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DAS, INNEN ---- DER
INNERE MENSCH
Es geht hier um den
"inneren Menschen".
Es handelt sich dabei um
eine Tatsache. Es geht nicht darum, etwas zu glauben, sondern darum, diese
Tatsache zu erkennen.
Was ist gemeint?
Ich bin es.
Das ist es, was ich bin.
... Was ist es?
Wir können es den "Mann
in der Sonne" nennen.
Oder (neutral): "Das Ich in der Sonne."
"Das Wesen in der Quelle."
oder noch neutraler:
"Das Ich über dem Ich."
Es geht um das, was bei Linji "Der innere Mensch" genannt wird. In
Indien wird der Ausdruck "Puruscha"
verwendet.
Gemäss dieser Auffassung ist der Mensch
nicht getrennt vom Höchsten. Er ist im Gegenteil damit identisch.
Da ist zuinnerst etwas wie
eine Sonne, und ich bin in dieser Sonne. Da ist eine Quelle. Ich bin sie (und
nicht das, was hervorgequollen ist).
Nach dieser Einleitung will
ich zu den Aussagen von Linji übergehen.
Linji war ein
chinesischer Zenmeister. Er starb im Jahr 867. Es
hat wohl nichts Schriftliches hinterlassen. In der Überlieferung seiner
Lehren durch Schüler erscheint er uns als recht wilder Mann von unabhängigem
Geist. Es ist von ihm überliefert, dass er heilige Schriften vor seinen
Schülern zu zerreissen pflegte, weil er sie für
nutzlos und schädlich hielt...
Linji lehrte: "Ihr müsst denjenigen
erkennen, der mit diesen Reflexionen spielt." 1)S.53
Gemeint
ist: Ihr müsst denjenigen erkennen, der überhaupt reflektiert. Das
alltägliche "Ich" ist weiter aussen,
kommt von dort her, kommt vom "inneren Ich" her.
"Ihr
müsst denjenigen erkennen, der mit diesen Reflexionen spielt." heisst: Ihr müsst derjenige sein, der mit diesen
Reflexionen spielt.
Denjenigen
erkennen, der mit diesen Reflexionen spielt, bedeutet bei Linji
das Finden des wahren Menschen. Gemeint ist der wahre Mensch im Innern. Der
innere Mensch. Es geht darum, DAS in Wirklichkeit zu sein.
Wir sind im
Leben auch äussere Menschen, getriebene, begrenzte.
Aber dies soll aus der "anderen Sicht" heraus erlebt werden.
Von dem,
der alles wahrnimmt, sagt Linji....:
"Er ist ohne Form und
ohne Eigenschaft, ohne Wurzel und ohne Ursprung... Der Ort aller seiner
verschiedenen Aktivitäten ist Nicht-Ort. Wenn ihr deshalb nach ihm Ausschau
haltet, so entfernt er sich nur um so mehr, wenn ihr nach ihm sucht,
widersetzt er sich nur um so mehr...
Ihr alle, ihr dürft nicht
denken, dass dieser phantomhafte Begleiter Substanz
besitzt." Linji: (1) S.74
"Übende sind nicht
fähig, dies zu verstehen, weil sie von Namen und Phrasen gefesselt sind. Sie
werden von Begriffen wie ‘gewöhnlich’ und ‘heilig’
behindert ....
Wenn ihr... in die Welt des
Lebens und des Todes, ...,ein- und austreten wollt, dann müsst ihr klar den
Menschen erkennen, der hier und jetzt meinen Dharma vernimmt." (a.a.O, S.75,)
"Dharma"
ist hier die Wahrheit, die Linji soeben lehrt und
die von seinen Hörern – also von deren innerstem Wesen -- soeben
vernommen wird.
"Aber das, was meinen
Dharma hört, ist nicht euer fleischliches Ohr, und das, was mich sieht, ist
nicht euer fleischliches Auge.(...) Der Mensch, der wahrlich meinen Dharma
hört, ist ohne Form und Gestalt, ohne einen Ort des Verweilens, aber er ist
stets lebendig wirkend. (... ) .. seine jeweiligen Wirkungsweisen sind ohne
jegliche Spuren (...). Kurz gesagt, es gibt nichts, was als 'ES' erfasst
werden könnte, und dennoch ist es lebendig aktiv. Wenn ihr daher herumsucht,
um es zu erfassen, dann entfernt es sich nur umso mehr, und wenn ihr schaut,
um es zu finden, dann widersetzt es sich. (....)" Linji
, a.a.O. S.75 (1)
Wo ist das Gesuchte?
"Über die Wahrnehmung
kann man es nicht suchen. Es ist jenseits des Ungeschaffenen." (Katha Upanishad 6,8 )
Wir können aber die
Verwirrung lösen, indem wir uns fraglos auf die Seite des Inneren Menschen
stellen.
Es gibt keine andere
sinnvolle Übung. Die ganze Yogapraxis geht vom URTEILEN aus. Und das
"Urteilen" ist die Fähigkeit, sich stets mit dem
"Wissenden", zu verbinden.
Kunst der Erhebung
S.
Hat das mit der Erhebung des Herzens zu tun?
L.
Ja. Aber was ist "Herz"? Linji sagte: "Ihr müsst denjenigen
erkennen, der mit diesen Reflexionen spielt." (1,S.53)
"Er ist ohne Form und
ohne Eigenschaft, ohne Wurzel und ohne Ursprung... Der Ort aller seiner
verschiedenen Aktivitäten ist Nicht-Ort. Wenn ihr deshalb nach ihm Ausschau
haltet, so entfernt er sich nur um so mehr, wenn ihr nach ihm sucht,
widersetzt er sich nur um so mehr..." (1),S.74
Nicht mehr fragen
"Ihr, der Mensch, der
jetzt und hier den Dharma hört - bei ihm gibt es kein Zuwenig und kein
Zuviel. Er ist, so wie er ist, DIESER MENSCH. Warum wollt ihr IHN durch Übung
wiedererlangen, IHN erleuchten und verherrlichen? Dieser Mensch, der jetzt
und hier das Dharma hört, er ist nichts, was man durch Übung als etwas Äusserliches erfassen könnte, und er ist nichts, was man
zu seiner Herrlichkeit zurückführen könnte. Wenn jedoch der Mensch, der jetzt
den Dharma hört, selbst alles Existierende verherrlichen will, dann kann er
dies sofort und unmittelbar, indem er alles in seiner Soheit
in sich aufnimmt und mit ihm verschmilzt. Gerade das bedeutet, alles
verherrlichen und zu erhöhen. Seid ihr selbst erleuchtet, ist die ganze Welt
erleuchtet." ... (1) S.90
S.
Und was ist mit dem christlichen Gott?
L.
Du musst an nichts Totes glauben. Entweder lebt Gott jetzt in aller
Gegenwärtigkeit in voller Grösse, oder er ist
nichts wert.
.
Literatur
hierzu:
-- Linji, Das Denken ist ein wilder Affe, O.W.Barth, 1996, = 1)
-- Meister Linji, Begegnungen, Ammann Verlag, 1986,
vergriffen
-- Upanischaden, z.B. Diederichs Gelbe Reihe
rev2009
Autor
: Thomas Dunn
Hauptseite www.dunn.ch
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