Glaube, Wirkung davon, und Gott als lebendige Person
Der Abschnitt Glaube gehört eigentlich zu „Methode“.
Dass ich selber zu den Glaubenden gehöre, ist klar. Das merkt man.
Die Art und Weise, wie Glaube zustande kommt, ist verschieden.
Einigen leuchtet eine Geschichte, ein Symbol, ein Bild, eine göttliche
Person und deren Taten ein. Gott erscheint also als Vorstellung, als ein Wesen
mit Geschichte, mit Bildhaftigkeit, mit persönlichen Eigenschaften (meistens
menschlichen), mit Macht und dergleichen.
C.G. Jung hat es auf Archetypen zurückgeführt (Seelenklischees).
Der Mensch ist vorgeprägt.
In den Religionen erleben wir also die Ausprägungen aus den
Seelenklischees (Archetypen) heraus.
Weil solche seelischen Inhalte sehr tief gehen, kann auch ein Glaube
tief gehen.
Dabei kann man den Inhalt eines Glaubens nicht intellektuell beurteilen.
Im Grunde genommen geht es beim Glauben immer um die Stärke davon. Die
Inhalte mögen kindisch sein, was tief empfunden ist, kann jedenfalls eine
Beziehung zum Absoluten schaffen.
Insgesamt ist ganz klar, dass das GLAUBEN an und für sich wichtig ist,
und dass die einzelnen Auslöser des Glaubens nicht so wichtig sind.
zu GLAUBEN ist international.
Wenn der Auslöser dafür national, sektiererisch, primitiv ist, muss man
das, was an Echtem daraus hervorgeht, achten.
Und echt wäre dann die Tiefe der Beziehung zu Gott oder dem Absoluten.
Man kann Jude sein, kann Christ sein oder Moslem, und je in diesen
Formen einen echten GLAUBEN haben.
Wenn Glaube eine Öffnung zu Gott hin ist, wird das zu etwas Gleichem
hinführen. In Wirklichkeit gibt es sicher keinen Judengott, keinen
Christengott, keinen islamischen Gott.
Echter Glaube trifft den Menschen wie eine Krankheit.
Wenn Glaube echt ist, ist er im Menschen wie ein Ruf, eine Berufung.
Der Glaubende wird betroffen und wird überflutet.
Im tiefen Glauben oder der tiefen Berufung ist Gott eine Realität, und
Gott ist eine Realität, die den Charakter einer Person hat. Der tief glaubende
Mensch wird keinen abstrakten Gott lieben, sondern einen, der eine Person ist.
Und im Glauben hat der Mensch dann zwischen sich, der eigenen Person,
und der Person Gottes eine Beziehung.
Die wahre Kraft des GLAUBENS besteht darin, dass von einer Person zur
anderen ein Austausch stattfindet, ein Austauschen von Kräften, ein
Vergleichen, ein Spiegeln der persönlichen Sphären.
Gott ist eine Überperson in der eigenen Person.
Weil die eigene Person auf die Gottesperson bezogen sein kann, ist Glaube
kraftvoll und wahr.
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Wir können es im Verstand nicht ergründen, was Gott ist.
Daher ist die Annahme, dass Gott eine lebendige Person ist, nicht
falsch.
Es gibt keine verpflichtende Logik, die uns aufgibt, Gott als anonyme Kraft
zu sehen.
Wir wissen nicht, was Gott ist, daher kann er auch eine Person sein.