11. September 2011, von 14. April 2008  

 

 

 

MEDITATION   und WIEDERGABE   des meditativ Erlebten   (ein Beispiel)

 

 

Ich praktiziere nur natürliche Meditation. Ich kenne keine eigentliche Technik.

 

Zum Beispiel befinde ich mich auf einer Bank irgendwo in der Natur, allein natürlich, mache gar nichts, denke nichts, schaue nicht einmal bewusst.

 

Da kann es sein, dass mir etwas einfällt. Etwas Wichtiges, eine Erkenntnis.

 

Ich denke, dass es bei mir eine Voraussetzung gibt. Ich trage zeitlebens die Frage nach der wahren Natur der Wirklichkeit mit mir herum. Ich kann also, wenn ich auf einer Bank ruhe, mich je nach dem sehr wundern über das, was ist: über das, was ich sehe oder überhaupt über alles. Es kann manches, das ich in so einer Situation  erlebe, wie eine Antwort sein. Es kann passieren, dass ich auf einer Bank im Wald alles, was ich wahrnehme, wie eine Antwort oder eine Erklärung nehmen kann.

 

Auf einmal ist die Lösung aller Rätsel gegenwärtig.

 

Solche Momente erlebe ich natürlich als wertvoll. Und dann denke ich, jetzt sollte ich Notizen machen. Da ich nichts zum Schreiben dabei habe, muss ich dann aber warten, bis ich wieder zuhause bin, um dann die Notizen zu machen.

 

Wenn der erlebte Moment wie ein Durchblick oder eine kleine Erleuchtung war, halte ich es für sehr wichtig,

die Erinnerung zu bewahren, um mir selbst zu helfen, die Wiedererinnerung zu finden.  Und dann bin ich auch mitteilsam. Ich schreibe stets in der Hoffnung,  dass meine Erfahrungen auch für andere Menschen eine Anregung und ein Hinweis sein können.

 

Nun ist die Wiedergabe eines meditativ erfahrenen „Moments“ fast unmöglich.

Ich kann bei einem Leser nicht anregen, was er nicht in sich hat. Eine Anregung ist nur möglich, wo ein Leser ohnehin schon im gleichen Geist drin ist.

 

Und auch dann ist es technisch nicht machbar, eine tiefe Erkenntnis in Form von Sprache zu bringen. Wo eine Erkenntnis bedeutend war, umfassend war, auf  alle Fragen eine Antwort war, ist die Mitteilung davon nicht möglich. Denn wir haben keine Gegenstände vor uns, alles ist ungegenständlich. Eine hohe Qualität macht den Einfall unsagbar.

 

Was immer da schönen, wahren, erleuchtenden Erkenntnissen vorgekommen sein mag: Es ist ihnen gemeinsam, dass sie nicht mitteilbar sind.  Und doch gibt es das.

 

 

Man muss das halt so hinnehmen, wie es ist. Wenn man etwas Anderes als Unterhaltung aufschreibt, ist man immer ohnmächtig. Das Geistige ist sprachfeindlich.

 

Ich weiss, warum es so ist: Die Schreibsphäre ist eine sekundäre Sphäre, in der gedacht und verglichen wird. Es gibt Bilder, Gestalt, Begriffe, und deren Anordnung und Beziehung. Die Sprache ist immer irdisch und ist der Begriffswelt verbunden. Das Geistige ist ganz anders, begrifflos, ungegenständlich. In der meditativen Sphäre ist alles in einem; es gibt Impulse, Momente (Anstösse). Die Sphäre ist im Grunde genommen VOR dem Leben, über dem Leben. Es geht um eine Sphäre mit der Zahl 1. Es ist Gott und die Welt eins,  Vorher und Nachher sind identisch. Himmel und Erde geschehen simultan.

 

Es ist in so einem guten Moment einfach ALLES, und sofort alles. Die vielen Dinge und Gegensätze bleiben zwar bestehen, und doch erscheint alles als EINES.

 

Versucht man es – wider alle Vernunft – doch zu beschreiben, so wird man das in sich Geeintes auseinandernehmen. Man kann die Situation  beschreiben. Man kann das Vorher und nach Nachher und den Ablauf beschreiben, Vergleiche anstellen, indem man bekannte Begriffe zueinander in Beziehung setzt usw. So sind Vergleiche mit Liebe, Schönheit, Verwunderung, Frieden möglich, aber es genügt nicht.

 

Es ist EINES. Es wirkt auf die Nerven, das schon.

Oder es wirkt auf die Seele.

 

Es entsteht eine Sicherheit oder eine Gewissheit aus der Erfahrung heraus. Aber was heisst das? Gewissheit über was ist gemeint?

 

Ich bin mir über die allgemeine Qualität der Welt im Klaren.

Was erfahren wurde, war weder Gott noch der Teufel. Aber vielleicht kann ich sagen, dass so etwas wie eine  „gegenwärtige Präsenz“, eine „Gegenwart“ vorkommt und als das Natürlichste der Welt erlebt wird.

 

Noch schöner:

 „Alles gehört zusammen“ oder „Alles ist in Ordnung mit mir als ein Teil dieser Ordnung.“

 

Das sind so sprachliche Annäherungen.

Grossartige Erleuchtungen sind das nicht. Ich habe nie mit Visionen zu tun, besondere Emotionen kommen auch nicht vor.

 

Man könnte die ganze Welt als Ekstase bezeichnen, doch ich selbst habe keine..

 

Und was ich da beschreibe, ist nicht aussergewöhnlich. Es steckt in jedem Menschen drin.

Jeder kann in diesen Bereich eintreten.

 

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Es (das Gesuchte) ist da. Es ist gegenwärtig. Es ist nur verborgen, weil wir ein menschliches Bewusstsein haben.

 

Mit etwas Glück und mit einem "guten Moment" kann alles zusammenkommen.

 

 

 

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