Autor: Thomas
Dunn
Christentum , Jesus,
Erbsünde und Erlösung
Christentum
ist eine Weltreligion, die falsche Vorgaben macht und den Menschen den Kopf
verdreht. Es ist für die geistig - seelische Gesundheit sehr schädlich,
immer noch.
Will
man über das Christentum kritisch nachdenken, sieht man sich einem verwirrenden
Knäuel von Sinn und Wahnsinn (auch Unsinn) gegenüber.
Welches
ist hier der Ansatzpunkt? Was sollen meine Überlegungen hier bringen?
Ich
glaube, dass man das Gute und das Schlechte voneinander trennen muss. Das
heisst: Das Gute und Sinnvolle interessiert uns am Christentum. Wie finden wir
es? Da sind Lügereien, Märchenerzählungen, Verdrehungen, Humbug, Wahnsinn und
Böses. Das liegt oben auf. Gehen wir tiefer, so bleibt in der Tiefe doch noch
etwas übrig. Es bleibt übrig, was in
jeder Religion sinnvoll ist: Nämlich einen Weg zu Gott zu haben. Eine Beziehung
zu Gott finden zu können. Das Christentum hat dazu die Symbole und die
Archetypen.
Nicht
wahr: Glaube kann auch durch eine Schwindelgeschichte erzeugt werden. Und sehr
oft führt dann der Glaube über die Schwindelgeschichte hinaus. Glaube hat einen
Wert in sich selbst, wenn der Glaube den Menschen öffnet und ihn zu einer
höheren Macht in Beziehung setzt.
In
einem anderen Aufsatz möchte ich die spirituellen Werte des Christentums
beleuchten, wie sie nach Grabungen in die Tiefe erkennbar werden. Die
Kernaussagen und die tiefen Anliegen, denen man in den 5 Evangelien begegnet,
möchte ich einmal ohne den Wust an Lügen und Verdrehungen darstellen.
In
diesem Aufsatz hier geht es aber eher um das Oberflächliche und Aufliegende. Es
geht um Schrott und Schutt, den man abtragen muss, um zum Kern der Sache
vorzudringen. Ich versuche also Entstellungen und Verdrehungen zu zeigen.
Ich
denke, auch gläubige Christen müssen nicht unbedingt alles glauben, was in der
damaligen Zeit aufgeschrieben wurde. Es war eine Zeit, in der man einen
militärischen Führer suchte, der das Reich Gottes errichten sollte zur
Befreiung von den Römern. Das Reich Gottes war als weltliche Herrschaft
gedacht. Diese Gedanke geistert in den Evangelien noch herum.
Schon
in den ersten 100 Jahren war aber wohl den meisten klar, dass Jesus nicht ein
General war, sondern dass er sich besser eignete für eine geistig-religiöse
Erneuerung. Eine solche Erneuerungsbewegung (Sektenbildung) muss damals im Gang
gewesen sein. Und es ist natürlich klar, dass man ins Zentrum von so einer
Sekte nicht einen gewöhnlichen Menschen stellen konnte. Nachdem da kein
"General" (Ich bringe euch das Schwert) mehr zu finden war, blieb
immer noch die Möglichkeit eines gottgesandten Messias anderer Art übrig. Ja,
und bitte sehr, was gibt es für eine Sekte Besseres als den möglichen Messias
gleich zu Gott zu erheben? Jesus wurde zum Gott erhoben. Damit war die Sekte
nicht mehr angreifbar (von innen her). Durch die Konstruktion des Gottessohns
wurde allerdings Jesus als Mensch in Frage gestellt, es musste seine Rolle mit
Übertreibungen garniert werden und der wirkliche Gott spielte zunehmend keine Rolle
mehr. Das war ein Fehler. Das Christentum wurde eine Götzenreligion.
Die
Evangelien wurden redigiert, um der sich neu bildenden Sekte einen Leitfaden zu
geben. Die Rolle von Jesus wurde darin zubereitet und natürlich geschönt
gezeigt. Da wird im Grunde genommen ein Heldenmythos erzählt, bei dem man nicht
sicher sein kann, ob es um eine reale Biographie einer einzigen Person (Jesus)
geht. Möglich ist auch, dass man Schicksale verschiedener Personen und
verschiedene religiöse Lehren von damals in einer einzigen Geschichte und einem
einzigen Mythos zusammen gefasst hat. Wobei hier beizufügen ist, dass das
Thomasevangelium eine Ausnahme macht. Die Textqualität ist zwar weitgehend
miserabel, doch zumindest in den alten Teilen begegnet man einer freien
Geistigkeit. Eine solche muss damals bekannt gewesen sein und in mündlicher Überlieferung
zirkuliert haben. Die Lebensgeschichte von Jesus, seine endzeitliche Bedeutung
und dergleichen sind im Thomasevangelium nicht zu enthalten. Das sind also zwei
Dinge. Die Lebensgeschichte von Jesus und die Weisheiten wurden in den 4
offiziellen Evangelien zu einem Ganzen zusammengefügt. Und dabei sind die absolut
gültigen Weisheitslehren vereinnahmt und entwertet worden.
*
Da
ich so kritisch über die Schilderungen in den 4 anerkannten Evangelien denke, fehlt
bei mir natürlich die Benebelung durch den "Glauben". Also ich glaube NICHT, was mir nicht
einleuchtet und wenn ich verstehe, dass christliche Glaubensinhalte weitgehend
auf Suggestion, Machtanspruch und dergleichen beruhen, dann schon gar nicht. Da
wehrt sich etwas in mir, denn ich kenne Besseres. Und es gibt viele Menschen
heutzutage, die es bei Unglaubwürdigkeiten genau gleich wie ich halten und
nicht mehr mitmachen. Ich komme gleich auf einzelne Punkte zu sprechen.
In
den Evangelientexten findet man viel Unverständliches, Falsches oder sogar
absichtlich Verdrehtes. Zu retten sind die Aussagen allenfalls in ihrem
tieferen Gehalt, entmystifiziert und analysiert. Man muss man den Verfassern
der Evangelien wohl verzeihen. Nicht immer dürfte eine üble Absicht dahinter
gestanden haben, wenn sie einen Unsinn hingeschrieben haben; ich glaube, die
Verfasser der Evangelien sind einfache Gemüter gewesen, die es gut meinten,
aber oftmals den esoterischen und spirituellen Gehalt der kursierenden Lehren
nicht verstehen konnten. (Dummheit und Irrtum können durchaus an der Wiege
dieser Weltreligion gestanden haben.)
Dummheit?
Ja, denn ich glaube nicht, dass die Verfasser das Spirituelle zerstören
wollten. Sie hatten spirituelle Vorlagen (die mündlich überliefert waren) und
ich glaube, sie verstanden sie nicht. Sie kamen auch von einer altertümlichen
Sicht der Dinge her, noch sehr geprägt von dem, was wir "Altes
Testament" nennen, wo Gott ja gar nicht Gott, sondern bloss eine
menschliche Zwangsvorstellung ist. Offenbar empfand man nicht spirituell in der
damaligen Zeit. Man dachte primitiv und in Klischees. Und doch machten die
spirituellen Menschen, von denen nur Jesus und Johannes der Täufer erwähnt
werden, damals grossen Eindruck. Man hat ihr Wirken und Denken irgendwie festhalten wollen. Teils hat man
dabei wohl Rückgriffe auf mythisches Empfinden gemacht; man hat sich in tiefen seelischen Schichten
dahin treiben lassen. Weitgehend war man noch auf der Stufe der Märchen.
Statt
Tatsache hat man das Symbol. Statt eigenes Erlebnis hat man die Projektion auf
den "Helden". So etwas ist nicht spirituell. Die Gotteserfahrung ist
rundum verstellt, besetzt, behindert.
In
diesem Sinn waren die Verfasser der 4 erlaubten Evangelien nun Sektengründer.
Sie machten Texte für die Sekte, die sich damals neu zu formieren begann. Die 4
Evangelisten haben teils etwas Geistiges festhalten können, leider kam aber
auch eine geistige Borniertheit und eine ideologische Fixierung mit in die
Texte hinein.
Doch
damit hätte man besser leben können, wenn nicht in den folgenden Jahrhunderten
alles verschlimmert worden wäre. Das Gebäude des Christentums hätte im Verlauf
der Zeit auch anders gestaltet werden können. Doch in verschiedenen Konzilien
wurde alles in einem schlimmen Sinn umgedeutet und unglücklicherweise in Form
von Glaubenslehren zementiert. Andersdenkende wurden laufend ermordet,
ausgerottet.
Und
jetzt konkreter zu einzelnen Themen:
Gott
Es
ist leider immer noch der alttestamentarische Gott. Und da erscheint er oft als eine gespaltene,
neurotische Persönlichkeit.
In
der heutigen Zeit regen sich in fast jedem Punkt Zweifel. Dass Gott ein
Vater-Gott ist, passt zunächst nicht in die feministische Zeit. In einer Zeit,
in der das Weibliche als gleichberechtigt anerkannt worden ist, kann es nicht
mehr einleuchten, dass Gott ein Mann (Vater) ist. Gott müsste mehr als ein Mann
sein (allerdings auch mehr als eine Frau). Sodann haben wir Zweifel
daran, dass dieser Gott so handlungsfähig und handlungswillig ist, wie es das
Judentum und Christentum weis machen will. Und ich habe sehr Mühe zu glauben,
dass Gott wie ein Mensch denkt und handelt.
Das
Gottesbild ist bedenklich. Die Sekte hat sich Gottes auf eine bestimmte Art
bemächtigt und so für ihre Zwecke eingespannt. Immer, wenn man ein Gottesbild
hat, ist man eigentlich areligiös und engstirnig.
In
Christentum schafft Gott die Verdammnis (wegen Adam +Eva), er rächt sich, nun
sind wir verdammt. Aber Jesus erlöst uns von der Sünde. Die Geburt des Sohns
hat die Menschheit erlöst; nein, nicht die Geburt, sondern die Schlachtung, das
Menschenopfer. Blut. Das ist steinzeitlich. Das ist ganz übles Sektendenken.
Sektiererische
Dogmen sind eine Blasphemie. Allem
voran geht es dabei um die Annahme, dass es einen Gott gegeben hat, der die
Menschheit hat strafen wollen mit der ewigen Verdammnis (wegen der
"Sünde". Was für eine Sünde war es eigentlich?). Und dann folgt die
Annahme, dass sich Gott offenbar wegen seiner Boshaftigkeit geschämt hat und
sich sozusagen zu einer Busse entschlossen hat durch Opferung seines SOHNS.
Gott hat durch die Schlachtung seines Sohns (Lamm) besiegelt, dass die
Menschheit fortan nicht mehr wegen der Erbsünde verdammt ist. (Denn Gott hat
bewiesen, dass er sich schämt? = zu einer besseren Einsicht gelangt ist? oder
was? )
Der
zürnende Gott ist eine Erfindung der Sektierer. So etwas gibt es nicht,
jedenfalls nicht in diesem Zusammenhang. Die Geschichte mit Adam und Eva ist
eine eher harmlose Geschichte. Die Sektierer haben das aber herausgepickt, um
mit der Sünde operieren zu können, und um die Leute schuldig und abhängig zu
machen.
Die
Folgen der Sünde sind laut Moses in keiner Hinsicht gravierend, doch die
Sektierer haben da noch eins drauf gegeben und den Teufel, die Hölle und
furchtbare Qualen in Ewigkeit ins Spiel gebracht. Jeder Mensch war verdammt,
hoffnungslos. Und es gab dann nur einen einzigen Weg, um aus dieser misslichen Lage herauszukommen: Man musste
Christ werden. Denn da war die Erlösung
von allem zu finden.
Ich
fürchte, das wird leider immer noch geglaubt. Es wäre aber nicht nötig, das zu
glauben. Gott ist anders.
Vater und Sohn
Erbsünde und Erlösungslehre
Weiter:
Nach
seinem unsinnigen Zürnen überlegte es
sich Gott anders. Er wollte die Menschheit nun erretten. Vor sich selbst. Er schickte
Jesus auf die Welt. Jesus, seinen "eingeborenen" Sohn. Jesus wurde
dabei ein halber Mensch, nicht ein ganzer, denn er war mehr als ein Mensch. Er
war nicht wie wir, sagt die Sekte. Der Sohn von Gott ist nämlich auch Gott und
kein Mensch.
Die
Sektierer machten ihn mehr und mehr zum Hauptgott, hinter dem der Vatergott
verblasste (der ja nun zu nichts mehr Nütze war).. Jesus wurde vergötzt. Es
gibt keinen Weg zu Gott ausser durch Jesus im Christentum. Und wer das nicht
akzeptiert, ist kein Christ. Das ist logisch. Heutzutage kann man diese
Freiheit einfach ergreifen, und kein Christ sein, denn niemand muss Christ
sein. Früher aber war ein Mensch, der nicht "bekannte", vogelfrei. Er
war per se des Teufels, musste also mit dem Schlimmsten rechnen wie Enteignung,
Folter, Ermordung. Man tat es Gott
zuliebe.
Schade,
dass gemäss dieser Lehre der Sohn Gottes nicht ein wirklicher Mensch hat sein
dürfen, einfach ein Beispiel von Mensch, ein besserer Mensch als wir. So könnte
man ihn brauchen, auch heute noch. Und so kann man ihn tatsächlich noch immer
sehen. Das möchte ich empfehlen, ohne Spott.
Die
Sekte hat aber einen verwahrlosten Gott im Himmel angesiedelt – der Vatergott
ist weit weg -- und den Jesus dafür zu einem Abgesandten erhoben, und damit
Götzendienst inszeniert. Nie ist der Dienst an einem Götzen auch ein Dienst an
Gott selbst. Hier muss man schon klar sehen.
Schlachtung, Blut,
Zauberkraft, Messias
Es
ist fast nicht zu glauben, dass heutzutage noch immer an der Konstruktion mit
"Vater und Sohn" und dem zuerst zürnenden , nachher besänftigten Gott
festgehalten wird. Jesus ist das Lamm, das geschlachtet wird, um mit seinem
Blut die Sünden reinzuwaschen.
"Gott
hat uns erlöst. Es ist schon geschehen."
Es
ist also so, dass man sich als Christ erlöst fühlen MUSS. Jesus ist gekommen,
um am Kreuz zu sterben. Das hat er nicht aus privaten Gründen gesucht und mit
sich geschehen lassen, sondern um eine Art Zauber zu bewirken. Um einen
Gegenzauber zu bewirken. Um einen Fluch zu lösen sozusagen. (Magische Welt
vor 2000 Jahren).
Der
Fluch kam von Gott und war die Erbsünde. Der Fluch war, dass die Menschheit
global in die Verdammnis gewünscht wurde wegen der Erbsünde. (Was ist das
eigentlich?). Jeder Mensch hätte nie etwas anderes mehr erleben können als
ewiges Leiden in der Hölle, wäre nicht Jesus gekommen.
Und
dann kam Jesus. Er wurde von Gott geschickt, um den Fluch zu lösen. Verstehen
wir das?
Und
angenommen, Jesus war eine historische Person: Hat Jesus das wirklich von sich
selbst geglaubt? Ich glaube, dass man ihm das untergeschoben hat. Falls es
ihn gegeben hat, müsste er eine sehr spirituelle Person gewesen sein. Er müsste
über solchen Unsinn hinweg gesehen haben. Daher halte ich es für betrügerisch,
dass man ihm solche Dinge untergeschoben hat und noch unterschiebt. (Dass sich
Jesus hingegen als religiöser Neuerer fühlte und ein sehr spiritueller Mann
war, glaube ich.)
In
der Sekte haben wir es mit atavistischen Vorstellungen zu tun, die höchstens
noch bei allerprimitivsten Wilden als Stammesglauben irgendwo noch vorkommen
mögen.. im Innern von Papua vielleicht …. nicht mehr nachvollziehbar für uns.
"Durch
sein Blut wäscht er uns von Sünden rein!" Man überlege sich das mal!
(Auch Höhlenbewohner haben sicher mal ein Rehkitz geopfert, um sich vor
drohendem Jagdpech zu bewahren.)
Nochmals:
Durch seinen Tod, der ein Opfertod war, wurde die Menschheit erlöst. Weil es
die Erbsünde gab, musste Christus am Kreuz sterben, um die Menschheit zu
erlösen. (nebenbei frage ich mich da, ob es auch eine andere Todesart hätte
sein können.)
Ich
kann es nicht fassen, dass man so etwas glauben kann.
Durch
seinen Tod bewirkte Jesus nun aber einen grossen Zauber: Er hebt den Fluch auf.
Wir sind jetzt nicht mehr verflucht und verdammt. Und das, was nach dem Tod von
Jesus aufersteht, dieser Meta-Jesus, ist nun ein ZAUBERER. Er ist fortan
oberster Götze und seine Macht beruht auf ZAUBER. Denn seine Anrufung vertreibt
den Teufel. Mein Bekenntnis zu ihm macht
mich zugehörig, zugehörig zum wahren Menschentum und Christentum. Der Teufel
nimmt Reissaus. Und ich werde deswegen nicht in die Hölle kommen. O Gott!
Wie
sektiererisch christliche Glaubenskonstruktionen sind, erkennt man auch an
folgendem noch: Man muss bekennender Christ sein, damit man erlöst und nicht
mehr verdammt ist. Sonst wirkt's nicht. Der
sogenannte Gott ist also noch immer parteiisch: Er ist nur für Christen
vorhanden. (Genauso wie er früher als Gott der Juden nur für Juden zuständig
war.) Dabei gibt es die geistige Natur des Menschen und die göttliche
Herkunft von je her. Es hat nie etwas Anderes gegeben, gar nie geben
können.
Wenn
Gott Ursache für die Existenz dieser Welt ist, dann ist er grösser als all
diese Formen von Quatsch, mit denen wir es in den Religionen zu tun haben.
Absurd… und dann körperlich
ab in den Himmel
Dann
machte der verstorbene Jesus eine Fahrt durch die Unterwelt, besuchte die
Hölle, wurde dann aber von den Toten wiedererweckt. Er erschien noch einmal auf
der Erde. Es ist nicht klar, ob als Geist oder als Körper. Immerhin wird von den
christlichen Kirchen gelehrt, dass die Auferstehung körperlich sei. Und da
Jesus gemäss dieser Geschichte leiblich noch einmal auf die Erde gekommen war,
musste er natürlich eigens noch an "Auffahrt" in den Himmel
auffahren.
Meinetwegen. Ich habe eingeräumt, dass die Evangelien oft
wie Märchen und Mythen zu verstehen sind.
Doch
diese räumliche Fantasie ist nicht so harmlos, sondern hat Konsequenzen.
Damit
hat man Jesus nämlich endgültig von der Erde verbannt. Der Gedanke, dass er als
wiedergeborener Geist in "feinstofflicher" Form noch auf der Erde
umgeht, würde ich sympathischer finden. Aber nein, er ist körperlich
hinaufgefahren. Ade auf Nimmerwiedersehen in den Himmel.
Wo
das wohl sein mag? Himmel ist natürlich ein Ort des Geistes, eine spirituelle
Station. Hä, aber nur, wenn wir gnädig sind und das glauben. Im Grunde genommen
handelt es sich um einen Blödsinn, den es nicht gibt. Der Himmel ist auch ein
problematischer Begriff aus der
Mythenwelt.
Aber
auch hier tut die Sekte (Christentum) so, als ob es dort "oben"
fleischlich und körperlich zu- und herginge. Das glaubt wohl im Ernst nicht
einmal der Papst. Wieso sollte er auch!
Weltherrscher
In
der christliche Dogmatik kommen dann noch andere Inhalte vor, die über die
Vater-Sohn-Dogmatik hinausgehen. Gott ist noch der Weltenführer und Herrscher
über alle Dinge, und in der unsinnigen Apokalypse wird noch eine Art
Gruselherrschaft angedroht vor dem Untergang. Das geht schon so weit ins
Schwachsinnige hinein, dass man es nicht kommentieren muss.
Frechheiten , Ignoranz,
Degeneration
Auch
heute noch wird im Christentum unter Verschweigen aller anderen Lehren
auf der ganzen Welt so getan, als ob es ein einigermassen anständiges Leben
nach dem Tod erst gibt, seitdem Jesus seine Wiedererweckung durch gemacht hat,
kurz: nur durch Christus.
Neger,
Inder, Indianer, Chinesen Japaner, falls die eine andere Religion haben
... kommen nicht in den Himmel.
So
ist Jesus, der ein Reformator der jüdischen Religion in den Zeiten der
römischen Besetzung sein wollte, zum Gründer der Sekte der Bornierheit
geworden.
Viele
Menschen heute wenden sich von der degenerierten Kirche, in der sie
aufgewachsen sind, ab.
Jesus
allerdings könnte auch als Geist, befreit von allem Zugemüse
erfasst werden: als mystischer Christus, als ein Beispiel einer
Verbindung zwischen Mensch und Gott. Als ein Avatar.
Ein Herabgestiegener.
Gesucht ist eine gute
Religion
Ich
sehe das als Möglichkeit:
Jesus
jenseits von Schrott und Unsinn als Teil des eigenen Wesens. Jesus als Vorbild
auf dem Weg zur Vervollkommnung. Jesus als der "gute" Mensch,
der die richtige Haltung gezeigt hat. Jesus als das Licht, der
Weg, der zum geistigen Leben führt. So kann man Jesus trotz allem noch immer
sehen. Und das ist es, was man noch immer in den Evangelien entdecken kann,
wenn man den Schutt beiseite schiebt.
Selbstverständlich
ist auch in dieser Vision Jesus eine archetypische, mythisch anmutende Figur.
Ich habe nie ein Wort gesagt gegen den geistigen Christus. Hier haben wir einen
noch immer lebendigen Ansatzpunkt.
Ich
werde gelegentlich die Evangelien durchforsten und versuchen, das echt Geistige
und Sinnvolle darin zu sehen. Man kann in einem Geist von Unabhängigkeit an die
Evangelien heran. Betrug nimmt man als Betrug, Unnötiges als unnötig, usw. Menschen, die ein Bedürfnis nach
Religion in sich verspüren, müssen den Mut haben, das Gute zu sehen und das
Schlechte zu lassen. Die Bibel ist noch immer ein Steinbruch. Da ist viel drin.
Aber ein Gesetzbuch ist es nicht.
Fangen wir neu an!
Weg mit Klischees,
Denkverboten, Einengung des Gottesbegriffs. Fort mit Lügen!
Was ist Gott? Wer bin
ich? Woher komme ich? Und was soll Jesus in diesem Zusammenhang?
Was ist UNS hier und JETZT
wichtig an Jesus und seinen Aussagen?
Vergessen
wir die Kreuzigung
Dass die Römer ihn
kreuzigen mussten, weil er ihnen zu gefährlich wurde, lässt vermuten, dass er
ein guter Mann gewesen ist. An einer Stelle heisst es zwar, dass Pilatus, der
Römer, Jesus hätte laufen lassen, und dass die orthodoxen Rabbiner ihn
beseitigen wollten. Auch das spricht für Jesus. Doch die Kreuzigung bedeutet
darüber hinaus nichts. Das Faktum, dass sich jemand umbringen lässt für die
eigenen Überzeugungen beweist Standhaftigkeit, und beweist Ehrenhaftigkeit. Das
beweist wohl auch etwas hinsichtlich der Brisanz der Lehren, von denen einige
überliefert sind.
Aber die Kreuzigung sollte
nicht als der zentrale Punkt angesehen werden. Der Tod von Jesus ist es nicht,
was von Bedeutung ist, wichtig ist, dass er GELEBT hat und wichtig sind allenfalls
die Lehren ,die er gelehrt hat, oder die man ihm im den Mund geschoben hat. Er
hat ein Zeugnis abgelegt für etwas Jenseitiges. Er hat Menschen in dieser Hinsicht
belehrt. Das ist positiv.
Wir wissen von all dem
wahrscheinlich nur noch etwas, WEIL er am Kreuz gestorben ist, also ein Opfer
von Intrigen und Mördern wurde. Aber das ist nicht der springende Punkt. Denn
es gilt nicht die Opferlamm-Schlacht-Theorie. Das ist Humbug.
Der Tod am Kreuz war
einfach sein trauriges Ende. Aber DAMIT war niemand zu erlösen. Niemand musste
erlöst werden und es IST durch die Kreuzigung niemand erlöst worden. Durch die
guten Lehren, die guten Ratschläge, den "Geist" ist schon eher jemand
erlöst worden.
Und jetzt wollen wir mal
schauen, was wir davon in den Evangelien finden. Was finden wir jenseits der Zwängerei mit dem Gottessohn?
Was finden wir ohne Dogmatik ohne Sektenwahn? Steht etwas Gutes in den
Evangelien, werden wir es finden.
Lasst es uns nachlesen als
freie Menschen und nicht als Sektierer! Lasst uns die Evangelien auf ihren
allgemeinmenschlichen, überzeitlich gültigen Inhalt hin durchkämmen! Ich denke,
wie ein Trüffelschwein kann man dort in der Tiefe nach ungehobene Schätzen
graben.
Man muss nicht Christ sein.
Besser ist es, wahr zu sein. Wir wollen schauen, ob wir Wahrheit finden genau
an dem Ort, wo sich Christen belügen lassen! Vielleicht können wir dem Sumpf
austrocknen!
Vortrag,
gehalten am 23. Feb. 2010
im
Restaurant "zur schrillen
Glocke"
Hauptseite
WWW.dunn.ch