Thomas Dunn
Christentum , Jesus,
Erbsünde und Erlösung
Christentum
ist eine Weltreligion, die falsche Vorgaben macht und den Menschen den Kopf
verdreht. Es ist für die geistig - seelische Gesundheit schädlich, immer
noch. Es ist eine falsche Programmierung.
Will
man über das Christentum kritisch nachdenken, sieht man sich einem verwirrenden
Knäuel von Sinn und Wahnsinn (auch Unsinn) gegenüber.
Hauptsächlich stütze ich mich im Folgenden auf die 4 Evangelien.
Welches
ist der Ansatzpunkt? Was sollen meine Überlegungen bringen?
Ich
glaube, dass man das Gute und das Schlechte voneinander trennen muss. Das
heisst: Das Gute und Sinnvolle interessiert mich am Christentum. Wie finde ich
es? Da sind Lügereien, Märchenerzählungen, Verdrehungen, Humbug, Wahnsinn und
Böses. Ich denke: Das liegt oben auf. Wenn ich in die Tiefe gehe, so bleibt
etwas übrig, was in jeder Religion sinnvoll ist: Nämlich einen Weg zu Gott zu
haben oder eine Beziehung zu Gott.
Einen
Glauben, bzw. eine Religion zu haben, ist ein tiefes Bedürfnis des Menschen.
Dieses Bedürfnis wird durch eine Kraft genährt, welche im Unbewussten ist. (C.G.Jung)
Was
zutiefst im Innern ist, schafft Religion. Aber das, was dann im Äusseren als
"Religion" entsteht, gehorcht politischen Gesetzen. Erziehung und
Belehrung wird von Vertretern der äusseren Organisation übernommen. Der
Kirchenmann oder Sektenführer, de sich um die äussere Gestalt der Religion
kümmert, scheut sich nie davor, den religiösen Stoff zu präparieren und die
Gläubigen zu manipulieren. Im Prinzip besteht also immer ein
Spannungsverhältnis zwischen dem Bedürfnis nach Religion und der tatsächlichen
Religion.
Und
wenn das Bedürfnis nach Glauben bei den Leuten durch Schwindelgeschichten
befriedigt wird, kann das lange zur Unterdrückung so gemacht werden, denn
Glaube macht sehr träge im Denken. Und während dieser Phase kann es gut sein,
dass der innere Glaube über alle Schwindeleien hinaus führt. Da Glaube einen
Wert in sich selbst hat, werden lange Zeit viele Einzelheiten einer
Schwindelgeschichte akzeptiert.
Im
christlichen Raum wurde ein Teil der Schwindelgeschichten in der Reformation
beseitigt. Aber nur ein kleiner Teil. Die übrigen Schwindelgeschichten, die das
Christentum sogar im Zentrum seiner selbst aufgebaut hat, werden erst in der
Neuzeit erkannt.
Hier
in diesem Aufsatz behandle ich Äusserlichkeiten und schwindelhafte
Lehren der christlichen Religion. Vielleicht kann ich in einem anderen Aufsatz
die spirituellen Werte des Christentums besser beleuchten, die es noch immer
gibt. Jedenfalls geht es schon jetzt darum, die tiefen und echten Wahrheiten,
denen man in den 5 Evangelien begegnet, befreit vom Kontext der Lügen und
Verdrehungen klarer erkennbar zu machen.
Ich
denke, auch gläubige Christen müssen nicht unbedingt alles glauben, was in der
damaligen Zeit aufgeschrieben wurde, und schon gar nicht, was nachher beigefügt
wurde. Die Zeit um den Beginn unserer Zeitrechnung war eine Krisenzeit für das
damalige Judentum. Damals hoffte man auf einen militärischen Führer (Messias),
der das Reich (des jüdischen) Gottes errichten sollte zur Befreiung von den
Römern. Dieses Reich Gottes war durchaus als weltliche Herrschaft gedacht.
Diese Gedanke geistert in den Evangelien noch herum.
Anderseits
gab es in der damaligen Zeit eine eher unpolitische religiöse Bewegung. Das,
was später das Christentum wurde, war in religiöser Hinsicht progressiv und
neu. Es war eine jüdische Erneuerungsbewegung. Es gab es damals Leute, die in
ihrer geistigen Erneuerung (oder Krise) einen Halt brauchten. Die
Erneuerungsbewegung muss am Anfang sehr konfus und zersplittert gewesen sein.
Wenn man sich nun vom orthodoxen Judentum absetzen wollte, musste man dies als
Sekte (als neue religiöse Richtung) festigen und untermauern.
So
entstanden die Evangelien.
Und
dabei brauchten sie einen Helden. Sie brauchten einen Stifter.
Es
ist klar, dass man ins Zentrum von so einer neuen Sekte nicht einen
gewöhnlichen Menschen stellen konnte. Es brauchte schon mehr. Es musste etwas
Besonderes her, also warum nicht Gott selbst? Was gibt es für eine Sekte
Besseres als den Stifter gleich zu Gott zu erheben? Damit war die Sekte nicht
mehr angreifbar (von innen her). Es konnte nur noch Gotteslästerung geben, wenn
man etwas dagegen sagte.
Schon
hier passierte der grundlegende Fehler. Ich denke, hier wurde handfest gelogen.
Es wurde eine extreme Geschichte erfunden (oder zusammengetragen), welche man
heute das "Leben Jesu" nennt. Es kann sein, dass diese Geschichte wie
ein Märchen aus den Tiefen der Seelen aufgestiegen ist. Aber das ändert nichts
an der Tatsache, dass die Bewertung der ganzen Geschichte wie auch der Kontext
falsch sind.
Das
Kontext: Der Kontext ist das "Alte Testament" und der Zustand der
jüdischen Religion von damals. Von da her kommt das Gottesbild. Der neue Gott
der Sekte ist (für uns heute) eine ziemlich erzwungene Sache. Für meine
Begriffe hat der Gott, wie er im Alten Testament zur Darstellung kommt, nur am
Rande mit Gott zu tun. Was da vorkommt, ist eher eine Art Dämon oder Geist. Und
auf diesem Fundament ist das ganze Christentum aufgebaut und fragwürdig.
Die
Evangelien wurden redigiert, um der sich neu bildenden Sekte einen Leitfaden zu
geben. Und dabei muss man wissen, dass nicht einer der Evangelisten ein
Augenzeuge war.
Als
die Evangelien geschrieben wurden, hatte man bereits den Märtyrer. Der
Reformator und Führer (Jesus) war vom konservativen jüdischen
"Establishment" umgebracht worden, und damit wurde seine Bedeutung
erhöht wie auch die der Sekte. Ein Opfermythos lag auf der Hand. Es war sicher
ein wirklich Unschuldiger umgebracht worden. Das ist ein Skandal und eine
Schande. Und jetzt gewann die Reformbewegung durch den Märtyrer die mystische
Kraft, die half, sich vom ursprünglichen Judentum abzusetzen.
Wie
konnte man sich absetzen? Es brauchte etwas Schriftliches wegen der Fixierung
und wegen der Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch. Das war die Funktion der
Evangelien.
In
Form der "Evangelien" wurde alles zusammen getragen, was damals als
reformistisch galt. Es ging um die Rapportierung der
"Leidensgeschichte" Jesu, um die Blossstellung seiner Mörder, und
dann, im Kontrast dazu, um die Lehren, die den neuen Geist darstellten: Die
Lehren, die Jesus geäussert hat oder die damals vielleicht auch sonst in Umlauf
gewesen sind.
Durch
den Geist, der in den Evangelien festgehalten wurde, kam tatsächlich etwas
Neues zustande. Es war nebst den Mythen und Märchen auch eine neue Gesinnung.
Erstmals auf der ganzen Welt wurde der andere Mensch, der Bruder, der Nächste zum
Thema. Es wurde eine Spiritualität entwickelt, die gottesunmittelbar war und
die für alle Menschen daher gültig war.
In
der sektiererischen Bewegung, die zum Christentum wurde, ging es anfänglich
noch um den Angehörigen der Sekte.
Andere hatten nicht Teil am Erlösungsgeschehen. Doch die Betonung der Nation
(jüdisch) war nur noch schwach. Und daher öffnete sich die Sekte bald für alle
Menschen, die zur Sekte gehören WOLLTEN. Und deswegen konnte sich die neue
Sekte (Christentum) unter anderen Völkern ausbreiten: die Verbreitung des
"neuen Glaubens" erfolgte in kurzer Zeit innerhalb des Imperium
Romanum.
*
Da
ich kritisch über die Schilderungen in den 4 Evangelien denke, ist wohl klar,
dass es bei mir die Benebelung durch den "Glauben" nicht gibt. Ich
komme von ausserhalb der "Schrift" her. Für mich ist ein Buch, auch
wenn es alt ist, nicht verbindlich. Es gibt auch alte Lügen.
Ich
kenne viele Akademiker, die in ihrem Beruf rational denken. Doch wenn es um
Dinge ihres sogenannten "Glaubens" geht, werden sie wie schizophren,
da werden sie plötzlich ganz andere Menschen und haben etwa dieselbe Haltung
wie Wilde, die sich fürchten, das Unberührbare zu berühren (Tabu-Vorschrift).
Im geographischen Raum der christlichen Religion gibt es immer noch das
magische Fürchten (vor der Wahrheit). Die Leute sind eben programmiert. Schon
als Kinder wurden sie mit Lügen, mit Angst und Zwangsvorstellungen abgefüttert.
Und jetzt sind sie in Glaubensdingen behindert.
Jesus
war ein Mystiker, ein Gottesmann, ein Mensch, der eins mit Gott war. Was man in
seinem Namen aufschrieb, war stellenweise so spirituell, so kompromisslos, dass
es heute noch erstaunt. Gültig war da nur EIN Geist, EINE klare Haltung daraus
heraus. Ich glaube, die Sekte, die Christentum heisst, sollte ursprünglich eine
spirituelle Sekte sein.
Doch
die einfachen Gemüter, die die Evangelien zusammenbastelten, konnten natürlich
nicht einfach nur Spirituelles aufschreiben. Also griffen sie zu märchenhaften
Geschichten. Sie stellten dar, kleideten ein. Und es schien auch opportun, ein
bisschen Grusel hinein zu bringen. Ein wenig Drohung
mit Hölle. Ein bisschen Werbung. Ein wenig Animation. Ein Superstar, Zauberer,
Übermensch. Viele, viele Wunder.
Man
war naiv damals, wundergläubig, phantasierend. Damals war vielleicht noch alles
offen. Also auch punkto Christentum war damals noch alles offen. Erst mit der
Zeit wurden wohl die "leichten" verspielten Geschichten und Lehren zu
Dogmen gemacht, und aus Illustrationen und Gleichnissen wurde Denkvorschriften.
Die Kirchen wurden mehr und mehr terroristisch. Christliche Kirchen waren sehr
früh schon Organisationen der politischen Herrschaft und der Unterdrückung. Sie
beanspruchten das Denken ihrer Untertanen.
Gottessohn und Götze
Die
Erfindung des "Gottessohns" war für die Gründung der Sekte äusserst
wichtig. Damit verbunden war leider die Erschaffung eines unnahbaren Gegenübers
mit übermenschlichen Zügen. Vielleicht war in der damaligen Zeit eine andere
Form von Religion nicht möglich.
Aus
der Sicht der Jetztzeit heraus gesehen ist jedenfalls die Vergötzung eines
Menschen schädlich. Wir brauchen – wenn schon -- einen echten Menschen (zum
"Anfassen"), aber nicht einen Halbgott. Die Vergötzung von Jesus
etablierte ein Zwischenglied zwischen Gott und Mensch.
Je
mehr dabei Jesus ins Zentrum trat, desto mehr wurde er Götze, und desto mehr
verblasste das, was Gott eigentlich "überhaupt" ist.
Die
Frage, ob es erlaubt ist, eine menschliche Figur wie Jesus selbst zum Gott zu
machen, muss gestellt werden. Heutzutage kann man sich fragen, ob das sinnvoll
ist. Oder ob es nicht besser wäre, eine andere Auffassung zu haben. Wobei es ja
immer noch möglich wäre, die "Ausnahmeerscheinung" namens Jesus zu
akzeptieren.
Immer
noch kommt es vor, dass die Leute vom Ausdruck GOTTESSOHN (wie unter anderem
bei Markus am Anfang) geistig gelähmt werden. Auch die lächerliche Formel
"eingeboren" deutet auf eine sektiererische Absicht hin. Was soll das
heissen? Eingeboren als "einzig"? Warum das? Nichts ist einzig geboren
bei Gott. Oder alles ist einzig geboren, nämlich alles stets in einem
Augenblick neu geboren.
(Nebenbei
ist gut zu wissen: Die Auszeichnung "Gottessohn" wurde damals öfter
verliehen. In der damaligen Zeit war das ein Ausdruck für die
Aussergewöhnlichkeit eines Menschen, zum Beispiel hat sich auch Kaiser Augustus
so nennen lassen. Und: Alle Adligen auf der Welt leiten ihren Adel von Gott
ab.)
Gott selbst, das Gottesbild
Mit
der damaligen (wie auch heutigen) Auffassung von "Gottessohn"
zusammen hängt das Bild von Gott-Vater. Die Einengung Gottes auf eine
"Vaterrolle".
Natürlich
kann man das wieder symbolisch auffassen, und dann versteht man es vielleicht
besser. Doch es ist klar, dass Gott im Christentum definiert , d.h. begrenzt
wird. Die Rollenzuteilung als "Vater des Sohnes" ist eine
Vereinnahmung und damit eine Einschränkung Gottes. Die (vereinnahmende)
Vermenschlichung von Gott, die es bereits in der jüdischen Religion gibt, kann
natürlich von Machtorganisationen wie Kirchen bestens als Herrschaftsinstrument
verwendet werden. Die Kirchen haben bis
jetzt ein riesiges Interesse daran, diese Verengung des Gottesbildes weiterhin
zu pflegen, damit Gott ja nicht als etwas Allgemeines erkannt werden kann,
sondern in der Vater-Sohn-Dogmatik genau die Rolle spielt, die zur Verdummung
der Leute (und zu deren Beherrschung) etwas nützt. Man dichtet Gott also die
Inszenierung des Heilsgeschehens an.
In
diesem Heilsgeschehen hat Gott den Sohn Jesus auf die Welt geschickt, um die
Welt zu erlösen. Wir werden gleich sehen, was damit gemeint ist.
Ich
kann nicht verstehen, dass sich jemand mit so einem Gottesbild zufrieden geben
kann.
Erbsünde und Erlösung durch
das Blut des Opferlamms
Die
sogenannte Heilslehre ist im Christentum lehrt die Erlösung der Menschheit
durch Jesus. Voraussetzung dafür ist die Erbsünde. Die christliche Heilslehre
hat 2000 Jahre lang eine eminent wichtige Rolle in der europäischen Kultur
gespielt. Wir sind hier von einer Sektenlehre geprägt.
Erbsünde: Gott hat die
Menschheit wegen Adam+Eva verdammt. Denn die zwei Sünder Adam und Eva haben die
verbotene Frucht gegessen. Diese heisst Erkenntnis. Und Gott ist daraufhin
beleidigt gewesen und hat sich gerächt. Er verdammte die zwei Ur-Menschen. Und
da wir alle von Adam und Eva abstammen, ist deren Sünde erblich.
Wie
furchtbar! Man kommt also von selbst und
immer in die Hölle.
Die
Leute waren abergläubisch damals, sie waren ängstlich, sie glaubten an Magie,
an bösen Blick, an das Böse und an Verdammnis. Doch Betrug war schon damals
Betrug. Was man Gott-Vater andichtete, war Betrug.
Der
zürnende verfluchende Gott ist von Anfang an bis heute ein Ärgernis; der sich
plötzlich schämende und plötzliche "liebe" Gott ist ein Ärgernis;
dass Gott seinen Sohn als Schlachtopfer auf die Erde schickt, ist ein Ärgernis. Das sind alles Blasphemien.
Nun
hätten die Sektierer theoretisch ja das geistige Erscheinen von Jesus und seine
teils wirklich guten Lehren als die Erlösung hinstellen können. Aber nein:
Nicht die geistige Anwesenheit und nicht seine erleuchtende Lehre sollte die Erlösung
der Menschheit sein: Es hatte die Schlachtung zu sein, die den Fluch löste und
die Menschheit erlöste. Nur das Blut erlöst. Das Menschenopfer. (Wer sagt, dass
die Inkas und Mayas Primitive waren?)
Die
ganze Angelegenheit kommt wirklich aus den ersten Anfängen der Menschheit, aus
der Steinzeit oder noch früher.
"Durch sein Blut wäscht er uns von Sünden rein!" Man überlege
sich das mal!
(Auch Höhlenbewohner haben sicher mal ein Rehkitz geopfert, um sich vor
Jagdpech zu bewahren.)
Steinzeitlich
aber auch schon vorgängig die Auffassung, dass ein böser Wille (ein Fluch) auf
den Menschen gelastet hat, der aufgelöst werden musste.
Natürlich
gibt es so einen Gott in Wirklichkeit nicht. Ich glaube, schon in der damaligen
Zeit war man andernorts über verfluchende böse Geister hinaus gelangt. Ich
weiss nicht, warum die Sekte einen Rückgriff machte. Der Gott des Alten
Testament ist natürlich stets eher ein böser Dämon als ein Gott gewesen.
Ich
selber finde es deprimierend, wenn man etwas Gott nennt, welches menschliche
Züge hat, menschliche Züge im übelsten Sinn übrigens, mit Krankheit,
Persönlichkeitsspaltung oder Neurose. Wenn so etwas Gott wäre, wäre alles
verloren. Selbstverständlich ist so
etwas nicht Gott. Es handelt sich um
menschliche Projektionen. Und das Christentum hat diesen Fehler bis in sein
Innerstes.
Schlachtung, Blut,
Zauberkraft, Messias
Es
gab nie den göttlichen Fluch (die Erbsünde). Und dass Jesus gekommen ist, um am
Kreuz zu sterben, und uns damit zu erlösen (und einen Gegenzauber zu bewirken)
ist Humbug.
Falls
Jesus eine historische Person gewesen ist, frage ich mich, ob er selbst so
etwas geglaubt hat? ..von sich selbst geglaubt hat, dass er einen üblen
Zauber zu lösen hat? Ich glaube eher, dass man ihm das untergeschoben hat.
Falls es ihn gegeben hat, müsste er eine spirituelle Person gewesen sein und
intelligent. Tief geistige Menschen – also Mystiker – lassen sich normalerweise
nicht für sektiererische und engstirnige Zwecke einspannen. Jesus müsste also
den Unsinn durchschaut haben.
Aber
das, was ich hier als Unsinn bezeichne, ging ja erst nach seinem Tod los. Die
Evangelien entstanden nach seinem Tod.
Es
ist möglich, dass man ihn einfach für sektiererische Zwecke benützte. Sein Tod
war willkommen. Er wurde Märtyrer und diente so der Sekte. Aber es hätte
vielleicht auch anders gemacht werden können als mit "Blutopfer". Die
Folgen dieser Mythologie, sind meiner Ansicht nach in ihren Folgen bösartig
gewesen. Diese Weltreligion hatte stets eine Legitimation zum Blutvergiessen. Dabei
ist die Logik klar: Da Jesus sich schon hat töten lassen für den (vermeintlich)
"guten Zweck", war ein Töten im gleichen (vermeintlichen) Sinn und
Geist erlaubt. Nicht, dass es etwa nutzlos gewesen sein könnte, dass der
Märtyrer am Kreuz gestorben ist.
Die
christlichen Kirchen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt von
unchristlichen Ungeistern zu reinigen.
Die "Sohnschaft" von Jesus als Entmenschung
Und
jetzt?
Man
müsste den äusseren Jesus zu einem inneren machen. Inder heutigen Zeit.
Im
Prinzip wäre Jesus der Lehrmeister, der Prototyp von Mensch, das Vorbild usw.
Wäre er nur Mensch statt Gott, würde er auch heute noch überzeugend wirken. Wo
Jesus dagegen als Götze angebetet wird, ist eine richtige Verbindlichkeit nicht
mehr da. Statt dessen gibt es Bigotterie. Eine Art stellvertretendes
Bewusstsein.
Was
soll in der heutigen Zeit das Bekenntnis
zu Jesus? Heutzutage kann Jesus nicht mehr den Schutz vor dem Teufel
bedeuten. Heutzutage ist eine Überantwortung an Jesus nur noch sinnvoll, wenn
damit die Vereinigung mit seinem Geist gemeint ist oder die Ergriffenheit von
der gleichen Inspiration. Demgegenüber die Fremdbestimmtheit im Glauben
entmenschend.
Bevor
das Christentum zur Sekte geworden ist, war es als Bewegung vielleicht mystisch
und nahe dabei, echt geistige Kräfte bei den Menschen zu wecken. Dann kamen die
Einschränkungen. Der Missbrauch. Ich habe das schon erwähnt.
In
der Frühzeit des Christentums entstand zwar eine Massenbewegung. Von allen
möglichen Hoffnungen, die es damals gab, war diejenige, die von der Sekte her
kamen, die besten. Dennoch bestand die Bewegung damals nicht aus Menschen mit
kritischem Geist. Die Menschen damals, die Christen wurden, waren auf einer
unbewussten, herdenhaften Stufe, mehr oder weniger fremdbestimmt
und ohne Eigenverantwortung. Man hat ihnen Hoffnungen suggeriert, die gar nicht
tragfähig waren. So hat das Christentum Hunderte von Jahren Menschen ködern
können.
Teilweise
schenkte das den Menschen eine Bereicherung, teilweise hemmte es ihre
Entwicklung in spiritueller und religiöser Hinsicht.
Weltbild, Hölle, Strafen
Die
Evangelien haben von Anfang an unterschieden zwischen Dazugehören (zur Sekte)
und Nichtdazugehören. Dazugehören führte zum Heil, alles Andere führte ins
Reich des Teufels. (Weswegen Nichtchristen, bzw. Heiden, stets als dem Teufel
Verfallene galten, die auszurotten eine gottgefällige Unternehmung war.)
Dieser
im Grunde genommen unchristliche Zug wurde auch in der Reformation nicht
beseitigt. Der Terror durch das sogenannt heilige Buch (Bibel) und damit die
Denkverbote und Denkvorschriften sind auch in reformierten Kirchen vorhanden.
Nachdem
insbesondere der Glaube an die Hölle im 21. Jahrhundert endlich verblasst ist,
wissen die verschiedenen christlichen Kirchen kaum noch, wie sie ihre Version
von Gott verkünden sollen. Denn ohne Terror können sie etwas so Absurdes nicht
gut übermitteln.
Da
man das unsinnige Weltbild der Christen jetzt langsam WIRKLICH hinter sich
gelassen hat, lebt man allerdings in einer übertriebenen Diesseitigkeit. Vollkommen
geistlos muss man an und für sich nicht werden, wenn man den christlichen Ungeist
überwunden hat. Denn dieser steht nicht
für "Geist".
Heutzutage
ist in den Kirchen nichts mehr an Spiritualität zu finden. In den Medien ist
sie nicht. In der wissenschaftlichen Forschung ist sie nicht. Die Welt ist
entzaubert. Nach der Überwindung des Kirchenglaubens sind wir wohl in eine Welt
des Wissenschaftglaubens oder des Medienglaubens
eingetreten. Mit dem Tod des christlichen Weltbilds ist nun die Zeit des
bewegten Breis von Dummheit angebrochen. Der Glaube an den eigenen Intellekt.
Ein
neuer Mythos, ein neuer Glaube. Aber für den wirklich religiösen Menschen, der
mit anderen Dimensionen rechnet, ist das eine langweilige und fade Zeit.
Vergessen
wir die Kreuzigung
Dass die anderen Juden
Jesus kreuzigen mussten, weil er ihnen zu gefährlich wurde, lässt vermuten,
dass er ein guter Mann gewesen ist. Die Römer hätten Jesus laufen lassen,
heisst es, aber die Angehörigen der orthodoxen Richtung wollten ihn beseitigen.
Ein ganz normaler Machtkampf, ausgelöst durch verschiedene Vorstellungen über
Religion. Dass er getötet wurde, spricht für Jesus. Aber ich wiederhole es
nochmals: Die Kreuzigung bedeutet darüber hinaus nichts. Das Faktum, dass sich
jemand umbringen lässt für die eigenen Überzeugungen, beweist Standhaftigkeit,
und beweist Ehrenhaftigkeit. Und es beweist etwas hinsichtlich der Brisanz der
Lehren.
Aber die Kreuzigung sollte
nicht länger als der zentrale Punkt angesehen werden. Wichtiger sollte sein, dass
er GELEBT hat und wie er GEDACHT hat. Man hat gute Lehren aufgeschrieben oder
ihm in den Mund geschoben. Da hat jemand ein Zeugnis abgelegt hat für etwas
Jenseitiges. Das ist der Grund, warum man auch jetzt noch in den Evangelien
lesen kann.
Auferstehung. Absurd… und dann körperlich ab in den Himmel
Dann
machte der verstorbene Jesus eine Fahrt durch die Unterwelt, besuchte die
Hölle, wurde dann aber von den Toten wiedererweckt, fuhr auf aus dem Totenreich.
Er erschien noch einmal auf der Erde (so heisst es).
Es
wird in den Evangelien behauptet, dass die Auferstehung körperlich gewesen sei.
Und da Jesus gemäss dieser Geschichte leiblich noch einmal auf die Erde
gekommen war, musste er natürlich eigens noch an "Auffahrt" in den
Himmel auffahren. Ich habe eingeräumt, dass die Evangelien oft wie Märchen
und Mythen zu verstehen sind.
Doch
diese Fantasie ist nicht ganz harmlos, wenn man sie wörtlich nimmt. Wenn Jesus
nämlich leiblich in den Himmel aufgefahren ist, ist er endgültig von der Erde
verbannt. Er lebt nicht mehr hier. Und das bedeutet: Er ist weit weg.
Was
ist eigentlich Himmel?
In
der heutigen Zeit kann man "Himmel" nicht mehr ansiedeln als Gelände
über der blauen Luft unserer Erde. "Himmel" ist eher ein abstrakter
Ort, welcher nach dem Gestorbensein erreicht wird. Ich denke,
"Himmel" ist für uns ein Ort des Geistes, des gehobenen, erlösten
Geistes.
Nun
ist Jesus also dahin vorausgegangen, "körperlich", wie es heisst.
Auch dem gläubigen Christen verspricht die Sekte so etwas Ähnliches, nämlich
die fleischliche Wiedergeburt im Himmel; das Fortleben im Körper.
Man
kann die " Auffahrt" von Jesus nach seiner leiblichen
"Auferstehung" wiederum als schönen (märchenhaften) Gedanken
annehmen. Die Auferstehung ist ein Symbol oder Archetypus mit erfreulichem Charakter.
Das Leben siegt. Der Tod wird überwunden. Der Winter geht fort, der Frühling
kommt. Bei Menschen würde man dabei aber sagen: Der Geist siegt über den
Körper. Das Gute siegt. etc.
Doch
im Christentum ist an diesem Punkt kein Spass vorhanden. Die fleischliche
Auferstehung von Jesus ("Das Grab war leer") ist absolut zentral. Es
wird aus dem märchenhaften Motiv auf einmal Ernst. Ich habe weiter oben schon
erwähnt, dass ein gewaltiger Unterschied zwischen einer bildhaften Darstellung
und einer Dogmatik besteht.
Natürlich
ist es "göttlicher", wenn ein Mensch sein FLEISCH mitnimmt und es
nicht auf der Erde zurück lässt. Und bei der "Auferstehung" ist klar,
dass man den Helden nicht einfach tot sein lassen wollte. Man musste nach all
den Geschichten mit der "Gottessohnschaft" und der "Erlösung"
noch einen Beweis zusätzlich liefen. Es musste nun die Unsterblichkeit von
Jesus noch extra betont werden.
Physisch,
nicht etwa geistig. Die einfachen Leute, die damals am Werken waren, hatten
offenbar überhaupt keine Vorstellung ein einem geistigen Leben, bzw. einer
geistigen Person. Sie konnten sich nichts denken jenseits eines Körpers.
Und
so kam es zur "Auferstehung" und zur "Auffahrt". Warum muss
das Übermenschentum derart übertrieben werden? Schade.
Es ist ein Wunder zu viel, eine Unglaubwürdigkeit zu viel.
Ausserdem
gibt es eine Theorie, die behauptet, dass Jesus am Kreuz gar nicht gestorben
ist, sondern im lädierten Zustand lebend abgenommen wurde und von Freunden gepflegt
wurde. Dann wäre er tatsächlich nach seinem vermeintlichen Tod noch auf der
Erde gewesen.
Weltherrscher und
Weltuntergang
In
der christliche Dogmatik kommen dann noch andere Inhalte vor, die über die
Vater-Sohn-Dogmatik und die Jungfräulichkeit der Maria hinausgehen. Ein Thema
etwa ist die konkrete Herrschaft Gottes auf der Erde. Das Gottesreich.
Gott
ist ja "der Herr". Und als
solcher ist Gott allmächtig. Handkehrum wird von
gewissen Leuten behauptet, dass Gott einen Teil seiner Macht an den Teufel
verloren hat. Was für einem Gott kann das passieren? Und wie kann man das
verstehen? Gott ist nicht Gott, sondern nur ein Teil davon?
Gott
in seiner Allmachtsrolle ist der Schöpfer dieser Welt. Ungefähr so ist diese
umfassende Rolle bis heute noch diejenige "Gottes". In den Evangelien
aber wussten sie mehr darüber. Die Evangelisten rechnen mit dem baldigen
Weltuntergang. Ich nehme an, dass ein endzeitlicher Gedanke damals kursierte
und von den Sektengründern aufgefangen wurde.
Die
Drohung wurde verstärkt: nicht nur Verdammnis, Teufel und Hölle sollten drohen,
sondern dies alles sogar subito, BALD.
In
der unsinnigen Apokalypse wird vor dem "Ende" noch eine Art
Gruselherrschaft angedroht. Die Apokalypse hat besonders den bösen Menschen immer
geholfen bei der Entwicklung sinnloser Phantasien und bösartiger Handlungen.
Wer in der Endzeitserwartung drin ist, kümmert sich
nicht um Menschenrechte und sozialen Aufbau, sondern ist gewissermassen von
Gott aus berechtigt, die Endzeit einzuleiten.
Auch
das Thema "Endzeit" beweist, wie wenig verlässlich die
"heiligen" Schriften sind. Die Leute damals haben sich ganz einfach
geirrt. Sie hatten wirre Vorstellungen, und es ist traurig, dass dieses Irren
auch Eingang in viele der Lehren gefunden, die man Jesus zuschreibt. Sogar in
den Jesusworten kommt man nicht umhin, Abstriche zu machen. Falls es ihn als Menschen
gegeben hat, so sind viele der rapportierten Sprüche
als nicht-authentisch einzustufen. Diese Texte (wie überhaupt alle) muss man
durchkämmen und heraustrennen, was Wert hat.
Das
ist auch Wertloses beigemischt worden, so etwa Unsinn, Unbrauchbares,
Schädliches.
Und
wie es nun mit der wirklichen Wirklichkeit Gottes steht, als dem Weltherrscher,
wäre natürlich ein interessantes Thema. Ausserhalb der christlichen Kreise
könnte man das heutzutage gut anpacken.
Irgendetwas
Höheres tritt überall in Erscheinung. Wir haben das Rätsel der menschlichen Natur,
die Rätsel der Naturgesetze. Können wir etwas Höheres darin verstehen? Es geht
bei der Forschung nach Gott weniger um Denken als um ein
emotional-existenzielles Erfahren. Voll
und ganz werden wir Gott niemals verstehen.
Denn unser Verstand und die Sinne sind ungeeignete Mittel.
Das Bekenntnis
Heute
ist das kirchliche Christentum degeneriert und am Ende. Ein Scherbenhaufen.
Kann man noch Christ sein? Kann man sich noch Christ nennen, wenn man all die
Abstriche macht, die man machen muss? Christ sein, nach dem man all die Lügen
verworfen hat?
Ich
selbst bekenne mich zu einer wirklichen Wirklichkeit, nicht zur christlichen
Sektenlehre. Doch gebe ich gleichzeitig zu, dass ich die Evangelien brisant
finde. Man muss diese Texte nur richtig lesen. Dann findet man neben Ramsch
erstaunliche und inspirierende Stellen.
Es
geht um etwas Höheres.
Es
geht um Geistiges.
Es
geht um Gesinnung, die aus einer höheren Sphäre empfangen wird.
Gesucht ist eine gute
Religion
Kein
Wunder, dass es die Aufklärung gegeben hat und neuerdings die gänzliche Abkehr
von den kirchlichen Lügereien und Behauptungen. Man wünscht keine
Götzenreligion mehr. Was im Kern des Christentums ist, ist besser zu verkünden.
Es kann für die ganze Menschheit von Bedeutung sein. Wie aber auch alle anderen
tiefreligiösen Regungen für die Menschheit von Bedeutung sein können.
Mit der Zeit sollten wir
eine neue Religion entwickeln. Diese muss individualistischer sein, humanistischer,
auf Selbsterfahrung aufgebaut, aus innerer Erfahrung und Naturerfahrung
heraus entwickelt.
Die neue Religion muss aus
einem "demokratischen" Geist entstehen. Wir sollen Religion nicht
mehr von der Kirche her empfangen, sondern durch direkte Inspiration. Die
eigene Erfahrung ist wichtig.
Dazu sollte ein neuer
Religionsunterricht anregen. Es ist im einzelnen sehr schwierig, Kinder aus
einer engeren Bilderwelt weiter zu führen, damit sie das Wesentliche verstehen
und nicht auf eine bestimmte Lehre hin programmiert werden.
Eine vermehrte Bildung und
Aufklärung in religiösen Angelegenheiten ist notwendig. Jedoch soll eine Aufklärung
nicht zu Entwertung der Werte führen. Viele denken heutzutage, dass eine
Aufklärung zu Intellektualismus und Nihilismus hin führen muss. Das ist eines
der Probleme von heute. Sinnvollerweise führt eine Aufklärung zum Erkennen von
Fremdeinflüssen und von Machtstrukturen, aber nicht zur Zerstörung von
wertvoller Eigenerfahrung im Inneren. Die
Evangelien und ihr Geist können dazu einen Beitrag leisten.
Die
Entwicklung geht zum eigenen Selbst hin. Eine neue und bessere Religion geht
vom Selbst aus.
Hauptseite www.dunn.ch
Anfang 2011