14. April 2008 

 

 

 

 

MEDITATION

 

 

 

Wer sich für meine Meditationen interessiert, kann sie nachvollziehen und zu seinen eigenen machen. Was ich hier festzuhalten versuche, ist allgemeines Gut.

 

Und Meditation -- im übrigen -- praktiziere ich nicht als Technik. So meditativ wie ich kann jeder Mensch sein. Wenn man sich zum Beispiel auf eine Bank setzt irgendwo in der Natur --- allein natürlich -- und nichts tut, der ist für meine Begriffe schon ausreichend meditativ.

 

Und dann kann es sein, dass ihm etwas einfällt. Etwas Wichtiges, eine Erkenntnis.

Bei mir ist es so, dass ich immer zeitlebens in mir eine Frage (nach der wahren Natur der Wirklichkeit) hatte, nicht bewusst, aber dennoch dauernd. Und weil es immer so ist, kann manches, das ich meditativ erlebe, wie eine Antwort sein. So kann ich auf einer Bank im Wald alles, was ich wahrnehme, wie eine Antwort oder eine Erklärung nehmen, wenn ich dazu disponiert bin. Auf einmal ist die Lösung aller Rätsel gegenwärtig.

 

Was mir in solchen Momenten einfällt, kann sehr wertvoll sein. Ich erlebe es als sehr wertvoll. Und dann denke ich, jetzt sollte ich Notizen machen. Da ich nichts zum Schreiben dabei habe, muss ich halt warten, bis ich wieder zuhause bin um dann die Notizen zu machen.

 

Ich glaube, dass es einen Wert hat, Notizen zu machen, für mich zunächst, um die Erinnerung zu bewahren und die Wiedererinnerung anzuregen, und für andere Menschen als Anregung, weil das, was ich erfahren habe, natürlich Allgemeingut ist, und daher auch für andere Menschen eine Anregung und ein Hinweis sein kann.

 

Aber die Wiedergabe ist nicht so einfach.

Wenn der meditative Einfall gut war, dann hat er umfassende Bedeutung. So eine Erkenntnis mag sehr viel umfassen und möglicherweise sogar auf alle Fragen eine Antwort sein, doch gerade diese hohe Qualität macht den Einfall unsagbar. Man kann es nicht erklären, was es war. Man kann sagen, dass der Einfall sehr schön ist oder die Erkenntnis sehr gross ist, doch damit ist das Wesentliche nicht wiedergegeben.

 

Meditieren und Schreiben geschieht in zwei verschiedenen Sphären. Die Schreibsphäre ist eine sekundäre Sphäre, in der gedacht und verglichen wird. Es gibt Bilder, Gestalt, Begriffe, und deren Anordnung und Beziehung.  Man braucht dies alles, wenn man die Sprache verwendet. In der meditativen Sphäre ist dagegen alles in einem; es geschehen Impulse wie ein Moment (ein Anstoss) völlig direkt, wie das Leben selbst, so wie es im Himmel wie auch auf Erden ist. Es ist Gott und die Welt eins,  Vorher und Nachher sind identisch.

 

Es ist in so einem guten Moment einfach ALLES, sofort alles. Die vielen Dinge und Gegensätze bleiben zwar alle bestehen, und doch erscheint alles als EINES. Da in diesem „Einfall“ gewissermassen alles drin ist, alles gleichzeitig, kann man nachher nicht gut darüber sprechen. Man kann das, was ein in sich Geeintes ist, zwar auseinandernehmen in einer Beschreibung -- kurz wie ich jetzt , oder lang wie ich es auch schon versucht habe -- das Ganze (als Erlebnis) ist dann aber nicht mehr ganz.  Man kann das Vorher und nach Nachher und den Ablauf beschreiben, Vergleiche anstellen, indem man bekannte Begriffe zueinander in Beziehung setzt usw. So sind Vergleiche mit Liebe, Schönheit, Verwunderung, Frieden möglich, aber dann müsste man noch alles ANDERE dazu addieren, das in diesen Worten nicht enthalten ist. Nicht wahr: Es darf keine Teilaspekte geben, es muss alles zusammen kommen. Daher wäre in so einem Fall auch zu erwähnen:

 

Das Wissen. Die damit verbundene Gewissheit.

So eine Eingebung in der Meditation schafft Gewissheit, gesichertes Wissen über die Welt. Ich weiss nun: Ich bin mir über die allgemeine Qualität der Welt im Klaren.

 

Aber was heisst das? Gewissheit über was ist gemeint?

 

Wenn wir es beschreiben, könnten wir es als „gegenwärtige Präsenz“ beschreiben oder als „Alles gehört zusammen“ oder als „Alles ist in Ordnung mit mir selbst als Teil dieser Ordnung“. (Auch das wieder ist die Beschreibung eines Teilspekts.)

 

Im hier erwähnten Fall bringt die Meditation keine Vision -- nichts ist mit Bildern vergleichbar -- bringt auch keine Emotion und bringt keine Ekstase, es sei denn, man könnte die ganze Welt als Ekstase bezeichnen, da man sie nun so erkennt.

 

Nun gibt es bestimmt noch Erfahrungen in Meditation, die ein wenig anders zu erleben sind. Das erwähnte Beispiel ist vielleicht eines der bekanntesten ... und wie gesagt ,

allgemein zugänglich. In jedem menschlichen Bewusstsein ist es verborgen, oder besser gesagt: durch das menschliche Bewusstsein überdeckt.

 

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Als Meditationsanleitung genügt das, was ich hier schreibe, wohl kaum. Die Anleitung ist in technischer Hinsicht dürftig.

Erwähnt sind die Bank, der Wald, die Natur...Das ist schon recht, aber nicht wesentlich. Es kommt darauf an, ob man die Verbindung findet, die Verbindung zu allem. Im eigenen Inneren, aber zugleich auch aussen. Dasselbe kann auch bei einer stressfreien Autofahrt oder bei einer Zugfahrt geschehen. Oder nur in einer Höhle im Himalaya?  nein, das ist nicht nötig. Ich warne alle, die in der Meditation eine Pflichtkür absolvieren wollen und nach einem Programm vorgehen. Es gibt einige Yogatechniken, die bestimmt eine Wirkung haben. Viel wichtiger ist aber die eigene Intention. Was in der Meditation erfolglos macht, ist nicht die falsche Technik, vielmehr ist es ein persönliches Ungenügen. 

 

Ein Mensch, der nicht offen ist und auf das Ganze lossteuert, kann 20 Yogalehrer in 20 Höhlen haben im Himalaya, es wird nicht viel nützen. Was ist eigentlich gewünscht? Entspannung? Erkenntnis? Frieden? Wenn wir von Meditation sprechen, muss zunächst eine klare Abgrenzung gegenüber Wellness und Tourismus vollzogen sein.  Es geht nicht um wohlige Körpergefühle, es geht nicht um Macht,  es geht nicht um Allwissen. Und bei mir geht es auf jeden Fall nicht um die Nachahmung einer Technik und wäre sie noch so effektvoll wie Yoga manchmal ist.

 

Ich gehe sozusagen nackt in die Welt hinein. Ich setze nichts ein. Ich mache mich nicht auf, das Spirituelle zu beherrschen. Ich suche keine Vermehrung in irgendeiner Hinsicht. Ich suche allerdings auch keine Verminderung.

 

Es (das Gesuchte) ist da. Es ist gegenwärtig. Es ist nur verborgen, weil wir ein menschliches Bewusstsein haben.

 

Es braucht Glück, einen "guten Moment". Dann kann alles zusammenkommen. Und wenn es nicht zusammenkommt? Dann macht es keinen Unterschied. Alles ist recht.

 

Soweit also mal diese Skizze über Meditation und "den Einfall".

 

Andere Menschen mögen eine andere Ausgangsbasis haben, vielleicht eher von einer konfessionellen Grundlage ausgehen. Oder eben doch von einer Yogaübung wie Atmen. Möglicherweise kann man alles machen. Auch Falsches. Aber ich rate davon ab, Blumen- ,Kinder- und Tierschänder zu sein.

 

 

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