunde genommen ein Heldenmythos erzählt, bei dem man nicht sicher sein kann, ob es um eine reale Biographie einer einzigen Person (Jesus) geht. Möglich ist auch, dass man Schicksale verschiedener Personen und verschiedene religiöse Lehren von damals in einer einzigen Geschichte und einem einzigen Mythos zusammen gefasst hat. Wobei hier beizufügen ist, dass das Thomasevangelium eine Ausnahme macht. Die Textqualität ist zwar weitgehend miserabel, doch zumindest in den alten Teilen begegnet man einer freien Geistigkeit. Eine solche muss damals bekannt gewesen sein und in mündlicher Überlieferung zirkuliert haben. Die Lebensgeschichte von Jesus, seine endzeitliche Bedeutung und dergleichen sind im Thomasevangelium nicht zu enthalten. Das sind also zwei Dinge. Die Lebensgeschichte von Jesus und die Weisheiten wurden in den 4 offiziellen Evangelien zu einem Ganzen zusammengefügt. Und dabei sind die absolut gültigen Weisheitslehren vereinnahmt und entwertet worden.

 

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Da ich so kritisch über die Schilderungen in den 4 anerkannten Evangelien denke, fehlt bei mir natürlich die Benebelung durch den "Glauben".  Also ich glaube NICHT, was mir nicht einleuchtet und wenn ich verstehe, dass christliche Glaubensinhalte weitgehend auf Suggestion, Machtanspruch und dergleichen beruhen, dann schon gar nicht. Da wehrt sich etwas in mir, denn ich kenne Besseres. Und es gibt viele Menschen heutzutage, die es bei Unglaubwürdigkeiten genau gleich wie ich halten und nicht mehr mitmachen. Ich komme gleich auf einzelne Punkte zu sprechen.

In den Evangelientexten findet man viel Unverständliches, Falsches oder sogar absichtlich Verdrehtes. Zu retten sind die Aussagen allenfalls in ihrem tieferen Gehalt, entmystifiziert und analysiert. Man muss man den Verfassern der Evangelien wohl verzeihen. Nicht immer dürfte eine üble Absicht dahinter gestanden haben, wenn sie einen Unsinn hingeschrieben haben; ich glaube, die Verfasser der Evangelien sind einfache Gemüter gewesen, die es gut meinten, aber oftmals den esoterischen und spirituellen Gehalt der kursierenden Lehren nicht verstehen konnten. (Dummheit und Irrtum können durchaus an der Wiege dieser Weltreligion gestanden haben.)

 

Dummheit? Ja, denn ich glaube nicht, dass die Verfasser das Spirituelle zerstören wollten. Sie hatten spirituelle Vorlagen (die mündlich überliefert waren) und ich glaube, sie verstanden sie nicht. Sie kamen auch von einer altertümlichen Sicht der Dinge her, noch sehr geprägt von dem, was wir "Altes Testament" nennen, wo Gott ja gar nicht Gott, sondern bloss eine menschliche Zwangsvorstellung ist. Offenbar empfand man nicht spirituell in der damaligen Zeit. Man dachte primitiv und in Klischees. Und doch machten die spirituellen Menschen, von denen nur Jesus und Johannes der Täufer erwähnt werden, damals grossen Eindruck. Man hat ihr Wirken und Denken  irgendwie festhalten wollen. Teils hat man dabei wohl Rückgriffe auf mythisches Empfinden gemacht;  man hat sich in tiefen seelischen Schichten dahin treiben lassen. Weitgehend war man noch auf der Stufe der Märchen.

Statt Tatsache hat man das Symbol. Statt eigenes Erlebnis hat man die Projektion auf den "Helden". So etwas ist nicht spirituell. Die Gotteserfahrung ist rundum verstellt, besetzt, behindert.

In diesem Sinn waren die Verfasser der 4 erlaubten Evangelien nun Sektengründer. Sie machten Texte für die Sekte, die sich damals neu zu formieren begann. Die 4 Evangelisten haben teils etwas Geistiges festhalten können, leider kam aber auch eine geistige Borniertheit und eine ideologische Fixierung mit in die Texte hinein.

 

Doch damit hätte man besser leben können, wenn nicht in den folgenden Jahrhunderten alles verschlimmert worden wäre. Das Gebäude des Christentums hätte im Verlauf der Zeit auch anders gestaltet werden können. Doch in verschiedenen Konzilien wurde alles in einem schlimmen Sinn umgedeutet und unglücklicherweise in Form von Glaubenslehren zementiert. Andersdenkende wurden laufend ermordet, ausgerottet.

 

Und jetzt konkreter zu einzelnen Themen:

 

Gott

 

Es ist leider immer noch der alttestamentarische Gott. Und da  erscheint er oft als eine gespaltene, neurotische Persönlichkeit.

In der heutigen Zeit regen sich in fast jedem Punkt Zweifel. Dass Gott ein Vater-Gott ist, passt zunächst nicht in die feministische Zeit. In einer Zeit, in der das Weibliche als gleichberechtigt anerkannt worden ist, kann es nicht mehr einleuchten, dass Gott ein Mann (Vater) ist. Gott müsste mehr als ein Mann sein (allerdings auch mehr als eine Frau).  Sodann haben wir Zweifel daran, dass dieser Gott so handlungsfähig und handlungswillig ist, wie es das Judentum und Christentum weis machen will. Und ich habe sehr Mühe zu glauben, dass Gott wie ein Mensch denkt und handelt. 

 

Das Gottesbild ist bedenklich. Die Sekte hat sich Gottes auf eine bestimmte Art bemächtigt und so für ihre Zwecke eingespannt. Immer, wenn man ein Gottesbild hat, ist man eigentlich areligiös und engstirnig.

 

In Christentum schafft Gott die Verdammnis (wegen Adam +Eva), er rächt sich, nun sind wir verdammt. Aber Jesus erlöst uns von der Sünde. Die Geburt des Sohns hat die Menschheit erlöst; nein, nicht die Geburt, sondern die Schlachtung, das Menschenopfer. Blut. Das ist steinzeitlich. Das ist ganz übles Sektendenken.

 

Sektiererische Dogmen sind eine Blasphemie. Allem voran geht es dabei um die Annahme, dass es einen Gott gegeben hat, der die Menschheit hat strafen wollen mit der ewigen Verdammnis (wegen der "Sünde". Was für eine Sünde war es eigentlich?). Und dann folgt die Annahme, dass sich Gott offenbar wegen seiner Boshaftigkeit geschämt hat und sich sozusagen zu einer Busse entschlossen hat durch Opferung seines SOHNS. Gott hat durch die Schlachtung seines Sohns (Lamm) besiegelt, dass die Menschheit fortan nicht mehr wegen der Erbsünde verdammt ist. (Denn Gott hat bewiesen, dass er sich schämt? = zu einer besseren Einsicht gelangt ist? oder was? )

 

Der zürnende Gott ist eine Erfindung der Sektierer. So etwas gibt es nicht, jedenfalls nicht in diesem Zusammenhang. Die Geschichte mit Adam und Eva ist eine eher harmlose Geschichte. Die Sektierer haben das aber herausgepickt, um mit der Sünde operieren zu können, und um die Leute schuldig und abhängig zu machen.

Die Folgen der Sünde sind laut Moses in keiner Hinsicht gravierend, doch die Sektierer haben da noch eins drauf gegeben und den Teufel, die Hölle und furchtbare Qualen in Ewigkeit ins Spiel gebracht. Jeder Mensch war verdammt, hoffnungslos. Und es gab dann nur einen einzigen Weg, um aus dieser  misslichen Lage herauszukommen: Man musste Christ werden.  Denn da war die Erlösung von allem zu finden.

Ich fürchte, das wird leider immer noch geglaubt. Es wäre aber nicht nötig, das zu glauben. Gott ist anders.

 

Vater und Sohn

Erbsünde und Erlösungslehre

 

Weiter:

Nach seinem unsinnigen  Zürnen überlegte es sich Gott anders. Er wollte die Menschheit nun erretten. Vor sich selbst. Er schickte Jesus auf die Welt. Jesus, seinen "eingeborenen" Sohn. Jesus wurde dabei ein halber Mensch, nicht ein ganzer, denn er war mehr als ein Mensch. Er war nicht wie wir, sagt die Sekte. Der Sohn von Gott ist nämlich auch Gott und kein Mensch.

 

Die Sektierer machten ihn mehr und mehr zum Hauptgott, hinter dem der Vatergott verblasste (der ja nun zu nichts mehr Nütze war).. Jesus wurde vergötzt. Es gibt keinen Weg zu Gott ausser durch Jesus im Christentum. Und wer das nicht akzeptiert, ist kein Christ. Das ist logisch. Heutzutage kann man diese Freiheit einfach ergreifen, und kein Christ sein, denn niemand muss Christ sein. Früher aber war ein Mensch, der nicht "bekannte", vogelfrei. Er war per se des Teufels, musste also mit dem Schlimmsten rechnen wie Enteignung, Folter, Ermordung.  Man tat es Gott zuliebe.

Schade, dass gemäss dieser Lehre der Sohn Gottes nicht ein wirklicher Mensch hat sein dürfen, einfach ein Beispiel von Mensch, ein besserer Mensch als wir. So könnte man ihn brauchen, auch heute noch. Und so kann man ihn tatsächlich noch immer sehen. Das möchte ich empfehlen, ohne Spott.

Die Sekte hat aber einen verwahrlosten Gott im Himmel angesiedelt – der Vatergott ist weit weg -- und den Jesus dafür zu einem Abgesandten erhoben, und damit Götzendienst inszeniert. Nie ist der Dienst an einem Götzen auch ein Dienst an Gott selbst. Hier muss man schon klar sehen.

 

Schlachtung, Blut, Zauberkraft, Messias

 

Es ist fast nicht zu glauben, dass heutzutage noch immer an der Konstruktion mit "Vater und Sohn" und dem zuerst zürnenden , nachher besänftigten Gott festgehalten wird. Jesus ist das Lamm, das geschlachtet wird, um mit seinem Blut die Sünden reinzuwaschen.

"Gott hat uns erlöst. Es ist schon geschehen." 

Es ist also so, dass man sich als Christ erlöst fühlen MUSS. Jesus ist gekommen, um am Kreuz zu sterben. Das hat er nicht aus privaten Gründen gesucht und mit sich geschehen lassen, sondern um eine Art Zauber zu bewirken. Um einen Gegenzauber zu bewirken. Um einen Fluch zu lösen sozusagen. (Magische Welt vor 2000 Jahren).

Der Fluch kam von Gott und war die Erbsünde. Der Fluch war, dass die Menschheit global in die Verdammnis gewünscht wurde wegen der Erbsünde. (Was ist das eigentlich?). Jeder Mensch hätte nie etwas anderes mehr erleben können als ewiges Leiden in der Hölle, wäre nicht Jesus gekommen. 

Und dann kam Jesus. Er wurde von Gott geschickt, um den Fluch zu lösen. Verstehen wir das?

Und angenommen, Jesus war eine historische Person: Hat Jesus das wirklich von sich selbst geglaubt? Ich glaube, dass man ihm das untergeschoben hat. Falls es ihn gegeben hat, müsste er eine sehr spirituelle Person gewesen sein. Er müsste über solchen Unsinn hinweg gesehen haben. Daher halte ich es für betrügerisch, dass man ihm solche Dinge untergeschoben hat und noch unterschiebt. (Dass sich Jesus hingegen als religiöser Neuerer fühlte und ein sehr spiritueller Mann war, glaube ich.)

 

In der Sekte haben wir es mit atavistischen Vorstellungen zu tun, die höchstens noch bei allerprimitivsten Wilden als Stammesglauben irgendwo noch vorkommen mögen.. im Innern von Papua vielleicht …. nicht mehr nachvollziehbar für uns.

"Durch sein Blut wäscht er uns von Sünden rein!" Man überlege sich das mal!
(Auch Höhlenbewohner haben sicher mal ein Rehkitz geopfert, um sich vor drohendem Jagdpech zu bewahren.)

Nochmals: Durch seinen Tod, der ein Opfertod war, wurde die Menschheit erlöst. Weil es die Erbsünde gab, musste Christus am Kreuz sterben, um die Menschheit zu erlösen. (nebenbei frage ich mich da, ob es auch eine andere Todesart hätte sein können.) 

 

Ich kann es nicht fassen, dass man so etwas glauben kann.

 

Durch seinen Tod bewirkte Jesus nun aber einen grossen Zauber: Er hebt den Fluch auf. Wir sind jetzt nicht mehr verflucht und verdammt. Und das, was nach dem Tod von Jesus aufersteht, dieser Meta-Jesus, ist nun ein ZAUBERER. Er ist fortan oberster Götze und seine Macht beruht auf ZAUBER. Denn seine Anrufung vertreibt den Teufel.  Mein Bekenntnis zu ihm macht mich zugehörig, zugehörig zum wahren Menschentum und Christentum. Der Teufel nimmt Reissaus. Und ich werde deswegen nicht in die Hölle kommen. O Gott!

 

Wie sektiererisch christliche Glaubenskonstruktionen sind, erkennt man auch an folgendem noch: Man muss bekennender Christ sein, damit man erlöst und nicht mehr verdammt ist. Sonst wirkt's nicht. Der sogenannte Gott ist also noch immer parteiisch: Er ist nur für Christen vorhanden. (Genauso wie er früher als Gott der Juden nur für Juden zuständig war.) Dabei gibt es die geistige Natur des Menschen und die göttliche Herkunft von je her. Es hat nie etwas Anderes gegeben, gar nie geben können. 

 

Wenn Gott Ursache für die Existenz dieser Welt ist, dann ist er grösser als all diese Formen von Quatsch, mit denen wir es in den Religionen zu tun haben.

 

Absurd… und dann körperlich ab in den Himmel

 

Dann machte der verstorbene Jesus eine Fahrt durch die Unterwelt, besuchte die Hölle, wurde dann aber von den Toten wiedererweckt. Er erschien noch einmal auf der Erde. Es ist nicht klar, ob als Geist oder als Körper. Immerhin wird von den christlichen Kirchen gelehrt, dass die Auferstehung körperlich sei. Und da Jesus gemäss dieser Geschichte leiblich noch einmal auf die Erde gekommen war, musste er natürlich eigens noch an "Auffahrt" in den Himmel auffahren. 

 

Meinetwegen.  Ich habe eingeräumt, dass die Evangelien oft wie Märchen und Mythen zu verstehen sind.

 

Doch diese räumliche Fantasie ist nicht so harmlos, sondern hat Konsequenzen.

Damit hat man Jesus nämlich endgültig von der Erde verbannt. Der Gedanke, dass er als wiedergeborener Geist in "feinstofflicher" Form noch auf der Erde umgeht, würde ich sympathischer finden. Aber nein, er ist körperlich hinaufgefahren. Ade auf Nimmerwiedersehen in den Himmel.

 

Wo das wohl sein mag? Himmel ist natürlich ein Ort des Geistes, eine spirituelle Station. Hä, aber nur, wenn wir gnädig sind und das glauben. Im Grunde genommen handelt es sich um einen Blödsinn, den es nicht gibt. Der Himmel ist auch ein problematischer  Begriff aus der Mythenwelt.

 

Aber auch hier tut die Sekte (Christentum) so, als ob es dort "oben" fleischlich und körperlich zu- und herginge. Das glaubt wohl im Ernst nicht einmal der Papst. Wieso sollte er auch!

 

 

Weltherrscher

 

In der christliche Dogmatik kommen dann noch andere Inhalte vor, die über die Vater-Sohn-Dogmatik hinausgehen. Gott ist noch der Weltenführer und Herrscher über alle Dinge, und in der unsinnigen Apokalypse wird noch eine Art Gruselherrschaft angedroht vor dem Untergang. Das geht schon so weit ins Schwachsinnige hinein, dass man es nicht kommentieren muss. 

 

Frechheiten , Ignoranz, Degeneration

 

Auch heute noch wird im Christentum  unter Verschweigen aller anderen Lehren auf der ganzen Welt so getan, als ob es ein einigermassen anständiges Leben nach dem Tod erst gibt, seitdem Jesus seine Wiedererweckung durch gemacht hat, kurz: nur durch Christus.

Neger, Inder, Indianer, Chinesen Japaner, falls die eine andere Religion haben  ... kommen nicht in den Himmel.

So ist Jesus, der ein Reformator der jüdischen Religion in den Zeiten der römischen Besetzung sein wollte, zum Gründer der Sekte der Bornierheit geworden.

 

Viele Menschen heute wenden sich von der degenerierten Kirche, in der sie aufgewachsen sind, ab.

Jesus allerdings könnte auch als Geist, befreit von allem Zugemüse erfasst werden: als mystischer Christus, als ein Beispiel einer  Verbindung zwischen Mensch und Gott. Als ein Avatar. Ein Herabgestiegener.

 

 

Gesucht ist eine gute Religion

 

Ich sehe das als Möglichkeit:

Jesus jenseits von Schrott und Unsinn als Teil des eigenen Wesens. Jesus  als Vorbild auf dem Weg zur Vervollkommnung. Jesus als der "gute" Mensch, der die richtige Haltung gezeigt hat. Jesus als das  Licht, der Weg, der zum geistigen Leben führt. So kann man Jesus trotz allem noch immer sehen. Und das ist es, was man noch immer in den Evangelien entdecken kann, wenn man den Schutt beiseite schiebt.

Selbstverständlich ist auch in dieser Vision Jesus eine archetypische, mythisch anmutende Figur. Ich habe nie ein Wort gesagt gegen den geistigen Christus. Hier haben wir einen noch immer lebendigen Ansatzpunkt.

 

Ich werde gelegentlich die Evangelien durchforsten und versuchen, das echt Geistige und Sinnvolle darin zu sehen. Man kann in einem Geist von Unabhängigkeit an die Evangelien heran. Betrug nimmt man als Betrug, Unnötiges als unnötig,  usw. Menschen, die ein Bedürfnis nach Religion in sich verspüren, müssen den Mut haben, das Gute zu sehen und das Schlechte zu lassen. Die Bibel ist noch immer ein Steinbruch. Da ist viel drin. Aber ein Gesetzbuch ist es nicht.

 

Fangen wir neu an!

 

Weg mit Klischees, Denkverboten, Einengung des Gottesbegriffs. Fort mit Lügen! 

 

Was ist Gott?  Wer bin ich? Woher komme ich? Und was soll Jesus in diesem Zusammenhang?

 

Was ist UNS hier und JETZT wichtig an Jesus und seinen Aussagen?

 

 

Vergessen wir die Kreuzigung

 

Dass die Römer ihn kreuzigen mussten, weil er ihnen zu gefährlich wurde, lässt vermuten, dass er ein guter Mann gewesen ist. An einer Stelle heisst es zwar, dass Pilatus, der Römer, Jesus hätte laufen lassen, und dass die orthodoxen Rabbiner ihn beseitigen wollten. Auch das spricht für Jesus. Doch die Kreuzigung bedeutet darüber hinaus nichts. Das Faktum, dass sich jemand umbringen lässt für die eigenen Überzeugungen beweist Standhaftigkeit, und beweist Ehrenhaftigkeit. Das beweist wohl auch etwas hinsichtlich der Brisanz der Lehren, von denen einige überliefert sind.

 

Aber die Kreuzigung sollte nicht als der zentrale Punkt angesehen werden. Der Tod von Jesus ist es nicht, was von Bedeutung ist, wichtig ist, dass er GELEBT hat und wichtig sind allenfalls die Lehren ,die er gelehrt hat, oder die man ihm im den Mund geschoben hat. Er hat ein Zeugnis abgelegt für etwas Jenseitiges. Er hat Menschen in dieser Hinsicht belehrt. Das ist positiv.

 

Wir wissen von all dem wahrscheinlich nur noch etwas, WEIL er am Kreuz gestorben ist, also ein Opfer von Intrigen und Mördern wurde. Aber das ist nicht der springende Punkt. Denn es gilt nicht die Opferlamm-Schlacht-Theorie. Das ist Humbug.

 

Der Tod am Kreuz war einfach sein trauriges Ende. Aber DAMIT war niemand zu erlösen. Niemand musste erlöst werden und es IST durch die Kreuzigung niemand erlöst worden. Durch die guten Lehren, die guten Ratschläge, den "Geist" ist schon eher jemand erlöst worden. 

 

Und jetzt wollen wir mal schauen, was wir davon in den Evangelien finden.  Was finden wir jenseits der Zwängerei mit dem Gottessohn? Was finden wir ohne Dogmatik ohne Sektenwahn? Steht etwas Gutes in den Evangelien, werden wir es finden.

 

Lasst es uns nachlesen als freie Menschen und nicht als Sektierer! Lasst uns die Evangelien auf ihren allgemeinmenschlichen, überzeitlich gültigen Inhalt hin durchkämmen! Ich denke, wie ein Trüffelschwein kann man dort in der Tiefe nach ungehobene Schätzen graben.

 

Man muss nicht Christ sein. Besser ist es, wahr zu sein. Wir wollen schauen, ob wir Wahrheit finden genau an dem Ort, wo sich Christen belügen lassen! Vielleicht können wir dem Sumpf austrocknen!

 

 

 

Vortrag, gehalten am  23. Feb. 2010

im Restaurant  "zur schrillen Glocke"

 

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