Das Auftreten des Täufers
1 1 Anfang
des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.
(Diese Meinung ist
bereits gemacht. Es geht um den Sohn Gottes.)
2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
Siehe,
ich sende meinen Boten vor dir her,
der deinen Weg
bereiten wird.
3 Stimme
eines Rufers in der Wüste:
Bereitet den Weg des Herrn,
macht gerade
seine Strassen!
4 So trat Johannes der Täufer auf in der Wüste und
verkündigte eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. 5 Und das ganze judäische Land und
alle Bewohner Jerusalems zogen hinaus zu ihm. Und sie liessen sich von ihm
taufen im Jordan und bekannten ihre Sünden. 6 Und Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen
ledernen Gürtel um seine Hüften, und er ass Heuschrecken und wilden Honig. 7 Und er verkündete: Nach mir kommt, der stärker ist als
ich; mir steht es nicht zu, mich zu bücken und ihm die Schuhriemen zu lösen. 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit
heiligem Geist taufen.
Die Taufe Jesu
9 Und es geschah in jenen Tagen, dass Jesus aus Nazaret in
Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen liess. 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er den
Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf sich herabsteigen. 11 Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter
Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.
(Ein schönes Bild.
Es werden sehr viele Dinge kurz erwähnt:
Wasser, Tauchen, Auftauchen, ein geöffneter Himmel, Geist von oben her kommend,
ebenso von dort eine Stimme.)
Die Versuchung Jesu
12 Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wüste. 13 Und er war vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan versucht.
Und er war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.
Erstes Auftreten in Galiläa
14 Nachdem man Johannes gefangen genommen hatte, kam Jesus
nach Galiläa und verkündigte das Evangelium Gottes: 15 Erfüllt ist die Zeit, und nahe gekommen ist das Reich
Gottes. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
(Damals wähnte man
sich in einer Endzeit und erwartete das Weltende. Da damals die Leute offenbar
vor allem Angst hatten, konnte man ihnen die Bekehrung empfehlen. Diese war
eine Versicherung gegen die existenzielle Auslöschung oder gegen die Hölle. Es
ist in jener Zeit also klar, dass es ein Fortleben nach dem Tod gibt.
Heutzutage nimmt man es in dieser Hinsicht gelassener. Einige denken, dass eh
alles zuende ist mit dem Tod. Sie sehen nicht ein,
weswegen man sich zu etwas bekehren sollte.)
Die Berufung der ersten Jünger
16 Und als er den See von Galiläa entlangging, sah er Simon
und Andreas, den Bruder des Simon, auf dem See die Netze auswerfen; sie waren
nämlich Fischer. 17 Und
Jesus sagte zu ihnen: Kommt, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern
machen. 18 Und
sogleich liessen sie die Netze liegen und folgten ihm. 19 Und als er ein paar Schritte weiterging, sah er Jakobus,
den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes,
wie sie im Boot die Netze herrichteten. 20 Und sogleich rief er sie. Und sie liessen ihren Vater Zebedäus mit den Tagelöhnern im Boot zurück und gingen
fort, ihm nach.
Die Heilung eines Besessenen
21 Und sie kommen nach Kafarnaum.
Und sogleich ging er am Sabbat in die Synagoge und lehrte. 22 Und sie waren überwältigt von seiner Lehre, denn er lehrte
sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. 23 Und sogleich war da in ihrer Synaeiner
mit einem unreinen Geist, der schrie laut: 24 Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazaret! Bist
du gekommen, uns zu vernichten? Ich weiss, wer du bist: der Heilige Gottes! 25 Und Jesus schrie ihn an und sprach: Verstumme und fahr
aus! 26 Und
der unreine Geist zerrte ihn hin und her, schrie mit lauter Stimme und fuhr
aus. 27 Und
sie erschraken alle so sehr, dass einer den andern fragte: Was ist das? Eine
neue Lehre aus Vollmacht? Selbst den unreinen Geistern gebietet er, und sie
gehorchen ihm. 28 Und
die Kunde von ihm drang sogleich hinaus ins ganze Umland von Galiläa.
(Hier begegnen wir der
Auffassung, dass es Dämonen gibt, und der Auffassung, dass der Geisteskranke
von einem Dämon oder von einem unreinen Geist besessen ist. Jesus heilt mit der
Macht eines stärkeren Geistes. Heilung durch Geist – Geistheilung – gibt es
auch heute noch. Ich finde es vollkommen falsch, wenn man diese Möglichkeit
einfach ausschliesst.)
Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus
29 Und sogleich verliessen sie die Synagoge und gingen mit
Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und des Andreas. 30 Die Schwiegermutter des Simon aber lag mit hohem Fieber im
Bett; und sogleich erzählten sie ihm von ihr. 31 Und er trat herzu, nahm ihre Hand und richtete sie auf. Da
wich das Fieber von ihr, und sie bewirtete sie.
Weitere Heilungen
32 Am Abend aber, als die Sonne untergegangen war, brachten
sie alle Kranken und Besessenen zu ihm. 33 Und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt. 34 Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten,
und trieb viele Dämonen aus. Und die Dämonen liess er nicht reden, weil sie ihn
kannten.
(Diese Stelle erhellt
die Dämonenwelt. Es sind Geister. Und offenbar standen niedere und höhere
Geister auf Du und Du. Die niederen Geister kennen die höheren, die höheren die
niederen. Alles gehört der selben Sphäre an. Der
höhere Geist – hier Jesus – befiehlt – der niedere Geist gehorcht, schweigt,
weicht, geht weg…)
Aufbruch aus Kafarnaum
35 Und in der Frühe, als es noch finster war, stand er auf,
ging hinaus und begab sich an einen einsamen Ort, und dort betete er. 36 Simon aber und seine Gefährten eilten ihm nach. 37 Und sie fanden ihn, und sie sagen zu ihm: Alle suchen
dich! 38 Und
er sagt zu ihnen: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Weiler,
damit ich auch dort verkündige. Denn dazu bin ich gekommen. 39 Und er ging und verkündigte in ihren Synagogen in ganz
Galiläa und trieb die Dämonen aus.
Die Heilung eines Aussätzigen
40 Und es kommt ein Aussätziger zu ihm, fällt auf die Knie,
bittet ihn und sagt: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. 41 Und er fühlte Mitleid, streckte seine Hand aus und
berührte ihn, und er sagt zu ihm: Ich will es, sei rein! 42 Und sogleich wich der Aussatz von ihm, und er wurde rein. 43 Und er fuhr ihn an und schickte ihn auf der Stelle weg, 44 und er sagt zu ihm: Sieh zu, dass du niemandem etwas
sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester, und bring für deine Reinigung dar,
was Mose angeordnet hat - das soll ihnen ein Beweis
sein. 45 Der
ging weg und fing an, es überall kundzutun und die Sache bekannt zu machen, so
dass Jesus sich kaum mehr in einer Stadt sehen lassen konnte, sondern draussen
an abgelegenen Orten blieb. Und sie kamen zu ihm von überall her.
kap.2
Die Heilung eines Gelähmten
2 1 Und
als er nach einigen Tagen wieder nach Kafarnaum ging,
wurde bekannt, dass er in einem Haus sei. 2 Und viele versammelten sich, so dass nicht einmal mehr vor
der Tür Platz war. Und er sagte ihnen das Wort. 3 Da kommen einige, die einen Gelähmten zu ihm bringen; vier
von ihnen trugen ihn. 4 Und weil sie ihn wegen des Gedränges nicht bis zu ihm
hinbringen konnten, deckten sie dort, wo er war, das Dach ab, rissen es auf und
liessen die Bahre, auf der der Gelähmte lag, hinab. 5 Und als Jesus ihren Glauben sieht, sagt er zu dem
Gelähmten: Kind, dir sind die Sünden vergeben! 6 Es sassen dort aber einige Schriftgelehrte, die dachten
bei sich: 7 Was
redet der so? Er lästert! Wer kann Sünden vergeben ausser Gott? 8 Und sogleich erkennt Jesus in seinem Geist, dass sie
solche Gedanken hegen, und spricht zu ihnen: Warum hegt ihr solche Gedanken? 9 Was ist leichter? Zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind die
Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Bahre und geh umher? 10 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat,
auf Erden Sünden zu vergeben - sagt er zu dem Gelähmten: 11 Ich sage dir, steh auf, nimm deine Bahre und geh nach
Hause! 12 Und
der stand auf, nahm sogleich die Bahre und ging vor aller Augen hinaus, und
alle waren fassungslos und priesen Gott und sagten: Nie haben wir solches
gesehen!
(Hier fällt auf, dass
die Lähmung auf eine Sünde zurückzuführen ist.
Der Begriff Sünde ist
dabei folgendermassen zu erklären: Sünde
ist, NICHT so wie Gott zu sein. Ein Gelähmter ist ganz speziell nicht ein
Ebenbild von Gott, also in der Sünde.)
Die Berufung eines Zöllners
13 Und er ging wieder hinaus, den See entlang, und alles Volk
kam zu ihm, und er lehrte sie. 14 Und im Vorübergehen sah er Levi, den Sohn des Alfäus, am Zoll sitzen. Und er sagt zu ihm: Folge mir! Und
der stand auf und folgte ihm. 15 Und es geschieht, dass er in dessen Haus bei Tisch sitzt.
Und viele Zöllner und Sünder sassen mit Jesus und seinen Jüngern bei Tisch. Es
waren nämlich viele, und sie folgten ihm. 16 Und als die Schriftgelehrten unter den Pharisäern sahen,
dass er mit den Sündern und Zöllnern ass, sagten sie zu seinen Jüngern: Mit den
Zöllnern und Sündern isst er! 17 Und als Jesus das hört, sagt er zu ihnen: Nicht die
Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen,
Gerechte zu rufen, sondern Sünder.
(Hier scheint mir das
Wort Sünder in sozial abschätzigem Sinn verwendet zu werden. Es gab schon
damals verachtete und randständige Menschen, und diese nannte man Sünder.)
Zur Frage nach dem Fasten
18 Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer pflegten zu
fasten. Und sie kommen und sagen zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes
und die Jünger der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? 19 Da sagte Jesus zu ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste
fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich
haben, können sie nicht fasten. 20 Doch es werden Tage kommen, da ihnen der Bräutigam entrissen
wird, und dann werden sie fasten, an jenem Tag. 21 Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf einen alten Mantel,
sonst reisst der Flicken etwas von ihm ab, das Neue vom Alten, und es entsteht
ein noch schlimmerer Riss. 22 Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche, sonst wird
der Wein die Schläuche zerreissen, und der Wein geht verloren, und die
Schläuche sind hin. Nein, neuen Wein in neue Schläuche!
(Hier typisch so eine
Stelle, wo ein paar von den kursierenden Gleichnissen aufgelistet sind.)
Das Ährenraufen am Sabbat
23 Und es geschah, dass er am Sabbat durch die Kornfelder
ging, und unterwegs begannen seine Jünger, Ähren zu raufen. 24 Und die Pharisäer sagten zu ihm: Schau her, warum tun sie,
was am Sabbat nicht erlaubt ist? 25 Und er sagt zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat,
als er Mangel litt und hungrig war, er und seine Gefährten? 26 Wie er in das Haus Gottes hineinging zur Zeit des Hohen
Priesters Abiatar und die Schaubrote ass, die niemand
essen darf ausser den Priestern, und wie er auch seinen Gefährten davon gab? 27 Und er sagt zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen
willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen. 28 Also: Der Menschensohn ist Herr auch über den Sabbat.
Kap.3
Die Heilung eines behinderten Mannes am Sabbat
3 1 Und
er ging wieder in die Synagoge. Und dort war einer mit einer verkümmerten Hand.
2 Und sie beobachteten
ihn genau, ob er ihn am Sabbat heilen würde, um ihn anklagen zu können. 3 Und er sagt zu dem Menschen mit der verkümmerten Hand:
Steh auf, tritt in die Mitte! 4 Und er sagt zu ihnen: Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu
tun oder Böses zu tun, Leben zu retten oder zu vernichten? Sie aber schwiegen. 5 Und voller Zorn schaut er sie einen nach dem andern an,
betrübt über die Verstocktheit ihres Herzens, und sagt zu dem Menschen: Streck
deine Hand aus! Und der streckte sie aus - und seine Hand wurde
wiederhergestellt. 6 Da
gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Herodianern
sogleich den Beschluss, ihn umzubringen.
(Diese
Sabbat-Beispiele zeigen deutlich den Widerstand der neuen Sekte gegen die herrschenden religiösen Klasse. Sie wollten sich von dieser
absetzen.)
Zustrom von weit her
7 Und Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück,
und eine grosse Menschenmenge aus Galiläa folgte; auch aus Judäa 8 und aus Jerusalem, aus Idumäa
und von jenseits des Jordan und aus der Gegend um Tyrus und Sidon kam eine
grosse Menschenmenge zu ihm, als sie hörten, was er tat.
9 Und er sagte zu seinen Jüngern, man möge ein Boot für ihn
bereitmachen, damit man ihn im Gedränge nicht erdrücke. 10 Denn er heilte so viele, dass alle, die von Leiden geplagt
waren, sich auf ihn stürzten, um ihn zu berühren. 11 Und die unreinen Geister warfen sich vor ihm nieder,
sobald sie ihn sahen, und schrien: Du bist der Sohn
Gottes! 12 Und
er schrie zurück, sie sollten ihn nicht offenbar machen.
Die Berufung der Zwölf
13 Und er steigt auf den Berg und ruft zu sich, die er um
sich haben wollte; und sie traten zu ihm hin. 14 Und er bestimmte zwölf, die er auch Apostel nannte, die
mit ihm sein sollten und die er aussenden wollte, zu verkündigen 15 und mit Vollmacht die Dämonen auszutreiben. 16 Und er bestimmte die Zwölf: Simon, dem er den Beinamen
Petrus gab, 17 und
Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den
Bruder des Jakobus, denen er den Beinamen Boanerges
gab, das heisst ‹Donnersöhne›, 18 und Andreas und Philippus und Bartolomäus
und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alfäus,
und Thaddäus und Simon Kananäus, 19 und Judas Iskariot, der ihn dann
auslieferte.
Die besorgten Verwandten
20 Und er geht in ein Haus. Und wieder strömt das Volk
zusammen, und sie kamen nicht einmal dazu, etwas zu essen. 21 Und als seine Verwandten davon hörten, machten sie sich
auf, um sich seiner zu bemächtigen, denn sie sagten: Er ist von Sinnen.
(das ist eine
wunderbar glaubwürdige Stelle. Er, Jesus, ist gar nicht nur Gott, nein er wird
von seinen Verwandten gejagt, die sich seiner schämen.
Er ist ihnen entglitten.
Aber eigentlich gehört er zu ihnen.)
Jesu Macht über die Dämonen
22 Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen
waren, sagten: Er hat den Beelzebul, und: Durch den
Fürsten der Dämonen treibt er die Dämonen aus. 23 Da rief er sie zu sich und redete zu ihnen in
Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? 24 Wenn ein Reich in sich gespalten ist, dann kann dieses
Reich keinen Bestand haben. 25 Und wenn eine Familie in sich gespalten ist, dann wird
diese Familie keinen Bestand haben. 26 Und wenn der Satan sich gegen sich selbst erhebt und
gespalten ist, kann er nicht bestehen, sondern es hat ein Ende mit ihm. 27 Niemand aber kann in das Haus des Starken eindringen und
seine Habe rauben, wenn er nicht zuvor den Starken gefesselt hat; dann erst
wird er sein Haus ausrauben.
28 Amen, ich sage euch: Alles wird den Menschenkindern
vergeben werden, alle Sünden und alle Lästerungen, so viel sie auch lästern
mögen. 29 Wer
aber den heiligen Geist lästert, für den gibt es in Ewigkeit keine Vergebung,
sondern er ist ewiger Sünde schuldig. 30 Denn sie hatten gesagt: Er hat einen unreinen Geist.
(Für meine Begriffe
ist hier zu wenig Klarheit erreicht. Ich sehe es so: Der Zustand der KRAFT ist
ein Einssein mit dem allgemeinen GEIST. Wenn diese Geistigkeit nicht wie aus
einem Guss ist, besteht sie nicht, und daher auch nicht der Zustand der Kraft.
Und: Wenn ein Mensch nicht in der Einzigkeit dieses Geistes lebt, befindet er
sich im Zustand der Sünde.
Er hat dann einen
abgespaltenen unreinen Geist.
Das ist eigentlich
eine schlimme Aussage, wenn wir sie auf die heutige Zeit anwenden. Denn gerade
in der letzten Zeit ist der Mensch hierzulande ein egozentrisches,
überhebliches Wesen geworden. Keine Spur von Ganzheit und Einigkeit mit dem
WELTGEIST. Alle sind unrein, haben unreinen Geist.
Dann aber im obigen
Spruch 29 liest man, dass es wegen der „ewigen Sünde… in Ewigkeit keine
Vergebung“ geben werde. Da lässt sich der Markus zu sehr auf die Äste hinaus.
Es ist immer schlecht,
wenn Menschen meinen, dass sie wissen, was Gott denkt. Die ganze Bibel – auch
das AT- strotzt von dieser Überheblichkeit.
In Wahrheit – unter
uns gesagt – handelt es sich hier doch einfach um primitive Religionen.)
Die wahren Verwandten Jesu
31 Da kommen seine Mutter und seine Geschwister, und sie
blieben draussen stehen, schickten zu ihm und liessen ihn rufen. 32 Und das Volk sass um ihn herum, und sie sagen zu ihm:
Schau, deine Mutter und deine Brüder und Schwestern sind draussen und suchen dich.
33 Und er entgegnet ihnen:
Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Geschwister? 34 Und er schaut, die im Kreis um ihn sitzen, einen nach dem
andern an und spricht: Das hier ist meine Mutter, und das sind meine Brüder und
Schwestern! 35 Denn
wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.
(Er hat sich seiner
Mutter und zu seinen Geschwistern offenbar nicht gestellt. …
hier zeigt sich mehr der Mensch als der Gottes Sohn.)
kap.4
Das Gleichnis vom vierfachen Acker und seine Deutung
4 1 Und
wieder fing er an, am See zu lehren. Und es versammelt sich so viel Volk um
ihn, dass er in ein Boot stieg und sich dann setzte auf dem See; und alles Volk
war am Ufer des Sees. 2 Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen und sagte ihnen
in seiner Lehre:
3 Hört! Der Sämann ging aus, um zu säen. 4 Und beim Säen geschah es, dass etliches auf den Weg fiel,
und die Vögel kamen und frassen es. 5 Anderes fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde
fand, und es ging sogleich auf, weil die Erde nicht tief genug war. 6 Und als die Sonne aufging, wurde es versengt; und weil es
keine Wurzeln hatte, verdorrte es. 7 Anderes fiel unter die Dornen, und die Dornen schossen auf
und erstickten es, und es brachte keine Frucht. 8 Wieder anderes fiel auf guten Boden und brachte Frucht. Es
ging auf und wuchs. Und das eine trug dreissigfach, das andere sechzigfach, das
dritte hundertfach. 9 Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre! 10 Und als er allein war, fragten ihn die, die mit den
Zwölfen um ihn waren, nach dem Sinn der Gleichnisse. 11 Und er sagte zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches
Gottes gegeben. Denen aber, die draussen sind, wird alles in Gleichnissen
zuteil,
12 damit sie
sehend sehen und nicht erkennen,
und
hörend hören und nicht verstehen,
damit
sie nicht umkehren und ihnen vergeben werde.
13 Und er sagt zu ihnen: Dieses Gleichnis versteht ihr nicht?
Wie wollt ihr dann die Gleichnisse überhaupt verstehen? 14 Der Sämann sät das Wort. 15 Die auf dem Weg aber sind die, bei denen das Wort gesät
wird, doch wenn sie es gehört haben, kommt sogleich der Satan und nimmt das
Wort weg, das in sie gesät ist. 16 Und die auf felsigen Boden gesät sind, das sind die,
welche das Wort, wenn sie es gehört haben, sogleich freudig aufnehmen. 17 Doch sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbeständig.
Wenn es danach zu Bedrängnis oder Verfolgung kommt um des Wortes willen, kommen
sie gleich zu Fall. 18 Und wieder andere sind die, welche unter die Dornen gesät
sind. Das sind die, welche das Wort gehört haben, 19 doch die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum
und die Gier nach all den anderen Dingen dringen in sie ein und ersticken das
Wort, und es bleibt ohne Frucht. 20 Und die auf guten Boden gesät sind, das sind jene, welche
das Wort hören und aufnehmen und Frucht tragen: das eine dreissigfach, das
andere sechzigfach, das dritte hundertfach.
(In diesem Gleichnis
geht es erneut darum, dass der wahre und einzige GEIST empfangen werden soll
und nichts dazwischen kommen sollte.
Man nennt ihn den
heiligen Geist.
Selbstverständlich ist
exakt dieser GEIST nichts Christliches. Der Mensch und der Geist sollen eine
Einheit bilden. Das ist auch meine Meinung. Doch dieser Geist ist natürlich
überall gegenwärtig.
Die Evangelien geben
viele Hinweise auf die Realität des Geistes. Daher ist in ihnen immer noch eine
grosse Kraft und Lebendigkeit enthalten, die man an Anregung gebrauchen kann.
Aber
selbstverständlich hat das Christentum den HEILIGEN Geist nicht für sich
vereinnahmen können.)
Vom Sehen, Hören und Messen
21 Und er sagte zu ihnen: Kommt denn das Licht, damit man es
unter den Scheffel oder unter das Bett stellt? Nein, damit man es auf den
Leuchter stellt! 22 Denn
es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar werden, und nichts Geheimes, das
nicht an den Tag kommen soll. 23 Wer Ohren hat zu hören, der höre! 24 Und er sagte zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört! Mit
dem Mass, mit dem ihr messt, wird euch zugemessen werden, und es wird euch noch
dazugegeben werden. 25 Denn wer hat, dem wird gegeben werden; und wer nicht hat,
dem wird auch das genommen werden, was er hat.
(wieder eine Sammlung
der kursierenden Gleichnisse.)
Das Gleichnis von der selbst wachsenden Saat
26 Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn
einer Samen aufs Land wirft; 27 er schläft und steht auf, Nacht und Tag. Und der Same
sprosst und wächst empor, er weiss nicht wie. 28 Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, dann
die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. 29 Wenn aber die Frucht es zulässt, schickt er sogleich die
Sichel, denn die Ernte ist da.
(Das Reich Gottes ist
eigentlich der Geist Gottes im Menschen.
Aber nicht nur im
Menschen. Dieser Geist ist der Geist, der schlechthin in der Wirklichkeit IST,
also überall.
Der Mensch sollte sich
in diesen Geist einfühlen und in ihm leben.
Diese Form von
Geistigkeit hat es offenbar in der damaligen Zeit gegeben, bzw. man war dabei,
sie zu propagieren.)
Das Gleichnis vom Senfkorn
30 Und er sprach: Wie sollen wir das Reich Gottes abbilden?
In welchem Gleichnis sollen wir es darstellen? 31 Es ist wie ein Senfkorn, das kleinste unter allen
Samenkörnern auf Erden, das in die Erde gesät wird. 32 Ist es gesät, geht es auf und wird grösser als alle
anderen Gewächse und treibt so grosse Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten
können. 33 Und
in vielen solchen Gleichnissen sagte er ihnen das Wort, so wie sie es zu hören
vermochten. 34 Anders
als im Gleichnis redete er nicht zu ihnen; war er aber mit seinen Jüngern
allein, löste er ihnen alles auf.
Die Stillung des Seesturms
35 Und er sagt zu ihnen am Abend dieses Tages: Lasst uns ans
andere Ufer fahren. 36 Und sie liessen das Volk gehen und nahmen ihn, wie er war,
im Boot mit. Auch andere Boote waren bei ihm. 37 Da erhob sich ein heftiger Sturmwind, und die Wellen
schlugen ins Boot, und das Boot hatte sich schon mit Wasser gefüllt. 38 Er aber lag schlafend hinten im Boot auf dem Kissen. Und
sie wecken ihn und sagen zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir
untergehen? 39 Da
stand er auf, schrie den Wind an und sprach zum See: Schweig, verstumme! Und
der Wind legte sich, und es trat eine grosse Windstille ein. 40 Und er sagte zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr
noch keinen Glauben? 41 Und sie gerieten in grosse Furcht, und sie sagten zueinander:
Wer ist denn dieser, dass ihm selbst Wind und Wellen gehorchen?
(„Habt ihr noch keinen
Glauben?“ steht da. Was für ein Glaube ist gemeint? Offenbar eine Art von
Glauben, die Macht über Naturgewalten hat! An dieser Stelle muss man sich
fragen, ob Wunschdenken und Phantasie nicht auch zu weit gehen können. In den
menschlichen Seele und ihrer Vorstellungskraft sind bekanntlich Märchenbilder
und andere Urbilder enthalten. Aber die Kraftentfaltungen und Verwandlungen,
die es in Märchen gibt können nicht 1:1 in die Realität umgesetzt werden.
Wir dürfen annehmen,
dass bei dieser Schilderung der Machtentfaltung des Gottessohns auch der Wunsch
mitgesprochen hat, für den „Helden“ und die „Sache“ zu werben.
In anderen Ländern gab
es auch wunderbare Besänftigungen von Tigern und Löwen, nicht zu vergessen sind
auch die Siege über Drachen.
Die Sieger waren immer
Helden, die etwas ganz Furchtbares und Niedriges besiegten. .. ein allgemeiner
menschlicher Wunschtraum.
Zurück zur Realität
von heute:
Solche Wunder scheinen
nicht mehr statt zu finden.
Abgesehen davon wird
am meisten dann von solchen Wundern berichtet, wenn eine neue Religion zu
gründen ist. Ist eine Religion mal etabliert, geht das Interesse an der
Verbreitung von Wunderberichten bis auf Null zurück.)
Kap.5
Der Besessene von Gerasa
5 1 Und
sie kamen ans andere Ufer des Sees in das Gebiet der Gerasener.
2 Und kaum war er aus dem
Boot gestiegen, lief ihm sogleich von den Gräbern her einer mit einem unreinen
Geist über den Weg. 3 Der hauste in den Grabhöhlen, und niemand mehr vermochte
ihn zu fesseln, auch nicht mit einer Kette. 4 Denn oft war er in Fussfesseln und Ketten gelegt worden,
doch er hatte die Ketten zerrissen und die Fussfesseln zerrieben, und niemand
war stark genug, ihn zu bändigen. 5 Und die ganze Zeit, Tag und Nacht, schrie er in den
Grabhöhlen und auf den Bergen herum und schlug sich mit Steinen. 6 Und als er Jesus von weitem sah, lief er auf ihn zu und
warf sich vor ihm nieder 7 und schrie mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu
schaffen, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle
mich nicht! 8 Er
hatte nämlich zu ihm gesagt: Fahr aus, unreiner Geist, aus dem Menschen! 9 Und er fragte ihn: Wie heisst du? Und er sagt zu ihm:
Legion heisse ich, denn wir sind viele. 10 Und sie flehten ihn an, sie nicht aus der Gegend zu
vertreiben. 11 Nun
weidete dort am Berg eine grosse Schweineherde. 12 Da baten sie ihn: Schick uns in die Schweine, lass uns in
sie fahren! 13 Und
er erlaubte es ihnen. Da fuhren die unreinen Geister aus und fuhren in die
Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See, an die
zweitausend, und sie ertranken im See.
14 Und ihre Hirten ergriffen die Flucht und erzählten es in
der Stadt und auf den Gehöften. Und die Leute kamen, um zu sehen, was geschehen
war. 15 Und
sie kommen zu Jesus und sehen den Besessenen dasitzen, bekleidet und bei
Sinnen, ihn, der die Legion gehabt hat. Da fürchteten sie sich. 16 Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es dem
Besessenen ergangen war, und die Sache mit den Schweinen. 17 Da baten sie ihn immer dringlicher, aus ihrem Gebiet
wegzuziehen.
18 Und als er ins Boot stieg, bat ihn der Besessene, bei ihm
bleiben zu dürfen. 19 Aber
er liess es nicht zu, sondern sagt zu ihm: Geh nach Hause zu den Deinen und
erzähle ihnen, was der Herr mit dir gemacht hat und dass er Erbarmen hatte mit
dir. 20 Und
der ging weg und fing an, in der Dekapolis kundzutun,
was Jesus mit ihm gemacht hatte. Und alle staunten.
(Ich glaube, man darf
auch mal lachen. Ich sehe beim besten Willen nichts Religiöses in dieser
Geschichte.)
Die Auferweckung der Tochter des Jairus. Die Frau mit den
Blutungen
21 Und als Jesus im Boot wieder ans andere Ufer
hinübergefahren war, strömte viel Volk bei ihm zusammen; und er war am See. 22 Da kommt einer von den Synagogenvorstehern mit Namen
Jairus, und als er ihn sieht, fällt er ihm zu Füssen 23 und fleht ihn an: Mein Töchterchen ist todkrank. Komm und
leg ihr die Hand auf, damit sie gerettet wird und am Leben bleibt. 24 Und er ging mit ihm. Und viel Volk folgte ihm und drängte
sich um ihn.
25 Und da war eine Frau, die hatte seit zwölf Jahren
Blutungen 26 und
hatte viel gelitten unter vielen Ärzten und ihr ganzes Vermögen ausgegeben.(das
passiert heute noch) Aber es hatte ihr nichts genützt, es war
nur noch schlimmer geworden mit ihr. 27 Als sie nun von Jesus hörte, kam sie im Gedränge von
hinten an ihn heran und berührte seinen Mantel. 28 Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur seine Kleider
berühre, werde ich gerettet. 29 Und sogleich versiegte die Quelle ihrer Blutungen, und sie
spürte an ihrem Körper, dass sie von der Plage geheilt war. 30 Und sogleich spürte Jesus, dass eine Kraft von ihm
ausgegangen war, und er wandte sich im Gedränge um und sprach: Wer hat meine
Kleider berührt? 31 Da
sagten seine Jünger zu ihm: Du siehst doch, wie das Volk sich um dich drängt,
und da sagst du: Wer hat mich berührt? 32 Und er schaute umher, um die zu sehen, die das getan
hatte. 33 Die
Frau aber kam, verängstigt und zitternd, weil sie wusste, was
ihr geschehen war, und warf sich vor ihm nieder und sagte ihm die ganze
Wahrheit. 34 Er
aber sagte zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden und
sei geheilt von deiner Plage. 35 Noch während er redet, kommen Leute des
Synagogenvorstehers und sagen: Deine Tochter ist gestorben! Was bemühst du den
Meister noch? 36 Doch
Jesus, der hörte, was geredet wurde, sagt zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte
dich nicht, glaube nur! 37 Und er liess niemanden mit sich gehen ausser Petrus,
Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. 38 Und sie kommen in das Haus des Synagogenvorstehers. Und er
sieht die Aufregung, wie sie weinen und laut klagen. 39 Und er geht hinein und sagt zu ihnen: Was lärmt und weint
ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft. 40 Da lachten sie ihn aus. Er aber schickt alle hinaus, nimmt
den Vater des Kindes und die Mutter und seine Begleiter mit und geht hinein, wo
das Kind ist. 41 Und
er nimmt die Hand des Kindes und spricht zu ihm: Talita
kum! Das heisst: Mädchen, ich sage dir, steh auf! 42 Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher. Es war
zwölf Jahre alt. Da waren sie fassungslos vor Entsetzen. 43 Und er schärfte ihnen ein, dies niemanden wissen zu
lassen. Und er sagte, man solle ihr zu essen geben.
(in dieser Schilderung
sieht man, dass Jesus akkumulierte Kraft hatte, die man durch Berührung seiner
Kleider anzapfen konnte. In seiner Person wurde demnach eine göttliche Kraft zu
einer irdischen transformiert, und die letztere war übertragbar. Was hier
auffällt, ist das Vorhandensein einer Ladung, ähnlich wie eine elektrische
Ladung.)
Kap.6
Ablehnung in Nazaret
6 1 Und
er ging weg von dort. Und er kommt in seine Vaterstadt, und seine Jünger
folgten ihm. 2 Und
als es Sabbat geworden war, begann er, in der Synagoge zu lehren. Und viele,
die zuhörten, waren überwältigt und sagten: Woher hat der das, und was für eine
Weisheit ist das, die ihm gegeben ist? Und solche Wunder geschehen durch seine
Hände! 3 Ist
das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder des Jakobus, des
Joses, des Judas und des Simon, und leben nicht seine Schwestern hier bei uns?
Und sie nahmen Anstoss an ihm. 4 Und Jesus sagt zu ihnen: Nirgends gilt ein Prophet so
wenig wie in seiner Vaterstadt und bei seinen Verwandten und in seiner Familie.
5 Und er konnte dort kein
einziges Wunder tun, ausser dass er einigen Kranken die Hand auflegte und sie
heilte. 6 Und
er wunderte sich über ihren Unglauben.
Dann
zog er in den umliegenden Dörfern umher und lehrte.
(Er konnte da kein
Wunder tun! Es stand Jesus also nicht offen, Wunder zu tun, wo er wollte. Er
war auf die Bereitschaft des Publikums angewiesen.)
Die Aussendung der Zwölf
7 Und er ruft die Zwölf herbei. Und er begann, sie zu zweien
auszusenden, und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister. 8 Und er gebot ihnen, nichts auf den Weg mitzunehmen ausser
einem Stab, kein Brot, keinen Sack, kein Geld im Gürtel, 9 nur Sandalen an den Füssen, und: Zieht euch kein zweites
Kleid an! 10 Und
er sagte zu ihnen: Wo ihr in ein Haus eintretet, da bleibt, bis ihr von dort
weiterzieht. 11 Wo
ein Ort euch nicht aufnimmt und man euch nicht zuhört, von dort geht wieder weg
und schüttelt den Staub von euren Füssen - das soll ihnen ein Zeichen sein! 12 Und sie zogen aus und verkündigten, man solle umkehren. 13 Und sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke
mit Öl und heilten sie.
(Was mich interessiert
ist hier die Vollmacht. Wie überträgt ein Zauberer die Zauberkräfte auf andere
Menschen? Und wieso gab es damals überall Dämonen? Waren möglicherweise alle
Leute von Dämonen besessen, die sich nicht zur neuen Sekte bekehren lassen
wollten?
Wegen der Kleidung:
Das kann wohl nur für den Sommer gegolten haben. Wegen der Armut: Diese hätte
definitiv verhindert, dass die Jünger über Öl für die Heilungen verfügten. Öl
war damals ein Wertgegenstand.)
Herodes und der Täufer
14 Auch der König Herodes hörte von ihm, denn sein Name war
bekannt geworden, und es hiess, Johannes der Täufer sei von den Toten
auferweckt worden, darum wirkten solche Kräfte in ihm. 15 Andere aber sagten: Er ist Elija, wieder andere sagten: Er
ist ein Prophet wie einer der Propheten. 16 Als Herodes das hörte, sagte er: Johannes, den ich
enthaupten liess, der ist auferweckt worden. 17 Herodes selbst hatte Johannes nämlich gefangen nehmen und
in Ketten legen lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil
er sie geheiratet hatte. 18 Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht
erlaubt, deines Bruders Frau zu haben. 19 Herodias aber trug ihm das nach und wollte ihn töten
lassen, konnte es aber nicht. 20 Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er
ein gerechter und heiliger Mann war, und er liess ihn bewachen. Und wenn er ihm
zuhörte, geriet er in grosse Verlegenheit, und doch hörte er ihm gern zu.
21 Doch an einem günstigen Tag, als Herodes zu seinem
Geburtstag ein Gastmahl gab für seine Grossen, die Befehlshaber und die
einflussreichsten Leute Galiläas, 22 trat seine Tochter - die von der Herodias - herein und
tanzte. Und sie gefiel dem Herodes und den Gästen. Da sagte der König zu dem
Mädchen: Verlange von mir, was du willst, und ich werde es dir geben. 23 Und er schwor ihr: Was immer du von mir verlangst, ich
werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Reichs. 24 Da ging sie hinaus und sagte zu ihrer Mutter: Was soll ich
verlangen? Die aber sagte: Den Kopf des Täufers Johannes. 25 Und sogleich eilte sie hinein zum König und erklärte: Ich
will, dass du mir auf der Stelle auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes
gibst! 26 Da
bedauerte der König seinen Schwur vor den Gästen, doch er wollte sie nicht
abweisen. 27 Und
sogleich entsandte der König einen Henker und befahl, den Kopf zu bringen. Und
der ging und enthauptete ihn im Gefängnis, 28 brachte seinen Kopf auf einer Schale und gab ihn dem
Mädchen, und das Mädchen gab ihn seiner Mutter. 29 Als die Jünger des Johannes davon hörten, kamen sie und
holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.
(Die Geschichte ist
wie ein Märchen, hat nichts mit Religion zu tun.)
Die Speisung der fünftausend
30 Und die Apostel versammeln sich bei Jesus. Und sie
berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. 31 Und er sagt zu ihnen: Kommt, ihr allein, an einen einsamen
Ort, und ruht euch ein wenig aus. Denn es war ein Kommen und Gehen, und sie
hatten nicht einmal Zeit zum Essen. 32 Und sie fuhren im Boot an einen einsamen Ort, wo sie für
sich waren. 33 Aber
man sah sie wegfahren, und viele erfuhren es. Und sie liefen zu Fuss aus allen
Städten dort zusammen und kamen noch vor ihnen an. 34 Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen, und sie taten
ihm leid, denn sie waren wie
Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu
lehren. 35 Und
als die Stunde schon vorgerückt war, traten seine Jünger zu ihm und sagten:
Abgelegen ist der Ort und vorgerückt die Stunde. 36 Schick die Leute in die umliegenden Gehöfte und Dörfer,
damit sie sich etwas zu essen kaufen können. 37 Er aber antwortete ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Und sie
sagen zu ihm: Sollen wir gehen und für zweihundert Denar
Brote kaufen und ihnen zu essen geben? 38 Er aber sagt zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und
seht nach! Sie sehen nach und sagen: Fünf, und zwei Fische. 39 Und er forderte sie auf, sie sollten sich alle zu
Tischgemeinschaften niederlassen im grünen Gras. 40 Und sie lagerten sich in Gruppen zu hundert und zu
fünfzig. 41 Und
er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den
Lobpreis und brach die Brote und gab sie den Jüngern zum Verteilen, und auch
die zwei Fische teilte er für alle. 42 Und alle assen und wurden satt. 43 Und sie sammelten die Brocken, zwölf Körbe voll, und auch
die Resten von den Fischen. 44 Und es waren fünftausend Männer, die gegessen hatten.
Der Gang auf dem Wasser
45 Gleich darauf drängte er seine Jünger, ins Boot zu steigen
und vorauszufahren, hinüber nach Betsaida; er selbst
wollte inzwischen das Volk entlassen. 46 Und er nahm Abschied von ihnen und ging auf den Berg, um
zu beten. 47 Am
Abend war das Boot mitten auf dem See und er allein an
Land.
48 Und als er sieht, wie sie sich beim Rudern abmühen - denn
der Wind stand ihnen entgegen -, kommt er um die vierte Nachtwache auf dem See
gegangen, und er wollte an ihnen vorübergehen. 49 Als sie ihn auf dem See gehen sahen, meinten sie, es sei
ein Gespenst, und schrien auf. 50 Denn alle sahen ihn und erschraken. Doch sogleich redete
er mit ihnen, und er sagt zu ihnen: Seid getrost, ich bin es. Fürchtet euch
nicht! 51 Und
er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich. Und sie waren entsetzt und
fassungslos. 52 Denn
sie waren nicht zur Einsicht gekommen über den Broten, sondern ihr Herz war
verstockt.
(der letzte Satz: Die
Sektierer können es nicht bei den Wundergeschichten belassen. Sie erklären
hier, zu welchem Zweck diese Wundergeschichten wiedergegeben werden.)
Heilungen in Gennesaret
53 Und sie kamen ans andere Ufer, nach Gennesaret, und legten
dort an. 54 Als
sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sogleich. 55 Und sie zogen durch die ganze Gegend und fingen an, die
Kranken auf den Bahren dorthin zu bringen, wo sie hörten, dass er gerade sei. 56 Und wo er auch hinkam, in Dörfer oder in Städte oder in
Gehöfte, legten sie die Kranken auf die Marktplätze, und die baten ihn,
wenigstens den Saum seines Mantels berühren zu dürfen. Und alle, die ihn
berührten, wurden gerettet.
Kap.7
Zur Frage nach der Reinheit
7 1 Da
versammelten sich bei ihm die Pharisäer und ein paar Schriftgelehrte, die von
Jerusalem kamen. 2 Und
sie sehen, wie einige seiner Jünger mit unreinen, das bedeutet mit
ungewaschenen Händen ihr Brot essen. 3 Die Pharisäer nämlich und die Juden überhaupt essen nicht,
ohne sich die Hände mit einer Handvoll Wasser gewaschen zu haben, um so an der
Überlieferung der Alten festzuhalten. 4 Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sie
gewaschen zu haben, und vieles andere mehr gibt es, was zu halten sie
übernommen haben: das Abwaschen von Bechern und Krügen und Kupfergeschirr. 5 Da fragen ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten: Warum
leben deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern essen ihr
Brot mit unreinen Händen?
6 Er aber sagte zu ihnen: Wie zutreffend ist doch, was
Jesaja geweissagt hat über euch Heuchler, wie geschrieben steht:
Dieses
Volk ehrt mich mit den Lippen,
ihr
Herz aber hält sich fern von mir.
7 Nichtig
ist, wie sie mich verehren;
was
sie an Lehren vortragen,
sind
Satzungen von Menschen.
(Diese
Stelle passt eigentlich gar nicht zu Markus. Es dürfte sich um eine ungute
Bearbeitung handeln. Bei einer vernünftigen Frage gleich mit einem Jesaja-Zitat
antworten, passt nicht. )
8 Das Gebot Gottes lasst ihr ausser acht und haltet fest an
der Überlieferung der Menschen. 9 Und er sagte zu ihnen: Schön, wie ihr das Gebot Gottes
ausser Kraft setzt, um eure Überlieferung an seine Stelle zu setzen. 10 Mose hat nämlich gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter,
und: Wer über Vater oder
Mutter schlecht redet, der sei des Todes. 11 Ihr aber sagt: Wenn einer zu Vater oder Mutter spricht: Korban, das meint: dem Tempel soll geweiht sein, was dir
von mir zusteht, 12 so
lasst ihr zu, dass er nichts mehr tut für Vater oder Mutter. 13 Damit setzt ihr das Wort Gottes ausser Kraft durch eure
Überlieferung, die ihr weitergegeben habt; und dergleichen tut ihr noch
manches.
(auch das eher eine
ungeschickte Stelle)
14 Und wieder rief er das Volk herbei und sagte zu ihnen:
Hört mir alle zu und versteht! 15 Nichts, was von aussen in den Menschen hineingeht,
kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist es,
was den Menschen unrein macht. 16 [Siehe die Anmerkung zu Vers 15]
17 Und als er in ein Haus hineinging, weg aus dem Gedränge,
befragten ihn seine Jünger über das Gleichnis. 18 Und er sagt zu ihnen: So seid auch ihr unverständig?
Begreift ihr nicht, dass alles, was von aussen in den Menschen hineingeht, ihn
nicht unrein machen kann? 19 Denn es geht nicht ins Herz, sondern in den Bauch, und von
dort in die Grube. Damit erklärte er alle Speisen für rein. 20 Er sprach: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht den
Menschen unrein. 21 Denn
aus dem Innern, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken,
Unzucht, Diebstahl, Mord, 22 Ehebruch, Habgier, Bosheit, List, Ausschweifung,
Missgunst, Lästerung, Hochmut, Unverstand. 23 All dies Böse kommt aus dem Innern heraus und macht den
Menschen unrein.
(Hier sind ein paar
Sachen vermischt. Falls die neue Sekte sich von den Essvorschriften ihrer
Mitbürger distanzieren wollte, wäre einiges hier sinnvoll. Unrein macht nicht
das Essen, sondern machen üble Gedanken. Soweit ist
das in Ordnung.)
Die Begegnung mit der Syrophönizierin
24 Von dort aber brach er auf und begab sich in das Gebiet
von Tyrus. Und er ging in ein Haus hinein und wollte, dass niemand es erfahre.
Doch er konnte nicht verborgen bleiben, 25 sondern sogleich hörte eine Frau von ihm, deren
Töchterchen einen unreinen Geist hatte. Die kam und warf sich ihm zu Füssen. 26 Die Frau aber war Griechin, Syrophönizierin
von Herkunft. Und sie bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben. 27 Da sagte er zu ihr: Lass zuerst die Kinder satt werden,
denn es ist nicht recht, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden
hinzuwerfen. 28 Sie
aber entgegnet ihm und sagt: Herr, die Hunde unter dem Tisch fressen ja ohnehin
von dem, was die Kinder fallen lassen. 29 Und er sagte zu ihr: Um dieses Wortes willen geh, der
Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren. 30 Da ging sie nach Hause und fand das Kind auf dem Bett liegen, und der Dämon war ausgefahren.
(auch nicht ein
Höhepunkt des Textes)
Die Heilung eines Taubstummen
31 Und wieder kam er, als er das Gebiet von Tyrus verlassen
hatte, durch Sidon an den See von Galiläa mitten hinein in das Gebiet der Dekapolis. 32 Da bringen sie einen Taubstummen zu ihm und bitten ihn,
ihm die Hand aufzulegen. 33 Und er nahm ihn beiseite, weg aus dem Gedränge, legte die
Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel, 34 blickte auf zum Himmel und seufzte, und er sagt zu ihm: Effata! Das heisst: Tu dich auf! 35 Und sogleich taten seine Ohren sich auf, und das Band
seiner Zunge löste sich, und er konnte richtig reden. 36 Und er befahl ihnen, niemandem etwas zu sagen, doch je
mehr er darauf bestand, desto mehr taten sie es kund. 37 Und sie waren völlig überwältigt und sagten: Gut hat er
alles gemacht, die Tauben macht er hören und die Stummen reden.
Kap.8
Die Speisung der viertausend
8 1 In
jenen Tagen ist wieder viel Volk da und sie haben nichts zu essen. Da ruft er
die Jünger herbei und sagt zu ihnen: 2 Das Volk tut mir leid, denn drei Tage sind sie schon bei
mir und haben nichts zu essen. 3 Und wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, werden
sie unterwegs zusammenbrechen, einige von ihnen sind ja von weit her gekommen. 4 Und seine Jünger antworteten ihm: Wie sollte einer diese
Leute mit Brot satt machen können hier in der Einöde? 5 Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sagten:
Sieben. 6 Da
fordert er das Volk auf, sich zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, sprach
das Dankgebet, brach sie und gab sie seinen Jüngern zum Verteilen, und die
verteilten sie unter das Volk. 7 Sie hatten auch ein paar Fische, und er sprach den
Lobpreis über sie und liess auch diese verteilen. 8 Und sie assen und wurden satt. Und sie sammelten die übrig
gebliebenen Brocken, sieben Körbe voll. 9 Viertausend waren es gewesen. Und er entliess sie.
10 Und sogleich stieg er mit seinen Jüngern ins Boot und kam
in das Gebiet von Dalmanuta.
(Bei der Redaktion
wurde offenbar übersehen, dass das Wunder schon mal erzählt wurde.)
Die Verweigerung eines Zeichens
11 Und die Pharisäer kamen zu ihm hinaus und begannen mit ihm
zu streiten: Sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn zu versuchen.
12 Da seufzt er auf in
seinem Geist und spricht: Was fordert dieses Geschlecht ein Zeichen! Amen, ich
sage euch: Diesem Geschlecht wird kein Zeichen gegeben! 13 Und er liess sie stehen, stieg wieder ins Boot und fuhr
ans andere Ufer.
Das Unverständnis der Jünger
14 Und sie hatten vergessen, Brot mitzunehmen, nur ein
einziges Brot hatten sie bei sich im Boot. 15 Und er befahl ihnen: Gebt acht, hütet euch vor dem
Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes! 16 Sie aber machten sich Gedanken darüber, dass sie kein Brot
hatten. 17 Und
er merkt es und sagt zu ihnen: Was macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr
kein Brot habt? Begreift ihr noch nicht und versteht ihr nicht? Ist euer Herz
verstockt? 18 Augen habt ihr und seht nicht, und
Ohren habt ihr und hört nicht? 19 Erinnert ihr euch nicht? Als ich die fünf Brote für die
fünftausend brach: Wie viele Körbe voll Brocken habt ihr da eingesammelt? Sie
sagen zu ihm: Zwölf. 20 Und bei den sieben für die viertausend: Wie viele Körbe
voll Brocken habt ihr da eingesammelt? Sie sagen: Sieben. 21 Und er sagte zu ihnen: Versteht ihr noch immer nicht?
(Ich verstehe diese
Argumentation nicht. Ich halte auch diese Stelle für einen Fehler in der
Redaktion.
Offenbar soll mehrmals
auf die Fähigkeit zur Materialisation von Gegenständen hingewiesen werden.
Esswaren zu materialisieren durch Geisteskraft wird also Jesus zugeschrieben.
Und es wird so dargestellt, als ob die Vermehrung von Esswaren unlimitiert hätte
sein können.
Die Materialisierung
von Esswaren muss sehr beeindruckend gewesen sein, weil ja jeder Mensch essen
muss und sich normalerweise dafür anstrengen muss. Jesus öffnete ein Stück weit
das Schlaraffenland. Damit liess er die Hohenpriester um Längen hinter sich.
Aber ich selber frage
mich, ob das für den Glauben an den Geist so wichtig ist. Man kann den Glauben
an den Geist auch mit überstrapazierten Wundern auch in Misskredit bringen,
finde ich.
Etwas anderes, und im
Gegensatz dazu, ist die Ernährung durch den Geist direkt. Auch davon wird ab
und zu berichtet. Da wird nicht einmal mehr Geisterbrot und Geisterfisch
verzehrt, sondern nichts, d.h. nur Geist. Die Fastenden sind unglaublich rein.
Sie brauchen kaum ein Glas Wasser und vielleicht nur ein wenig Sonnenlicht.
Es gibt keine
Körperausscheidungen. )
Die Heilung eines Blinden
22 Und sie kommen nach Betsaida. Da
bringen sie einen Blinden zu ihm und bitten ihn, er möge ihn berühren. 23 Und er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das
Dorf hinaus, spuckte in seine Augen und legte ihm die Hände auf und fragte ihn:
Siehst du etwas? 24 Der
blickte auf und sprach: Ich sehe Menschen - wie Bäume sehe ich sie umhergehen. 25 Da legte er ihm noch einmal die Hände auf die Augen. Und
er sah klar und war wiederhergestellt und sah alles deutlich. 26 Und er schickte ihn nach Hause und sprach: Geh aber nicht
ins Dorf hinein!
Das Bekenntnis des Petrus
27 Und Jesus und seine Jünger zogen weg in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs
fragte er seine Jünger: Für wen halten mich die Leute? 28 Sie sagten zu ihm: Für Johannes den Täufer, andere für
Elija, wieder andere für einen der Propheten. 29 Da fragte er sie: Und ihr? Für wen haltet ihr mich? Petrus
antwortet ihm: Du bist der Messias! 30 Da schärfte er ihnen ein, niemandem etwas über ihn zu
sagen.
(Eine klar
ideologische Stelle. Die neue Sekte HAT den Messias.
Die bereits Gläubigen
werden bestärkt.)
Die erste Leidensankündigung
31 Und er begann sie zu lehren: Der Menschensohn muss vieles
erleiden und von den Ältesten und den Hohen Priestern und den Schriftgelehrten
verworfen und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. 32 Und er sprach das ganz offen aus. Da nahm ihn Petrus
beiseite und fing an, ihm Vorwürfe zu machen. 33 Er aber wandte sich um, blickte auf seine Jünger und fuhr
Petrus an: Fort mit dir, Satan, hinter mich! Denn nicht Göttliches, sondern
Menschliches hast du im Sinn.
(Und was wollte Petrus
sagen? Es wird uns vorenthalten.)
Nachfolge und Lebensgewinn
34 Und er rief das Volk samt seinen Jüngern herbei und sagte
zu ihnen: Wenn einer mir auf meinem Weg folgen will, verleugne er sich und
nehme sein Kreuz auf sich, und so folge er mir. 35 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren, wer
aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, wird es
retten. 36 Denn
was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und dabei Schaden zu
nehmen an seinem Leben? 37 Was hätte ein Mensch denn zu geben als Gegenwert für sein
Leben? 38 Wer
sich meiner und meiner Worte schämt in diesem ehebrecherischen und sündigen
Geschlecht, dessen wird auch der Menschensohn sich schämen, wenn er kommt in
der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
(Es ist die Rede von
immateriellen Werten. Die richtige Gesinnung ermöglicht dann die Teilnahme an
einem himmlischen Schauspiel.
Die Vorstellung von
„Himmel“ ist in der heutigen Zeit individuell geworden, bzw. unverbindlich.
Eine Herrlichkeit irgendwelcher Art kann nicht ausgeschlossen werden. Einen
Vater aber will man nicht unbedingt sehen. Und wenn Jesus nun in der
Herrlichkeit seines Vaters erscheint, so wird man sich fragen müssen, wie das
aussehen wird. Und heutzutage muss man auch fragen, wie denn andere Menschen
abgeholt werden, die von Jesus vielleicht gar nie etwas gehört haben. Kommt da
ein Leuchten, ein Strahlen, eine Liebe auf alle Verstorbenen zu? )
Kap.9
9 1 Und
er sagte zu ihnen: Amen, ich sage euch: Einige von denen, die hier stehen,
werden den Tod nicht schmecken, bevor sie das Reich Gottes sehen, wenn es
gekommen ist mit Macht.
Die Verklärung Jesu
2 Und sechs Tage danach nimmt Jesus den Petrus, den Jakobus
und den Johannes mit und führt sie auf einen hohen Berg, sie allein. Da wurde
er vor ihren Augen verwandelt, 3 und seine Kleider wurden glänzend, ganz weiss, wie kein
Färber auf Erden sie weiss machen kann. 4 Und es erschien ihnen Elija mit Mose,
und sie redeten mit Jesus. 5 Da ergreift Petrus das Wort und sagt zu Jesus: Rabbi, es
ist schön, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich,
eine für Mose und eine für Elija. 6 Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte, denn sie
waren in Furcht geraten. 7 Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus
der Wolke kam eine Stimme: Dies ist mein geliebter Sohn. Auf ihn sollt ihr
hören! 8 Und
auf einmal, als sie um sich blickten, sahen sie niemanden mehr bei sich ausser
Jesus.
9 Während sie vom Berg hinunterstiegen, befahl er ihnen,
niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den
Toten auferstanden sei. 10 Und sie griffen dieses Wort auf und diskutierten darüber,
was das bedeute: von den Toten auferstehen.
11 Da fragten sie ihn: Sagen nicht die Schriftgelehrten: Elija muss zuerst kommen?
12 Er sagte zu ihnen: Ja,
Elija kommt zuerst und stellt alles wieder her. Doch wie kann dann über den
Menschensohn geschrieben stehen, er werde vieles erleiden und verworfen werden?
13 Aber ich sage euch:
Elija ist gekommen, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie über
ihn geschrieben steht.
(Dieser Abschnitt kann
im Drehbuch eines Films vorkommen. Inhaltlich wird eigentlich nichts Neues
gesagt, alles aber sehr dramatisch dargestellt. Es treten Figuren aus der jüdischen
Mythologie auf. Das Geschehen erhält dadurch eine höhere Legitimation. Sehr
starke Energie ist anwesend, Hütten sollen gebaut werden, es gibt Lichterscheinungen, dann eine dunkle Wolke und Gott redet.
Hätte Gott das Gegenteil sagen können?
o, nein!)
Die Heilung eines besessenen Knaben
14 Und als sie zu den andern Jüngern zurückkamen, sahen sie
viel Volk um sie herum versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen
diskutierten. 15 Und
sogleich kam alles Volk, als es ihn sah, in grosser Erregung herbeigelaufen und
begrüsste ihn. 16 Und
er fragte sie: Was verhandelt ihr da? 17 Da antwortete ihm einer aus der Menge: Meister, ich habe
meinen Sohn zu dir gebracht, er hat einen stummen Geist. 18 Und wenn er ihn packt, reisst er ihn zu Boden, und er
schäumt, knirscht mit den Zähnen und wird starr. Und ich habe deinen Jüngern
gesagt, sie sollten ihn austreiben, aber sie vermochten es nicht. 19 Er aber antwortet ihnen: Du ungläubiges Geschlecht! Wie
lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen?
Bringt ihn zu mir! 20 Und
sie brachten ihn zu ihm.
Und
als der Geist ihn sah, zerrte er ihn sogleich hin und her, und er fiel zu
Boden, wälzte sich und schäumte. 21 Da fragte er seinen Vater: Wie lange hat er das schon? Der
sagte: Von Kind auf. 22 Und oft hat er ihn ins Feuer geworfen und ins Wasser, um
ihn zu vernichten. Jedoch - wenn du etwas vermagst, so hilf uns und hab Mitleid
mit uns. 23 Jesus
aber sagte zu ihm: Was soll das heissen: Wenn du etwas vermagst? Alles ist
möglich dem, der glaubt. 24 Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube! Hilf
meinem Unglauben! 25 Als
Jesus nun sah, dass das Volk zusammenlief, schrie er den unreinen Geist an und
sagte zu ihm: Stummer und tauber Geist! Ich befehle dir, fahr aus und fahr nie
wieder in ihn hinein! 26 Der schrie und zerrte ihn heftig hin und her und fuhr aus.
Da lag er da wie tot, so dass alle sagten: Er ist gestorben. 27 Jesus aber ergriff seine Hand und richtete ihn auf. Und er
stand auf. 28 Dann
ging er in ein Haus; und seine Jünger fragten ihn, als sie mit ihm allein
waren: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? 29 Und er sagte zu ihnen: Diese Art lässt sich nicht anders
austreiben als durch Gebet.
(nichts Neues, es gab
weiter oben auch solche Beispiele)
Die zweite Leidensankündigung
30 Und sie gingen weg von dort und zogen durch Galiläa, und
er wollte nicht, dass jemand es erfahre. 31 Er lehrte nämlich seine Jünger und sagte zu ihnen: Der
Menschensohn wird ausgeliefert in die Hände von Menschen, und sie werden ihn
töten, und wenn er getötet worden ist, wird er nach drei Tagen auferstehen. 32 Sie aber verstanden das Wort nicht, doch sie fürchteten
sich, ihn danach zu fragen.
Der Rangstreit unter den Jüngern
33 Und sie kamen nach Kafarnaum.
Und als er dann im Haus war, fragte er sie: Was habt ihr unterwegs diskutiert? 34 Sie aber schwiegen. Sie hatten nämlich unterwegs
miteinander darüber gesprochen, wer der Grösste sei. 35 Und er setzte sich und rief die Zwölf, und er sagt zu
ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, dann soll er der Letzte von allen und
der Diener aller sein. 36 Und er nahm ein Kind, stellte es in die Mitte, schloss es
in die Arme und sagte zu ihnen: 37 Wer in meinem Namen ein Kind aufnimmt wie dieses, nimmt
mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich
gesandt hat.
(An anderer Stelle
heisst es, dass man nicht nur ein Kind aufnehmen soll, sondern selber wie ein
Kind sein soll.)
Ein fremder Wundertäter
38 Johannes sagte zu ihm: Meister, wir sahen einen in deinem
Namen Dämonen austreiben, und wir hinderten ihn daran, weil er uns nicht folgt.
39 Jesus aber sprach:
Hindert ihn nicht, denn niemand wird in meinem Namen Wunder tun und bald danach
schlecht von mir reden können. 40 Denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns. 41 Wer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt in meinem
Namen, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: Der wird nicht um
seinen Lohn kommen.
(Wenn da steht „in
deinem Namen“ ist eine magische Verbindung gemeint. Wir sagen nicht mehr „Namen“, sondern
„Geist“. Man müsste neu übersetzen: „in deinem Geist“.)
Fall und Verführung
42 Wer einen dieser Geringen, die glauben, zu Fall bringt,
für den wäre es weit besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er
ins Meer geworfen würde. 43 Und wenn dich deine Hand zu Fall bringt, dann hau sie ab. Es ist besser für dich, verstümmelt ins Leben
einzugehen, als mit beiden Händen zur Hölle zu fahren, ins unauslöschliche
Feuer. 44 [Siehe
die Anmerkung zu Vers 43]
45 Und wenn dich dein Fuss zu Fall bringt, dann hau ihn ab.
Es ist besser für dich, lahm ins Leben einzugehen, als mit beiden Füssen in die
Hölle geworfen zu werden. 46 [Siehe die Anmerkung zu Vers 45]
47 Und wenn dein Auge dich zu Fall bringt, dann reiss es aus.
Es ist besser für dich, einäugig ins Reich Gottes einzugehen, als mit beiden
Augen in die Hölle geworfen zu werden, 48 wo ihr
Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
(Man soll ganz glauben, nicht halb.)
Vom Salz
49 Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. 50 Salz ist etwas Gutes. Wenn aber
das Salz salzlos wird, womit wollt ihr es wieder salzig machen? Habt Salz bei
euch, und haltet Frieden untereinander!
Kap.10
Der Aufbruch nach Judäa
10 1 Und
er bricht von dort auf und kommt in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan,
und wieder strömen ihm die Leute zu. Und wie es seine Gewohnheit war, lehrte er
sie wieder.
Zur Frage nach der Ehescheidung
2 Und es kamen Pharisäer zu ihm und fragten, um ihn auf die
Probe zu stellen, ob es einem Mann erlaubt sei, seine Frau zu entlassen. 3 Er antwortete ihnen: Was hat Mose
euch geboten? 4 Sie
sagten: Mose hat erlaubt, einen Scheidebrief zu
schreiben und sie zu entlassen. 5 Jesus aber sagte zu ihnen: Angesichts eurer Hartherzigkeit
hat er für euch dieses Gebot aufgeschrieben. 6 Doch vom Anfang der Schöpfung an hat er sie als Mann und Frau
geschaffen. 7 Darum
wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen,
8 und die beiden werden ein Fleisch
sein. Also sind sie nicht mehr zwei, sondern sie sind ein Fleisch. 9 Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht
scheiden.
10 Im Haus fragten ihn die Jünger ihrerseits danach. 11 Und er sagt zu ihnen: Wer seine Frau entlässt und eine
andere heiratet, der begeht Ehebruch an ihr. 12 Und wenn sie ihren Mann entlässt und einen anderen
heiratet, begeht sie Ehebruch.
Die Segnung der Kinder
13 Und man brachte Kinder zu ihm, damit er sie berühre. Die
Jünger aber fuhren sie an. 14 Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen:
Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht, denn solchen gehört das
Reich Gottes. 15 Amen,
ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht
hineinkommen. 16 Und
er schliesst sie in die Arme und legt ihnen die Hände auf und segnet sie.
(Das Reich Gottes
annehmen wie ein Kind? Müsste man nicht
ergänzen: wie ein Kind es tut?
Das ergibt ein
Problem: Wenn das Reich Gottes eine spirituelle Qualität ist, die ein Mensch
erst finden und annehmen soll, dann ist der Vergleich mit einem Kind nicht ganz
richtig. Kinder sind nämlich in dieser Hinsicht vollkommen unbewusst. Sie sind
nicht spirituell. Sie sind eher Natur.
Was ist nun mit dem Reich
Gottes? Genügt es, einfach mitzufliessen mit dem Strom? sich gehen zu lassen?
nichts zu denken? wäre das besonders christlich?
Diese Frage ist sehr
aktuell.
Eine Gefolgschaft ohne
Nachdenken ist nämlich nicht nur von Sektierern erwünscht, sondern auch von den
grossen Kirchen und ebenso von Politikern. Wogegen dann Eigenverantwortung wie
eine Ungeistigkeit im Reich des Teufels aussehen könnte.)
Nachfolge und Reichtum
17 Und als er sich auf den Weg machte, kam einer gelaufen und
warf sich vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun,
um ewiges Leben zu erben? 18 Jesus sagte zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist
gut ausser Gott. 19 Du
kennst die Gebote: Du
sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du
sollst nicht falsches Zeugnis ablegen, du sollst niemanden berauben, ehre
deinen Vater und deine Mutter. 20 Er sagte zu ihm: Meister, das alles habe ich befolgt von
Jugend an. 21 Jesus
blickte ihn an, gewann ihn lieb und sagte zu ihm: Eines fehlt dir. Geh,
verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel
haben, und komm und folge mir! 22 Der aber war entsetzt über dieses Wort und ging traurig
fort; denn er hatte viele Güter.
23 Da blickt Jesus um sich und sagt zu seinen Jüngern: Wie
schwer kommen doch die Begüterten ins Reich Gottes! 24 Die Jünger aber erschraken über seine Worte. Jesus aber
sagte noch einmal zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu
kommen. 25 Eher
geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in das Reich Gottes. 26 Sie aber waren bestürzt und sagten zueinander: Ja, wer
kann dann gerettet werden? 27 Jesus blickt sie an und spricht: Bei Menschen ist es
unmöglich, nicht aber bei Gott. Denn alles ist möglich bei Gott.
(Besitzlosigkeit mag
den Geist offen machen. Als Grundlage für das Zusammenleben der Menschen in
einem modernen Staat mit einer arbeitsteiligen Wirtschaft kommt sie nicht in
Frage.)
Der Lohn der Nachfolge
28 Da ergriff Petrus das Wort und sagte zu ihm: Wir hier
haben alles verlassen und sind dir gefolgt. 29 Jesus aber sprach: Amen, ich sage euch: Da ist keiner, der
um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus, Brüder, Schwestern, Mutter,
Vater, Kinder oder Äcker verlässt 30 und der nicht hundertfach empfängt, jetzt in dieser Zeit
Häuser, Brüder und Schwestern, Mütter und Kinder und Äcker inmitten von
Verfolgungen, und in der kommenden Welt ewiges Leben. 31 Viele Erste aber werden Letzte sein und Letzte Erste.
(Hier kommt auch so
etwas wie eine Gier nach ewigem Leben zum Ausdruck. Oder eine unausweichliche
Notwendigkeit, sich ein ewiges Leben zu sichern.
Menschen, die davon
absehen, sich ein ewiges Leben zu sichern, sind natürlich dem Zwang, so eine
Religion anzunehmen, viel weniger unterworfen.)
Die dritte Leidensankündigung
32 Sie waren aber auf dem Weg hinauf nach Jerusalem. Und
Jesus ging ihnen voran, und sie erschraken, und die ihm folgten, fürchteten
sich. Da nahm er die Zwölf wieder beiseite und begann davon zu reden, was auf
ihn zukommen werde: 33 Seht, wir ziehen jetzt hinauf nach Jerusalem, und der
Menschensohn wird den Hohen Priestern und Schriftgelehrten ausgeliefert werden,
und sie werden ihn zum Tod verurteilen und ihn den Heiden ausliefern, 34 und sie werden ihn verspotten und anspucken, auspeitschen
und töten. Und nach drei Tagen wird er auferstehen.
(Zur
Zeit, da dies aufgeschrieben wurde vom sogenannten „Markus“, war dies
schon nicht mehr prophetisch, es kann sich also auch um die spätere Ausdeutung
und Zurechtlegung von Fakten handeln.)
Der Wunsch nach einem Platz im Himmel
35 Da kommen Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, auf ihn zu und sagen: Meister, wir wollen, dass
du für uns tust, worum wir dich bitten. 36 Er sagte zu ihnen: Was soll ich für euch tun? 37 Sie sagten zu ihm: Gewähre uns, dass wir einer zu deiner
Rechten und einer zu deiner Linken sitzen werden in deiner Herrlichkeit. 38 Jesus aber sagte zu ihnen: Ihr wisst nicht, worum ihr
bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen
mit der Taufe, mit der ich getauft werde? 39 Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen:
Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich
getauft werde, werdet ihr getauft werden, 40 doch über den Platz zu meiner Rechten oder Linken zu
verfügen steht mir nicht zu, sondern er wird denen zuteil, für die er bereitet
ist.
41 Als die zehn das hörten, wurden sie immer unwilliger über
Jakobus und Johannes. 42 Und Jesus ruft sie zu sich und sagt zu ihnen: Ihr wisst,
die als Herrscher der Völker gelten, unterdrücken sie, und ihre Grossen setzen
ihre Macht gegen sie ein. 43 Unter euch aber sei es nicht so, sondern: Wer unter euch
gross sein will, sei euer Diener, 44 und wer unter euch der Erste sein will, sei der Knecht
aller. 45 Denn
auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um
zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
(Es handelt sich
eindeutig um interne Probleme der Sekte.)
Die Heilung des blinden Bartimäus
46 Und sie kommen nach Jericho. Und als er und seine Jünger
und etliches Volk von Jericho weiterzogen, sass Bartimäus,
der Sohn des Timäus, ein blinder Bettler, am Weg. 47 Und als er hörte, dass es Jesus von Nazaret sei, begann er
laut zu rufen: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! 48 Da fuhren ihn viele an, er solle schweigen. Er aber rief
noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! 49 Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie
rufen den Blinden und sagen zu ihm: Sei guten Mutes, steh auf! Er ruft dich. 50 Da warf er seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus. 51 Und Jesus wandte sich ihm zu und sagte: Was soll ich für
dich tun? Da sagte der Blinde zu ihm: Rabbuni, mach,
dass ich wieder sehen kann. 52 Und Jesus sagte zu ihm: Geh, dein Glaube hat dich
gerettet. Und sogleich sah er wieder und folgte ihm auf dem Weg.
kap.11
Der Einzug in Jerusalem
11 1 Und
als sie in die Nähe von Jerusalem kommen, nach Betfage
und Betanien an den Ölberg, sendet er zwei seiner
Jünger aus 2 und
sagt zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich wenn ihr
hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein
Mensch gesessen hat. Bindet es los und bringt es her! 3 Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, so sagt: Der Herr braucht es und schickt es sogleich
wieder zurück. 4 Da
gingen sie und fanden ein Füllen, angebunden an einer Tür draussen an der
Strasse, und sie banden es los. 5 Und einige von denen, die dort standen, sagten zu ihnen:
Was führt euch dazu, das Füllen loszubinden? 6 Sie aber gaben zur Antwort, was Jesus ihnen gesagt hatte,
und man liess sie gewähren. 7 Und sie bringen das Füllen zu Jesus und legen ihre Kleider
darüber, und er setzte sich darauf.
8 Und viele breiteten auf dem Weg ihre Kleider aus, andere
streuten Zweige, die sie auf den Feldern abgeschnitten hatten. 9 Und die vorausgingen und die hinterhergingen, riefen:
Hosanna,
gepriesen
sei, der da kommt im Namen des Herrn! 10 Gepriesen sei das Reich unseres Vaters David, das da
kommt,
Hosanna
in der Höhe!
11 Und er kam nach Jerusalem in den Tempel. Er schaute sich
ringsum alles an und ging, da es schon spät war, mit den Zwölfen nach Betanien hinaus.
Die Verfluchung des Feigenbaums
12 Und als sie am nächsten Tag von Betanien
aufbrachen, hungerte ihn. 13 Und er sah von weitem einen Feigenbaum, der Blätter hatte,
und er ging hin, um zu sehen, ob er vielleicht etwas an ihm fände. Und als er
zu ihm hinkam, fand er nichts als Blätter, denn es war nicht die Zeit für
Feigen. 14 Und
er sagt zu ihm: In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen. Und
seine Jünger hörten es.
(Warum haben sie das
aufgeschrieben und nicht gestrichen?)
Die Tempelreinigung
15 Und sie kommen nach Jerusalem. Und als er in den Tempel
hineinging, begann er, alle hinauszutreiben, die im Tempel verkauften und
kauften. Die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer stiess
er um 16 und
liess nicht zu, dass man irgendetwas über den
Tempelplatz trug. 17 Und
er lehrte sie und sprach: Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll Haus des Gebets heissen für alle Völker?
Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle
gemacht! 18 Und
die Hohen Priester und Schriftgelehrten hörten davon und suchten Mittel und
Wege, wie sie ihn umbringen könnten. Denn sie fürchteten ihn, weil das ganze
Volk überwältigt war von seiner Lehre. 19 Und als es Abend wurde, gingen sie aus der Stadt hinaus.
Die Kraft des Glaubens
20 Und als sie am anderen Morgen vorübergingen, sahen sie,
dass der Feigenbaum von den Wurzeln her verdorrt war. 21 Und Petrus erinnert sich und sagt zu ihm: Rabbi, schau,
der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. 22 Und Jesus entgegnet ihnen: Habt Glauben an Gott! 23 Amen, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagt: Hebe dich
hinweg und wirf dich ins Meer!, und in seinem Herzen
nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dem wird es zuteil
werden. 24 Darum
sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr es
empfangt, so wird es euch zuteil werden. 25 Und wenn ihr dasteht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas
gegen jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen
vergibt. 26 [Siehe
die Anmerkung zu Vers 25]
(Das eine hier ist das
Vertrauen. Das andere die Vergebung.)
Zur Frage nach der Vollmacht Jesu
27 Und sie kommen wieder nach Jerusalem. Und während er im
Tempel umhergeht, treten die Hohen Priester, Schriftgelehrten und Ältesten an
ihn heran, 28 und
sie sagten zu ihm: Aus welcher Vollmacht tust du das? Wer hat dich
bevollmächtigt, das zu tun? 29 Jesus sagte zu ihnen: Ich will euch eine einzige Frage
stellen. Antwortet mir, dann werde ich euch sagen, aus welcher Vollmacht ich
dies tue. 30 Die
Taufe des Johannes - stammte sie vom Himmel, oder stammte sie von Menschen?
Antwortet mir! 31 Da
besprachen sie sich miteinander: Sagen wir, vom Himmel, so wird er sagen: Warum
habt ihr ihm dann nicht geglaubt? 32 Sagen wir aber, von Menschen, ... Doch sie fürchteten sich
vor dem Volk, denn alle hielten Johannes für einen echten Propheten. 33 Und sie antworten Jesus: Wir wissen es nicht. Da sagt
Jesus zu ihnen: Dann sage auch ich euch nicht, aus welcher Vollmacht ich das
tue.
(Es
ist offensichtlich so, dass der Johannes von der Sekte vereinnahmt wird.
Johannes muss im Volk eine bekannte populäre Figur gewesen sein. Aber wir von
heute verstehen nicht, welche religiöse Bedeutung er haben soll. Jedenfalls ich
nicht.
Ich
denke: Er war einfach ein Eremit, der es wagte, sich politisch zu äussern. Er
stachelte das Volk auf, war ein Hoffnungsträger.
Aber
immer wieder wird er als Zeuge genannt, und das bedeutet, dass man ihn für die
eigenen Zwecke gebrauchte.)
Kap.12
Die Geschichte von den bösen Weinbauern
12 1 Und
er begann in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Es pflanzte einer einen Weinberg,
zog einen Zaun ringsum, grub eine Kelter und baute einen Turm. Dann verpachtete
er ihn an Weinbauern und ging ausser Landes. 2 Und zu gegebener Zeit schickte er einen Knecht zu den
Weinbauern, um von den Weinbauern seinen Anteil am Ertrag des Weinbergs
einzuholen. 3 Sie
aber packten ihn und schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort. 4 Da schickte er einen anderen Knecht zu ihnen; den schlugen
sie auf den Kopf und misshandelten ihn. 5 Und er schickte einen anderen, und den töteten sie, und
viele andere, die einen schlugen sie, die anderen töteten sie. 6 Einen hatte er noch: den geliebten Sohn. Den schickte er
als letzten zu ihnen, denn er sagte sich: Vor meinem Sohn werden sie Respekt
haben. 7 Jene
Weinbauern aber sagten zueinander: Das ist der Erbe. Kommt, wir wollen ihn
töten, dann wird das Erbe uns gehören. 8 Und sie packten ihn und töteten ihn und warfen ihn aus dem
Weinberg.
9 Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen
und die Weinbauern umbringen und den Weinberg anderen geben. 10 Habt ihr dieses Schriftwort nicht gelesen:
Der
Stein, den die Bauleute verworfen haben,
er
ist zum Eckstein geworden,
11 durch
den Herrn ist er das geworden,
und
wunderbar ist er in unseren Augen.
12 Da hätten sie ihn gerne festgenommen, doch sie fürchteten
das Volk. Sie hatten nämlich erkannt, dass er das Gleichnis auf sie hin gesagt
hatte. Und sie liessen ihn stehen und gingen fort.
Zur Frage nach der kaiserlichen Steuer
13 Und sie schicken einige von den Pharisäern und den Herodianern zu ihm, um ihm eine Fangfrage zu stellen. 14 Und sie kommen und sagen zu ihm: Meister, wir wissen, dass
du der Wahrheit verpflichtet bist und auf niemanden Rücksicht nimmst; denn du
achtest nicht auf das Ansehen der Person, sondern lehrst den Weg Gottes, wie es
richtig ist. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht? Sollen
wir zahlen oder nicht zahlen? 15 Er aber kannte ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Was
stellt ihr mich auf die Probe? Bringt mir einen Denar,
damit ich ihn ansehe! 16 Und sie brachten ihm einen. Da sagt er zu ihnen: Wessen
Bild und Inschrift ist das? Sie sagten zu ihm: Des Kaisers. 17 Da sagte Jesus zu ihnen: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers
ist, und Gott, was Gottes ist! Und sie wunderten sich sehr über ihn.
(Dieser berühmte
Spruch steht im Gegensatz zu manchem. Denn hier wird eingestanden, dass es noch
eine Realität neben dem Gottesdienst gibt.
Das Leben im Geist hat
eine Grenze. Man beugt sich den Notwendigkeiten des Lebens und den politischen
Mächten. Das ist das, was in der heutigen Zeit selbstverständlich ist. Man ist
den Zwängen des Alltags, des Arbeitsmarkts und des Geldes ausgesetzt. Die
Einheit mit dem göttlichen Geist radiert die Wirklichkeit und ihre Zwänge nicht
aus. Es ergibt sich von selbst, dass auch die weiter oben verlangte absolute
Armut und Besitzlosigkeit nicht passen kann in einer Realität, in der man einer
realen Macht wie der des Kaisers ausgesetzt ist. Nicht nur dem Kaiser gibt man,
was ihm zusteht, nein auch Kindern, Eltern, dem Staat, und der Bank im Sinn
eines Sparguthabens. Und man braucht tatsächlich mehr als ein Kleid und ein
Paar Schuhe. Man braucht eine Zahnbürste, eine Arbeit, Arbeitsmaterial, einen Kühlschrank
usw.)
Zur Frage nach der Auferstehung der Toten
18 Und es kommen Sadduzäer zu ihm,
die behaupten, es gebe keine Auferstehung; und sie fragten ihn: 19 Meister, Mose hat uns
vorgeschrieben: Wenn einem
der Bruder stirbt und eine Frau zurücklässt und kein Kind hinterlässt,
dann soll sein Bruder die
Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken. 20 Nun waren da sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau, und
als er starb, hinterliess er keine Nachkommen. 21 Da nahm sie der zweite und starb, ohne Nachkommen zu
hinterlassen, und ebenso der dritte. 22 Und alle sieben hinterliessen keine Nachkommen. Zuletzt,
nach allen andern, starb auch die Frau. 23 In der Auferstehung nun, wenn sie auferstehen - wessen
Frau wird sie sein? Alle sieben haben sie ja zur Frau gehabt.
24 Jesus sagte zu ihnen: Irrt ihr nicht darum, weil ihr weder
die Schriften noch die Macht Gottes kennt? 25 Wenn sie nämlich von den Toten auferstehen, heiraten sie
nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Engel im Himmel. 26 Was aber die Toten betrifft, wenn sie auferweckt werden -
habt ihr nicht gelesen im Buch des Mose, in der
Geschichte vom Dornbusch, wie Gott zu ihm gesagt hat: Ich bin der Gott Abrahams und der
Gott Isaaks und der Gott Jakobs? 27 Er ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden. Ihr
irrt sehr.
(Ist das vielleicht
ein Geschwafel?)
Zur Frage nach dem höchsten Gebot
28 Und einer der Schriftgelehrten, der gehört hatte, wie sie
miteinander stritten, trat zu ihm. Und da er sah, dass er ihnen gut geantwortet
hatte, fragte er ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? 29 Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott,
ist allein Herr, 30 und
du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit
deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand und mit all deiner Kraft.
31 Das zweite ist dieses: Du sollst deinen Nächsten lieben wie
dich selbst. Höher als diese beiden steht kein anderes Gebot. 32 Und der Schriftgelehrte sagte zu ihm: Schön hast du das
gesagt, Meister, und du hast Recht! Einer
ist er, und einen anderen ausser ihm gibt es nicht 33 und ihn
lieben mit ganzem Herzen und mit ganzem Verstand und mit aller Kraft
und den Nächsten lieben
wie sich selbst - das ist weit mehr als
alle Brandopfer und Rauchopfer. 34 Und Jesus sah, dass er verständig geantwortet hatte, und
sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, ihm
eine Frage zu stellen.
(Das gilt als zentrale
Stelle im Christentum. Dazu ist zu sagen, dass genau genommen nicht die
Nächstenliebe, sondern die Gottesliebe im Zentrum steht. Die Nächstenliebe
ergibt sich aus der Gottesliebe. Sie häte sonst keine
Grundlage.)
Der Sohn Davids
35 Und Jesus sprach, während er im Tempel lehrte: Warum sagen
die Schriftgelehrten, der Messias sei Davids Sohn? 36 David selbst hat doch durch den
heiligen Geist gesagt:
Der
Herr sprach zu meinem Herrn:
Setze
dich zu meiner Rechten,
bis
ich deine Feinde
unter
deine Füsse gelegt habe.
37 David selbst nennt ihn Herr, wie kann er da sein Sohn
sein? Und viele Leute hörten ihm gerne zu.
(Es geht da um
Probleme mit der jüdischen Religion.)
Die Warnung vor den Schriftgelehrten
38 Und er lehrte sie und sprach: Hütet euch vor den
Schriftgelehrten, denen es gefällt, in langen Gewändern einherzugehen und auf
den Marktplätzen gegrüsst zu werden 39 und in den Synagogen den Ehrensitz und bei den Gastmählern
die Ehrenplätze einzunehmen, 40 die die Häuser der Witwen leer fressen und zum Schein
lange Gebete verrichten - sie werden ein umso
härteres Urteil empfangen.
Die Gabe der Witwe
41 Und er setzte sich der Schatzkammer gegenüber und sah zu,
wie die Leute Geld in den Opferstock warfen. Und viele Reiche warfen viel ein. 42 Da kam eine arme Witwe und warf zwei Lepta
ein, das ist ein Quadrant. 43 Und er rief seine Jünger herbei und sagte zu ihnen: Amen,
ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingeworfen als alle, die etwas in den
Opferstock eingeworfen haben. 44 Denn alle haben aus ihrem Überfluss etwas eingeworfen, sie
aber hat aus ihrem Mangel alles hergegeben, was sie hatte, ihren ganzen
Lebensunterhalt.
(Die gute Witwe! Ich sehe hier, dass die Sekte schon
damals den Leuten ans Geld wollte. Und sie haben noch 2000 Jahre weiter von
Spenden gelebt.)
Kap.13
Die Ankündigung der Tempelzerstörung
13 1 Und
als er aus dem Tempel hinausgeht, sagt einer seiner Jünger zu ihm: Meister,
schau, was für Steine und was für Bauten! 2 Und Jesus sagte zu ihm: Siehst du diese grossen Bauten?
Hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, jeder wird herausgebrochen.
Die Frage nach dem Anfang der Endzeit
3 Und als er auf dem Ölberg sass, dem Tempel gegenüber,
fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, als sie unter sich
waren: 4 Sag
uns: Wann wird das sein, und was für ein Zeichen zeigt an, wann es mit dem
allem ein Ende haben wird? 5 Jesus aber begann ihnen zu sagen: Gebt acht, dass niemand
euch in die Irre führt! 6 Viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin
es, und sie werden viele in die Irre führen. 7 Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hört, so
erschreckt nicht! Das muss geschehen, aber das Ende ist es noch nicht. 8 Denn erheben wird sich Volk gegen Volk und Reich gegen
Reich, Erdbeben wird es geben da und dort, und Hungersnöte werden kommen. Das
ist der Anfang der Wehen.
(Sie sprachen damals
viel von der Endzeit. Leider ist dieser Zug im Christentum grundlegend für die
Ausbreitung als Sekte. Sie achteten stets darauf, bei den Leuten Terror und
Hoffnungslosigkeit zu verbreiten, um sich selbst dann als einzige Lösung
hinzustellen.
Hätte es die
Ausbreitung des Christentums gegeben ohne Androhung von Hölle, Verdammnis,
Gericht, bevorstehendem Ende?
Ja, es hätte
wahrscheinlich die Ausbreitung gegeben, aber es hätte sich dabei um eine
bessere Religion gehandelt als die, die entstanden ist.)
Die Ankündigung von Verfolgungen
9 Ihr aber, gebt acht auf euch! Man wird euch an Gerichte
ausliefern, in Synagogen wird man euch prügeln, vor Statthalter und Könige wird
man euch stellen um meinetwillen - um Zeugnis abzulegen vor ihnen. 10 Und unter allen Völkern muss zuvor das Evangelium
verkündigt werden. 11 Und
wenn man euch abführt und vor Gericht stellt, dann sorgt euch nicht im Voraus,
was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde eingegeben wird, das
redet. Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der heilige Geist. 12 Und es wird ein Bruder den andern dem Tod ausliefern und
ein Vater das Kind, und Kinder werden gegen die Eltern auftreten und sie in den
Tod schicken. 13 Und
ihr werdet gehasst werden von allen um meines Namens willen. Wer aber standhält
bis ans Ende, der wird gerettet werden.
(Kampf gegen andere,
Märtyrertum, Todesverachtung und Opferbewusstsein.
Menschen, die sich
opfern, haben Kraft. In der heutigen Zeit gibt es diese schreckliche Gesinnung
in den radikalen islamischen Kreisen, bis hin zu den Selbstmordattentätern.
Religionen wie der
Buddhismus hat die selbstmörderische und mörderische Gesinnung weniger
entwickelt.)
Von der grossen Bedrängnis
14 Wenn ihr aber den
Greuel der Verwüstung stehen seht, wo er nicht stehen darf - wer es
liest, merke auf! -, dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen. 15 Wer auf dem Dach ist, steige nicht hinab und gehe nicht
hinein, um etwas aus seinem Haus zu holen; 16 und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, um seinen
Mantel zu holen. 17 Wehe
aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! 18 Betet aber, dass es nicht im Winter geschehe. 19 Denn jene Tage werden eine Bedrängnis sein, wie noch keine
gewesen ist vom Anfang, als Gott die Welt schuf, bis jetzt, und wie auch keine
mehr sein wird. 20 Und
hätte der Herr die Tage nicht verkürzt, es würde kein Mensch gerettet werden.
Doch um der Erwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.
(Wieder eine
Endzeitphantasie. In der damaligen Zeit waren Weltuntergangsvorstellungen
beliebt. Die Juden fühlten sich als von den Römern unterdrücktes Volk nicht
gut. Vielleicht wurde daher über den Weltuntergang als Ausweg phantasiert. Beim
Weltuntergang sollten vor allem die Gegner – die schlechten Menschen –
vernichtet werden durch eine Handlung Gottes.
Und in so einem
geistigen Klima hatten es natürlich Sekten, die mit der Endzeit und entsprechenden
Drohungen operierten, eine doppelte Chance.
Beachtet werden muss
in diesem Zusammenhang, dass sich das Christentum vielleicht auch deswegen so
schnell ausbreiten konnte, weil im
Römerreich überall unterdrückte Völker und Gruppen lebten und überall eine
bedrückte Stimmung vorherrschte. In so einer Stimmung ist der psychische
Nährboden vorhanden, in dem ein Weltende als eine Hoffnung und als Ausweg
erscheinen kann.)
In den Evangelien wird
Jesus an vielen Stellen wie ein Endzeitprophet zitiert. Nachdem nun aber 2000
Jahre vergangen sind, wirken die Aussagen zur Endzeit deplaziert. Und sie
lassen auch Zweifel aufkommen über das Jesusbild im Ganzen.
An den guten Stellen
wird Jesus wie eine unfehlbare Autorität hingestellt.
Diese Unfehlbarkeit
gibt es tatsächlich. Doch sie ist auf die Geisteshaltung und die Moral
beschränkt.
Umgekehrt wirken die
Evangelien immer dort, wo sie Angst machen wollen und durch Drohungen etwas
erzwingen wollen wie billige Sektenschriften.)
Vom Auftreten falscher Propheten
21 Und wenn dann einer zu euch sagt: Schau, da ist der
Messias, schau, dort ist er, so glaubt es nicht. 22 Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche
Prophet aufstehen, und sie werden Zeichen und Wunder tun, um wenn möglich die
Erwählten in die Irre zu führen. 23 Ihr aber, gebt acht! Ich habe euch alles vorhergesagt.
Die Zeichen für das Kommen des Menschensohnes
24 Aber in jenen Tagen, nach jener Bedrängnis,
wird
die Sonne sich verfinstern,
und
der Mond seinen Schein nicht geben,
25 und
die Sterne werden vom Himmel fallen,
und
die Mächte im Himmel werden
erschüttert werden.
26 Und dann werden sie den
Menschensohn auf den Wolken kommen sehen mit grosser Macht und Herrlichkeit. 27 Und dann wird er die Engel aussenden und die Erwählten
zusammenführen von den vier Winden her, vom Ende der Erde bis zum Ende des
Himmels.
(Hier ist das Niveau
zuunterst. Es geht darum, die zu erschrecken, die zu den Nicht-Erwählten
gehören, also noch nicht mitmachen bei der Sekte.
Wegen solchen
Bibelstellen hat es im Lauf der Jahrhunderte auch viele Herrscher und Politiker
gegeben, die nicht das Weltende abwarteten, sondern gleich selber mit den
Nicht-Erwählten aufräumten.
Das Christentum ist
als Religion sehr rechthaberisch und intolerant. Gleichzeitig ist der Kern
davon, nämlich das Einssein mit dem Geist Gottes, woraus auch die Verbundenheit
mit anderen Erscheinungen in der „Schöpfung“ , die
Liebe, entsteht, gar nie begriffen worden.
Christentum ist
ambivalent. Es ist Mord möglich, Liebe. Es gibt keine Logik. Das Christentum
ist eine unfertige Religion. Es ist keine Breite da, keine Kosmologie. In der
Literatur würde man das Essay nennen. Einen Versuch.
Schon in Bibeltexten
merkt man, dass da ganz verschiedene Geisteshaltungen vorliegen, die sich teils
widersprechen.)
Das nahe Ende
28 Vom Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Sobald sein Zweig
saftig geworden ist und Blätter treibt, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 29 So sollt ihr auch, wenn ihr dies geschehen seht, wissen,
dass er nahe ist und vor der Tür steht. 30 Amen, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht
vergehen, bevor dies alles geschieht. 31 Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden
nicht vergehen. 32 Jenen
Tag oder jene Stunde kennt niemand, die Engel im Himmel nicht, der Sohn nicht,
nur der Vater.
Die Mahnung zur Wachsamkeit
33 Gebt acht, bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann der
Zeitpunkt da ist. 34 Es
ist wie bei einem Menschen, der ausser Landes ging: Er verliess sein Haus, gab
seinen Knechten Vollmacht, jedem seine Aufgabe, und dem Türhüter befahl er,
wachsam zu sein. 35 Seid
also wachsam, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt: ob am Abend
oder um Mitternacht oder beim Hahnenschrei oder am frühen Morgen, 36 damit er, wenn er auf einmal kommt, euch nicht schlafend
finde. 37 Was
ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!
(Der Autor Markus sagt
uns nicht, was Wachsamkeit sein soll.
Soll es um ständiges
Erwarten des Weltendes gehen? Oder soll man an den eigenen Tod denken?
Merkwürdigerweise wird nie erwähnt, dass der eigene
Tod droht, nur eine allgemeine Endzeit. Warum? Wir machen uns keine Vorstellung
davon, wie primitiv die Leute damals waren. Sie hatten offenbar gar kein
Bewusstsein von einem Eigenleben, keinen Anflug von einer Individualität.
Alles, was man hier lesen kann, scheint an Leute gerichtet zu sein, die
praktisch nichts in ihrem Kopf hatten: keine Bildung,
kein Wissen, keine
Vergleichsmöglichkeit, keine Selbständigkeit.)
Kap.14
Der Tötungsplan des Hohen Rates
14 1 Es
war aber zwei Tage vor dem Fest des Passa und der
ungesäuerten Brote. Und die Hohen Priester und Schriftgelehrten suchten Mittel
und Wege, wie sie ihn mit List festnehmen und töten könnten. 2 Sie sagten nämlich: Nicht am Fest, damit kein Aufruhr
entsteht im Volk.
Die Salbung in Betanien
3 Als er in Betanien im Haus
Simons des Aussätzigen war und bei Tisch sass, kam eine Frau mit einem
Alabastergefäss voll echten, kostbaren Nardenöls; sie
zerbrach das Gefäss und goss es ihm über das Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sagten zueinander: Wozu
geschah diese Verschwendung des Öls? 5 Dieses Öl hätte man für mehr als dreihundert Denar verkaufen und den Erlös den Armen geben können. Und
sie fuhren sie an. 6 Jesus
aber sprach: Lasst sie! Was bringt ihr sie in Verlegenheit? Sie hat eine schöne
Tat an mir vollbracht. 7 Arme habt ihr ja allezeit bei euch und könnt ihnen Gutes
tun, sooft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Was sie vermochte, hat sie getan. Sie hat meinen Leib im
Voraus zum Begräbnis gesalbt. 9 Amen, ich sage euch: Wo immer in der ganzen Welt das
Evangelium verkündigt wird, da wird auch erzählt werden, was sie getan hat, zu
ihrem Gedächtnis.
Der Plan des Judas
10 Und Judas Iskariot, dieser eine
von den Zwölfen, ging zu den Hohen Priestern, um ihn an sie auszuliefern. 11 Als sie dies hörten, freuten sie sich und versprachen, ihm
Geld zu geben. Und er suchte nach einer günstigen Gelegenheit, ihn
auszuliefern.
Die Vorbereitung zum letzten Mahl
12 Und am ersten Tag der ungesäuerten Brote, als man das Passalamm schlachtete, sagen seine Jünger zu ihm: Wo sollen
wir hingehen und das Passamahl für dich bereiten? 13 Und er schickt zwei seiner Jünger und sagt zu ihnen: Geht
in die Stadt, da wird euch einer entgegenkommen, der einen Krug Wasser trägt.
Folgt ihm, 14 und
wo er hineingeht, da sagt zu dem Hausherrn: Der Meister lässt fragen: Wo ist
der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Passalamm
essen kann? 15 Und
er wird euch ein grosses Obergemach zeigen, das bereit ist, mit Polstern
ausgelegt; dort bereitet es für uns. 16 Da gingen die Jünger, kamen in die Stadt und fanden alles
so, wie er ihnen gesagt hatte. Und sie bereiteten das Passamahl.
Die Ankündigung der Auslieferung
17 Am Abend kommt er mit den Zwölfen. 18 Und da sie bei Tisch sassen und assen, sprach Jesus: Amen,
ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern, einer, der mit mir isst. 19 Da wurden sie traurig und fingen an, einer nach dem
andern, ihn zu fragen: Doch nicht ich? 20 Er aber sagte zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir
das Brot in die Schüssel taucht. 21 Der Menschensohn geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben
steht, doch wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn ausgeliefert wird. Für
diesen Menschen wäre es besser, wenn er nicht geboren wäre.
Das letzte Mahl
22 Und während sie assen, nahm er Brot, sprach den Lobpreis,
brach es und gab es ihnen und sprach: Nehmt, das ist mein Leib. 23 Und er nahm einen Kelch, sprach das Dankgebet und gab
ihnen den, und sie tranken alle daraus. 24 Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das
vergossen wird für viele. 25 Amen, ich sage euch: Ich werde von der Frucht des
Weinstocks nicht mehr trinken bis zu dem Tag, da ich aufs Neue davon trinken
werde im Reich Gottes.
(„nehmt, das ist mein
Leib.“ ich glaube, das ich die falsche Übersetzung.
Einzig Sinn machen
kann: „Nehmt, das ist WIE mein Leib….“
und
„Das Blut des Bundes….“
Das ist meines Wissens die einzige Stelle im Markus-Ev., an der das Blutopfer erwähnt wird. Es wird
dieses Motiv hier ohne den sonstigen Zusammenhang erwähnt, und daher kommt es mir
wie aufgeschnappt vor. Markus scheint
nicht gewusst zu haben, wie sehr die anderen dieses Sühnemotiv ins Zentrum
ihrer Sektenbewegung stellten.
Und ganz allgemein ist
zum Abendmahl zu sagen: Bei Markus steht nichts darüber, dass man dieses Mahl
in der Kirche zu Ritualzwecken nachäffen muss. In den Kirchen wird das aber
gemacht. Und dabei ist dieses „Abendmahl“ auf eine vorsteinzeitliche Stufe
zurückgefallen. Es geht nämlich um eine kannibalistische
Handlung.
Im Kannibalismus nimmt
man ein physisches Stück eines Helden in den Mund und schluckt es in den Magen,
um sich mit den Eigenschaften des Helden zu vereinigen.
Dass im Christentum
Brot und Wein (stellvertretend für Fleisch und Blut) genommen wird, ist nicht
unbedingt ein kultureller Fortschritt. Es ist nur schlau. Denn Brot und Wein
gibt es überall.)
Die Ankündigung der Verleugnung
26 Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie
hinaus auf den Ölberg. 27 Und Jesus sagt zu ihnen: Ihr werdet alle zu Fall kommen,
denn es steht geschrieben: Ich
werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen. 28 Nach meiner Auferweckung aber werde ich euch nach Galiläa
vorausgehen. 29 Petrus
sagte zu ihm: Und wenn alle zu Fall kommen - ich nicht! 30 Und Jesus sagt zu ihm: Amen, ich sage dir: Noch heute, in
dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnet
haben. 31 Er
aber ereiferte sich nur noch mehr: Selbst wenn ich mit dir sterben müsste - ich
werde dich nicht verleugnen. Und so redeten sie alle.
In Getsemani
32 Und sie kommen an einen Ort, der Getsemani
heisst. Und er sagt zu seinen Jüngern: Bleibt hier sitzen, solange ich bete. 33 Und er nahm Petrus und Jakobus und Johannes mit sich, und
er begann zu zittern und zu zagen. 34 Und er sagt zu ihnen: Meine
Seele ist zu Tode betrübt,
bleibt hier und wacht! 35 Und er ging ein paar Schritte weiter, fiel zu Boden und
betete, dass, wenn es möglich sei, die Stunde an ihm vorübergehe. 36 Und er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Lass
diesen Kelch an mir vorübergehen! Doch nicht, was ich will, sondern was du
willst. 37 Und
er kommt zurück und findet sie schlafend. Und er sagt zu Petrus: Simon, du
schläfst? Vermochtest du nicht eine Stunde wach zu bleiben? 38 Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der
Geist ist willig, das Fleisch aber schwach. 39 Und wieder ging er weg und betete mit denselben Worten. 40 Und wieder kam er zurück und fand sie schlafend, denn die
Augen waren ihnen schwer geworden, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten
sollten. 41 Und
er kommt zum dritten Mal und sagt zu ihnen: Schlaft nur weiter und ruht euch
aus! Genug, die Stunde ist gekommen, jetzt wird der Menschensohn in die Hände
von Sündern ausgeliefert. 42 Steht auf, lasst uns gehen! Seht, der mich ausliefert, ist
da.
Die Gefangennahme
43 Und sogleich, noch während er redet, kommt Judas herbei,
einer von den Zwölfen, und mit ihm eine Schar mit Schwertern und Knüppeln, im
Auftrag der Hohen Priester und Schriftgelehrten und Ältesten. 44 Der ihn aber auslieferte, hatte mit ihnen ein Zeichen
verabredet: Den ich küssen werde, der ist es. Den
nehmt fest und führt ihn sicher ab. 45 Und er kommt und geht sogleich auf ihn zu und sagt: Rabbi!, und küsste ihn. 46 Sie aber ergriffen ihn und nahmen ihn fest. 47 Doch einer von denen, die dabeistanden, zog das Schwert,
schlug nach dem Knecht des Hohen Priesters und hieb ihm das Ohr ab.
48 Da sagte Jesus zu ihnen: Wie gegen einen Räuber seid ihr
ausgezogen, mit Schwertern und Knüppeln, mich gefangen zu nehmen? 49 Tag für Tag war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr
habt mich nicht festgenommen. Aber die Schriften sollen erfüllt werden. 50 Da verliessen ihn alle und flohen. 51 Ein junger Mann folgte ihm, bekleidet mit einem leinenen
Tuch auf blossem Leib, und sie greifen nach ihm. 52 Er aber liess das Tuch fahren und floh nackt.
(Diese Geschichten
wirken ehrlich und glaubwürdig, obwohl sie Jahrzehnte lang von Mensch zu Mensch
weiter erzählt worden sind, bevor sie aufgeschrieben wurden.)
Das Verhör vor dem Hohen Rat
53 Und sie führten Jesus vor den Hohen Priester. Und es
kommen alle Hohen Priester, Ältesten und Schriftgelehrten zusammen. 54 Petrus war ihm von weitem gefolgt
bis hinein in den Hof des hohepriesterlichen Palastes, und er sass mit den
Gerichtsdienern zusammen und wärmte sich am Feuer.
55 Die Hohen Priester aber und der ganze Hohe Rat suchten
nach einer Zeugenaussage gegen Jesus, die ihnen die Möglichkeit gäbe, ihn zu
töten, doch sie fanden keine. 56 Zwar traten viele falsche Zeugen auf, doch ihre Aussagen
stimmten nicht überein. 57 Und einige traten auf und legten falsches Zeugnis ab und
behaupteten: 58 Wir
haben ihn sagen hören: Ich werde diesen Tempel, der von Menschenhand gemacht
ist, niederreissen und in drei Tagen einen anderen aufbauen, der nicht von
Menschenhand gemacht ist. 59 Doch auch darin stimmte ihr Zeugnis nicht überein. 60 Und der Hohe Priester erhob sich, trat in die Mitte und
fragte Jesus: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich vorbringen? 61 Er aber schwieg und antwortete nichts. Da fragte ihn der
Hohe Priester noch einmal, und er sagt zu ihm: Bist du der Messias, der Sohn
des Hochgelobten? 62 Da
sprach Jesus: Ich bin es, und ihr werdet den
Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels.
63 Da zerreisst der Hohe
Priester seine Kleider und sagt: Was brauchen wir noch Zeugen? 64 Ihr habt die Lästerung gehört. Was meint ihr? Da fällten
sie alle das Urteil, dass er den Tod verdiene. 65 Und einige fingen an, ihn anzuspucken und ihm das Gesicht
zu verhüllen und ihn dann mit den Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Sag,
wer war's! Und die Gerichtsdiener empfingen ihn mit Schlägen.
(Wir werden nie genau
wissen, ob sich Jesus wirklich selbst als der Messias bezeichnete und ob er
sich richtig einschätzte. Der Angeklagte
hätte auch zu Selbstüberschätzung neigen können oder zu einer Trotzhaltung.
Die Messiasrolle wie
auch die Gott-Sohnschaft gehört so sehr in den
damaligen jüdischen Kontext, dass man heutzutage auf jeden Fall Abstriche
machen würde. Abstriche insofern, als man einen sehr bedeutenden Mann auch ohne
solchen Kontext gelten lassen könnte.
Die Bibelberichte sind
alle tendenziös in dem Sinn, dass sie eine Realität nicht objektiv wiedergeben,
sondern eine Absicht damit verfolgen.
Was bei solchen
Zweifeln übrigbleibt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass zu jener Zeit ein
wirklich bedeutender Mann gelebt hat. Teilweise wurde dieser Mann in seinem
Profil noch abgerundet, überhöht und verbessert, daran kann kein Zweifel
bestehen, aber es war gleichzeitig etwas Echtes vorhanden. Vielleicht hat auch
das verbreitete Bedürfnis nach so einem „göttlichen“ Ereignis die Figur von
Jesus gestützt und mit-hervorgebracht.)
Die Verleugnung durch Petrus
66 Während nun Petrus unten im Hof ist, kommt eine von den
Mägden des Hohen Priesters. 67 Und als sie Petrus sieht, wie er sich wärmt, schaut sie
ihn an und sagt zu ihm: Auch du warst mit dem Nazarener, mit Jesus. 68 Er aber leugnete es und sagte: Ich weiss nicht und
verstehe nicht, wovon du sprichst. Und er ging hinaus in den Vorhof.
69 Als aber die Magd ihn sah, fing sie wieder an und sagte zu
denen, die dabeistanden: Der ist einer von ihnen. 70 Er aber leugnete es wieder. Und nach einer Weile sagten
die, welche dabeistanden, noch einmal zu Petrus: Natürlich bist du einer von
ihnen, du bist ja auch ein Galiläer. 71 Da begann er zu fluchen und zu schwören: Ich kenne den
Menschen nicht, von dem ihr redet. 72 Und sogleich krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da erinnerte
sich Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal
kräht, wirst du mich dreimal verleugnet haben. Und er brach in Tränen aus.
Kap.15
Die Verhandlung vor Pilatus
15 1 Und
sogleich in der Frühe fassten die Hohen Priester mit den Ältesten und
Schriftgelehrten, der ganze Hohe Rat, Beschluss. Sie fesselten Jesus, brachten
ihn weg und lieferten ihn an Pilatus aus. 2 Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber
antwortete ihm: Das sagst du! 3 Und die Hohen Priester brachten viele Anschuldigungen
gegen ihn vor. 4 Pilatus
jedoch fragte ihn: Antwortest du nichts? Siehst du denn nicht, was sie alles
gegen dich vorbringen? 5 Doch Jesus antwortete nichts mehr, und Pilatus wunderte
sich sehr.
Die Freilassung des Barabbas
6 Zum Fest aber pflegte er ihnen einen Gefangenen
freizugeben, den sie sich ausbitten durften. 7 Es war nun unter den Gefangenen, die einen Aufstand
gemacht und dabei einen Mord begangen hatten, einer mit Namen Barabbas. 8 Und das Volk zog hinauf und begann, um das zu bitten, was
er ihnen gewöhnlich gewährte. 9 Pilatus aber fragte sie: Wollt ihr, dass ich euch den
König der Juden freigebe? 10 Er hatte nämlich erkannt, dass die Hohen Priester ihn aus
Neid ausgeliefert hatten. 11 Die Hohen Priester aber überredeten das Volk, um die
Freilassung des Barabbas zu bitten. 12 Da fragte Pilatus sie noch einmal: Was soll ich dann mit
dem machen, den ihr den König der Juden nennt? 13 Da schrien sie wieder und wieder:
Kreuzige ihn! 14 Pilatus
aber sagt zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Da schrien
sie noch lauter: Kreuzige ihn!
15 Weil aber Pilatus dem Volk Genüge tun wollte, gab er ihnen
Barabbas frei. Und Jesus liess er auspeitschen und
lieferte ihn aus zur Kreuzigung.
Die Verspottung im Prätorium
16 Die Soldaten aber führten ihn ab, in den Palast hinein -
das ist das Prätorium -, und sie rufen die ganze
Kohorte zusammen. 17 Dann
ziehen sie ihm einen Purpurmantel an und setzen ihm eine Dornenkrone auf, die
sie geflochten haben. 18 Und sie fingen an, ihn zu grüssen: Sei gegrüsst, König der
Juden! 19 Und
sie schlugen ihn mit einem Rohr aufs Haupt, spuckten ihn an, beugten die Knie
und huldigten ihm. 20 Und
nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und zogen
ihm seine Kleider wieder an.
Die Kreuzigung
Und
sie führen ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen. 21 Und sie zwingen einen, der gerade vorbeigeht, Simon aus Kyrene, der vom Feld kommt, den Vater des Alexander und des
Rufus, ihm das Kreuz zu tragen. 22 Und sie bringen ihn an den Ort Golgota,
das heisst ‹Schädelstätte›. 23 Und sie gaben ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war; er
aber nahm ihn nicht. 24 Und sie kreuzigen ihn und teilen seine Kleider unter sich, indem sie das Los
darüber werfen, wer sich was nehmen dürfe. 25 Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. 26 Und die Inschrift, die seine Schuld angab, lautete: König
der Juden. 27 Und
mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner
Linken. 28 [Siehe
die Anmerkung zu Vers 27]
29 Und die vorübergingen, verwünschten ihn, schüttelten den
Kopf und sagten: Ha, der du den Tempel niederreisst und in drei Tagen aufbaust,
30 rette dich selbst und
steig herab vom Kreuz! 31 Ebenso spotteten die Hohen Priester untereinander mit den
Schriftgelehrten und sagten: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht
retten. 32 Der
Messias, der König Israels, steige jetzt vom Kreuz herab, damit wir sehen und
glauben. Und die mit ihm gekreuzigt waren, verhöhnten ihn.
Der Tod Jesu
33 Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze
Land bis zur neunten Stunde. 34 Und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eloi, eloi, lema sabachtani!, das
heisst: Mein Gott, mein
Gott, warum hast du mich verlassen! 35 Und einige von denen, die dabeistanden und es hörten,
sagten: Hört, er ruft nach Elija! 36 Da lief einer hin, tränkte einen Schwamm mit Essig,
steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken, und er sagte: Lasst mich, wir
wollen sehen, ob Elija kommt und ihn herabnimmt. 37 Da stiess Jesus einen lauten Schrei aus und verschied.
38 Und der Vorhang im Tempel riss entzwei von oben bis unten.
39 Als aber der Hauptmann,
der ihm gegenüberstand, ihn so sterben sah, sagte er: Ja, dieser Mensch war
wirklich Gottes Sohn! 40 Es waren aber auch Frauen da, die von ferne zuschauten,
unter ihnen Maria aus Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus des Kleinen und
des Jose, und Salome, 41 die ihm gefolgt waren und ihn unterstützt hatten, als er
in Galiläa war, und noch viele andere Frauen, die mit ihm nach Jerusalem
hinaufgezogen waren.
Die Grablegung
42 Und schon war es Abend geworden - es war nämlich Rüsttag,
das ist der Tag vor dem Sabbat -, 43 da kam Josef von Arimatäa, ein
angesehener Ratsherr, der selbst auch auf das Reich Gottes wartete, wagte es,
ging zu Pilatus hinein und bat um den Leichnam Jesu. 44 Pilatus aber wunderte sich, dass
er bereits gestorben sei. Er liess den Hauptmann zu sich rufen und fragte ihn,
ob er schon lange tot sei. 45 Und als er es vom Hauptmann erfahren hatte, überliess er
Josef den Leichnam. 46 Dieser kaufte ein Leinentuch, nahm ihn herab, wickelte ihn
in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das aus einem Felsen gehauen war, und
wälzte einen Stein vor den Eingang des Grabes. 47 Maria aus Magdala aber und Maria, die Mutter des Joses
sahen, wohin er gelegt worden war.
(Die Schilderung wirkt
frisch und könnte stimmen.
Dieser Mann wurde
offenbar aus politischen Gründen getötet oder wegen der anderen Religion.
Religionen morden immer, jedenfalls diejenigen, die in Vorderasien entstanden
sind. Ein politischer Mord dient dem
Christentum nun aber als Gründungsmotiv, und das könnte ein Missbrauch sein.
Der Mann, der in den
Evangelien als Gottessohn beschrieben wird, wird getötet, wird Märtyrer, aber
nicht nur das: Diese Religion beruht auf einem Frevel an Gott, den die anderen
begangen haben.
Es ist nur so, dass
für meine Begriffe eine Religion nicht so begründet werden muss.
Wir werden nie wissen,
ob über diesen politischen Mord herum nicht ein Mythos gebaut wurde. Nachdem
der Sektenführer ermordet war, wurde möglicherweise erst der Mythos der
Gottähnlichkeit (Sohn Gottes) aufgebaut. Es ist so, dass für meine Begriffe
eine Religion nicht so begründet werden muss.
Was ich am Christentum
schätze, ist gar nicht dieses Getue rund um den Tod von Jesus, sondern die
Lehre, die ihm zugeschrieben wird.
Das ist der Grund,
warum ich mich für Evangelien interessiere. )
Kap.16
Das leere Grab
16 1 Als
der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala und Maria, die Mutter des
Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. 2 Und sehr früh am ersten Tag der Woche kommen sie zum Grab,
eben als die Sonne aufging. 3 Und sie sagten zueinander: Wer wird uns den Stein vom
Eingang des Grabes wegwälzen? 4 Doch wie sie hinschauen, sehen sie, dass der Stein
weggewälzt ist. Er war sehr gross.
5 Und sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der
rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem langen, weissen Gewand
bekleidet war; da erschraken sie sehr. 6 Er aber sagt zu ihnen: Erschreckt nicht! Jesus sucht ihr,
den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier.
Das ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt haben. 7 Doch geht, sagt seinen Jüngern und dem Petrus, dass er
euch vorausgeht nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt
hat. 8 Da
gingen sie hinaus und flohen weg vom Grab, denn sie waren starr vor Angst und
Entsetzen. Und sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich.
(Es gibt Leute, die
das so deuten: Jesus war nicht tot. Er wurde rechtzeitig gerettet und zur
Erholung fortgeschafft. Er gab
möglicherweise geheime Helfer.
Gemäss dieser Theorie
ist die Auferstehung eben keine Auferstehung, sondern eine Genesung. Ich kann
nicht verstehen, warum das so eine grosse Rolle spielt. Wegen dem Wunder der
Auferstehung? Jesus als der einzige derartige Fall auf der Erde? Muss das sein?
Es geht entweder um
ein Märchenmotiv oder um eine Lüge. Das Märchenmotiv ist schön. Aber leider
weiss ich nicht, wie man das heutzutage auf sich selbst beziehen soll.
Jesus soll ja auf der
Erde auferstanden sein. Uns Menschen aber wird unter ganz engen Voraussetzungen
eine Auferstehung ganz anderer Art versprochen.
Diese Christen da massen sich bei der Auferstehung der Normalmenschen
an, zu wissen, wie es geht. Sie tun so, als ob sie universelle Gesetze
begriffen hätten und in diese eingreifen könnten.
An dieser Stelle des
Markus E. steht allerdings in dieser Hinsicht nichts.
Der Betrug tritt an
anderen Stellen deutlicher zutage.)
Das Erscheinen des Auferstandenen
9 Als er aber frühmorgens am ersten Tag der Woche
auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben
Dämonen ausgetrieben hatte. 10 Die ging und berichtete es denen, die mit ihm gewesen
waren und jetzt nur noch weinten und klagten. 11 Und als sie hörten, dass er lebe und von ihr gesehen
worden sei, glaubten sie es nicht.
12 Danach aber zeigte er sich in anderer
Gestalt zweien von ihnen, die unterwegs waren aufs Feld hinaus. 13 Und die gingen und berichteten es den Übrigen, und auch
denen glaubten sie nicht.
14 Zuletzt zeigte er sich den elfen, als sie bei Tisch
sassen, und tadelte ihren Unglauben und ihre Hartherzigkeit, weil sie denen,
die ihn als Auferweckten gesehen hatten, nicht geglaubt hatten. 15 Und er sagte zu ihnen: Geht hin in alle Welt und
verkündigt das Evangelium aller Kreatur. 16 Wer zum Glauben kommt und getauft wird, wird gerettet
werden, wer aber nicht zum Glauben kommt, wird verurteilt werden. 17 Denen aber, die zum Glauben kommen, werden diese Zeichen
folgen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Sprachen werden
sie reden, 18 Schlangen
werden sie mit blossen Händen aufheben, und tödliches Gift, das sie trinken,
wird ihnen nicht schaden, Kranke, denen sie die Hände auflegen, werden gesund
werden. 19 Nachdem
nun der Herr, Jesus, zu ihnen geredet hatte, wurde er in den Himmel
emporgehoben und setzte sich zur Rechten Gottes. 20 Sie aber zogen aus und verkündigten überall. Und der Herr
wirkte mit und bekräftigte das Wort durch die Zeichen, die dabei geschahen.
(Es ist nicht die
beste Gesinnung, die hier zum Ausdruck kommt. In diesem letzten Absatz haben
wohl die verschiedenen Redaktoren dieses Evangeliums noch schnell ihren „Senf“
beigesteuert.)
FERTIG