Autor  :  Thomas Dunn   www.dunn.ch

 

 

 

 

ICH und RAUM

 

Das Ich kennt weder Raum noch Trennung

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DER DRACHE MACHT DAS MAUL AUF

 

 

 

DAS ICH KOMMT ÜBERALL HERAUS, ES KENNT KEINE RÄUMLICHE TRENNUNG.

 

Dass ein Ich von innen her in jedem Menschen lebt, ist klar. Die These hier ist, dass es insgesamt EIN Ich ist, das sich manifestiert. Es gibt nur ein Einziges.

 

Das EINE Ich ist die Quelle der vielen Ichheiten. Das EINE Ich ist aus sich selbst ausstrahlend und wird (zum Beispiel) in einem Menschen sehend, hörend. Es strahlt in die vielen Körper hinein, so auch in meinen Körper und ist dann "mein" Ich.

 

Die Beziehung zum Ich ist auch reflexiv, das heisst seine Existenz wird widerspiegelt. Ich bin es, aber ich weiss auch, dass ich es bin. 

 

Ich behaupte, dass es nur ein EINZIGES ICH überhaupt gibt. Diese Erkenntnis ist meditativ zu gewinnen. Das Ichsein ist Gegenstand der Meditation und auch Inhalt davon. Das hat die Wirkung, dass ein sehr grosses, weites ICH nah ist. Es wird etwas wahrgenommen, welches über das alltägliche Ichsein hinaus geht.

 

Das ausstrahlende Ich ist überall im Universum, nicht nur in menschlichen Körpern. Es ist auch in jedem Stein und in jedem Luftmolekül usw..

 

Ausserdem ergibt sich folgendes:

 

Das ICH ist bereits gewesen, bevor ich geboren wurde. ICH ist bereits gewesen, bevor mein Körper entstanden ist. Es ist stets "vor" allen Körpern in denen es Wohnsitz nimmt.

 

                                        *

 

Soweit also der thematische Umriss.

 

Meine Denkweise geht oft von Intuitionen aus, und ich setze Intuitionen in Denken um. Die "Geschichte" mit dem Ich hier ist aber evident und kann bestimmt von allen Leuten verstanden werden.

 

 

Das "Eine" in aufgesplitterter Form…. ? wie könnte das sein?

 

Die erwähnte Intuition mit dem "Ich" hat eine Geschichte.

 

Wieder sitze ich auf einer Bank draussen.  Siehe auch den Aufsatz "Die Zeit". Zwar sitze ich auf einer ANDEREN Bank als der, die die Zeit offenbarte, aber das spielt keine Rolle.

Ich sehe von der Bank aus 2 Kilometer weit, die Aussicht bewirkt, dass einerseits ich mich deutlich (als den Geniesser der Aussicht) fühle. Ich bin der Sehende. Ich bin ganz wach und beobachtend. Das ist die Aktivität meiner Ichheit, könnte man sagen. Ja, und jetzt sehe ich etwa 200m unter mir Leute, die gestikulieren, reden, lachen und zweifellos leben. Und da wird mir bewusst, sie sind dort, ich bin hier. Sie haben aber auch ein Ich. Und sie müssen auf die gleiche Art ein Ich haben, wie ich es habe.

 

Das ist die Erkenntnis einer Selbstverständlichkeit.

 

Ich spüre mein Ich hier, sie spüren ihr Ich dort.

Es ist EIN und DASSELBE, das ist vollkommen klar.

Ist es nun "nur" im Prinzip dasselbe, oder ist es tatsächlich dasselbe?

 

Das ist die Frage, die mich interessiert. Durch meine meditative Vertiefung ist bei mir ein "*grosses" oder "allgemeines" Ichsein präsent. Genau deswegen fällt mir die räumliche Lücke zwischen meinem Ichsein und dem Ichsein jenes Menschen auf.

 

Wie ist das Phänomen zu verstehen? Ist es ein Phänomen, das den Raum betrifft, oder ist es ein Phänomen, das die Natur des Ichs betrifft?

 

Oder anders gesagt:

Ist der Raum so stark, dass er aus dem "Ich" kleine Stücke machen kann?

Ist das Ich vielleicht doch kein Weltprinzip aus einem Guss, sondern eher wie einzelne Körner von Sand?

 

Jedenfalls ist klar, dass ich mit meinem Ichempfinden, das Ichempfinden der anderen Menschen nicht wahrnehmen kann.

 

                                          *

 

Sie haben andere Körper, daher reflektieren sie das Ich anders.

 

Das ist der Grund der Trennung. Und doch glaube ich, dass das Ich an und für sich dasselbe ist. Es gibt EIN Ich und dennoch voneinander getrennte menschliche Ichs wegen den verschiedenen menschlichen Körpern.

 

Auch das ist selbstverständlich.

 

Wie kommen wir aber weiter, um ein vertieftes Verständnis des ICHS zu gewinnen, welches überall ist? Es ist in den Körpern nur "da", doch es muss jenseits der Widerspiegelung sein, mit der jeder sich selbst erlebt.

 

Das universale ICH schwebt immer und überall über den Dingen. Es ist nicht von Nervenreizen abhängig, es ist nicht von Lebenserfahrungen abhängig, es ist nicht von Erinnerung abhängig. Es IST. Und es lässt sich weiter nicht vereinnahmen.

 

Ein einziges Wesen ist in Milliarden von Menschen. Daraus heraus kommen die verschiedene Ichgefühle zustande, aber nur im Erleben, im Widerschein des Bewusstseins. Jeder Mensch hat ein Ich – dasselbe – und meint, es nur für sich zu haben. Aber eigentlich ist es nur die Teilhabe an EIN und DEMSELBEN.

 

 

 

DAS ICH IST EIN EINZIGES

 

Das Erste ist:  Wer sich in das eigene ICHSEIN vertieft, wird nie einer Zweiheit begegnen. Jeder Mensch der das tut, gelangt zu seiner eigenen Quelle. Die Milliarden von Menschen gelangen dabei immer zur gleichen Quelle.

 

Das klingt zunächst trivial. Bei meditativer Betrachtung öffnet es aber eine neue Perspektive.

 

Gegen innen.

Aber auch gegen aussen.

 

Denn so ist möglicherweise das Phänomen der Trennung zwischen den Bewusstheiten der Menschen, die voneinander räumlich getrennt sind, besser zu verstehen. Wo innere Verbundenheit durch die gleiche Quelle, durch die gleiche Natur erfahren wird, kann das nicht ohne Auswirkungen bleiben.

 

Auswirkungen wären eine andere Einschätzung der menschlichen Natur. Der andere Mensch IST im Grunde genommen das gleiche. Er ist nicht einfach Gegner, nicht einfach Konkurrent, nicht einfach ein Objekt. Er ist von der gleichen Substanz, nein, vom gleichen Wesen.

 

Das ist bestimmt der zentrale Punkt der christlichen Ethik. Wobei es mir aber nicht darum geht, dem Christentum endlich zu genügen, sondern darum geht zu zeigen, dass dieser Grundgedanke dort eigentlich schon lange formuliert worden ist, nur ist die Formulierung dort wegen der Erstarrung zum götzendienstlichen Nachahmen, nicht aktuell, hat keine Grundlage in der Eigenerfahrung, was schlecht ist. 

 

 

 

DAS ICH KOMMT ÜBERALL HERAUS, ES KENNT KEINE RÄUMLICHE TRENNUNG.

 

Um überall --  jedenfalls in allen Menschen und Lebewesen – sein zu können, muss das EINE Ich (die Quelle) die Qualität von Gleichzeitigkeit haben. Ist es an allen Orten und in allen Körpern gleichzeitig anwesend, so kennt es aus sich selbst heraus keine räumliche Trennung, kennt nicht den Raum, nicht Distanz.

 

Für uns Menschen gibt es allerdings den Raum, die Distanz von hier nach da und die körperliche Getrenntheit voneinander.

 

Von seinem Körper aus hat der Mensch eine Perspektive in die Welt (den Raum) hinein, die limitert ist. Die Limitierung beruht auf der limitierten Kraft der Sinnesorgane.

 

Und das ist es, was in Bezug auf die Ichheiten zu Verwirrung führen kann.

Ichheit kommt in den Raum (in die Welt) und ist im Prinzip umfassend, einfach und grenzenlos. Aber dann beginnt  das Leben in einem Körper, an verschiedenen Orten, und diese Körper nehmen sich als räumlich getrennt wahr. 

 

 

Die Einsicht ist von Bedeutung: "Es gibt überall nur EIN Ich, und es kommt überall heraus, und es kennt den Raum nicht".

So richten wir die Aufmerksamkeit weg von der (räumlichen) Getrenntheit von anderen Dingen und Menschen und hin zu dem, was EINES ist in allem und alles zusammenhält.  

 

Was hier ICH oder ICH-SELBST genannt wird,  müssen wir annehmen als der Kern der Welt oder das "A und O", wie es heisst. 

 

Es ist also etwas. Es ist mit Licht zu vergleichen. Auch mit Leben. Man nennt es Selbst oder Ich. Vom Egotrieb bis zum Urlicht scheint so eine Art Leiter zu bestehen.

 

Oder es kommt ein Spinnenfaden aus der Spinne heraus.  (Die Spinne ist das Urlicht.)

 

 

IST ES RIESIG oder IST ES WINZIG?

 

Nun: Hätte es Raum, wäre es riesig, aber da es ohne Raum ist, könnte man es sich auch als ganz winzig denken. Warum nicht winziger als winzig? Das ICH als Winzigkeit? als sozusagen "wie" nichts inmitten der Dinge? 

 

Es verleiht der Luft, dem Berg, dem Wald, dem Baum die Existenz. Ja es verleiht sogar der Distanz die Existenz. Und da ist ES vielleicht das Winzigste, kaum eine Spur, aber doch IMMER und immer das Bejahende, das JA. 

 

                                          *

 

 

An und für sich ist damit die Thematik schon erschöpfend behandelt.

Einige bildliche Vergleiche sollen nun noch das Verhältnis der beiden Ich-Arten veranschaulichen.

 

 

DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN gespiegeltem Menschenich und dem EINEN Ich.

 

 

QUELLE UND AUSSTRAHLUNG

 

In der Quelle ist alles eins, in der Ausstrahlung ist die Quelle mit ihrer Ausstrahlung immer noch eins, aber die Ausstrahlung fliesst hinaus und gerät dann in eine Sackgasse (vgl. Gleichnis mit der Lampe in einer Nische im Koran). Gleichzeitig gelangt die Ausstrahlung an ihr Ziel (= Kreation). wird zurück geworfen.

 

Das ICH ist ein einziges Prinzip und ist mit einem LICHT zu vergleichen. In den Gegenständen, den Pflanzen, Tieren und Menschen erscheint ES immer als dasselbe, doch beim Hereinscheinen gerät es in den Körpern in eine "Höhle" oder "Nische". In den Körpern entsteht somit ein Ende der Wirkung, hier entsteht die eigentliche Kreation.

 

Im menschlichen Körper ist es so, dass das Licht empfangen wird. Der Mensch empfängt sich selbst im Körper. Das Selbst ist im Körper wie die Lampe in der Nische. Von innen her betrachtet gibt es keine Abschwächung, keine Vermischung mit etwas anderem. Von "aussen" her betrachtet dagegen schon

 

Geht man von der Betrachtung aus, in der die Bedingungen von Raum und Zeit gelten, dann sieht man, dass so ein widerspiegeltes Ich nicht auf ein anderes Ich übertragbar ist. Das Ich kommt zwar als "Lebenslicht" in jedem Menschen, doch es kommt zur Abschwächung des Lichts, gleichsam zu einer Verdunkelung.  Der menschliche Körper umhüllt es gewissermassen, drückt es aber auch aus.

 

 

 

FEUER UND FUNKE

 

Das zentrale Feuer ist überall, die Funken stieben auseinander.

 

Da das "EINE" Ich (Selbst) über dem Raum und der räumlichen Trennung steht, muss es überall sein. Wenn es stimmt, dass das schöpferische ICH den Raum, und die örtliche Trennung der Dinge voneinander, nicht kennt, so ist es allgegenwärtig (überall gegenwärtig).

 

Und es ist in jedem Moment auch GLEICHZEITIG. Es ist gleichzeitig überall. Für unseren Verstand ist es nicht einfach zu verstehen, wie ein EINZIGES und ein GANZES ist.

Denn wir Menschen unterliegen in unserer Anschauung der Zweiheit und der Bruchstückhaftigkeit.

 

Das Feuer sprüht also Funken aus.

Das Ich (Quelle) strahlt sich in kleinere Ichheiten aus. Und von den kleinen Ichheiten kennt jedes nur sich selber.


Dabei vermuten wir, dass nur wir Menschen ein Ich haben.

Das könnte ein Irrtum sein.

 

Ich möchte darauf hinweisen, dass das, was hier unter "Ich" besprochen wird, noch ganz andere Formen von Ichheit (von Anwesenheit in einem Körper) annehmen könnte. Wir wissen nicht, ob und wie Ichheiten anderer Art längst entstanden sind, und was für körperliche Trägerschaften da in Frage kommen. Wieso soll es keine andere Sphären geben? Wir müssen nicht nur an andere Planeten denken, sondern auch an Dimensionen, die uns verschlossen sind, so etwa Geisterwelten? Oder vielleicht haben die Elemente eine Seele? Die Berge, die Meere? Gewisse Leute behaupten, dass Tiergattungen und Pflanzengattungen einen eigenen Geist haben.

 

Sollte es Geister-Ichheiten geben, so können sie menschenähnlich sein oder nicht. Wieso sollte es nicht vollkommen andere Wesen geben? Dabei könnte es lichtärmere geben. Aber in Betracht ziehen sollte man auch, dass es weitaus lichtstärkere Ichheiten gibt: höhere Geister wie Engel oder Halbgötter.

 

 

 

SIEB UND STERNENHIMMEL,      EIN STÜCK STOFF

 

Das ICH-SELBST scheint wie durch ein Sieb in die Welt herein.

Wir empfangen es quasi durch die Löcher eines Siebs. Umgekehrt: Von uns aus geht ein Blick durch das Sieb hinaus.

 

Oder poetisch (nicht logisch) ist das Bild mit dem Sternenhimmel in der Nacht.

 

Das oben erwähnte Bild mit Feuer und davon wegstiebenden Funken passt als Gleichnis nicht richtig, weil Funken gleich nach dem Verlassen des Feuers verlöschen (es verbrennt ja etwas). Das ist bei den Ichheiten im Raum nicht der Fall. Es verlöscht nie etwas, denn nie ist etwas von der Quelle getrennt.

 

Das Bild mit dem Sieb ist aber gut. Sogar den "physikalischen" Lichtstrahl kann man nicht mit der Schere zerschneiden und zerstückeln, glaube ich.

 

Das Licht in der AstroPhysik ist aber nicht dasselbe wie das geistige Licht. Das Licht in der Astronomie ist ja endlich. Es geht von Verbrennungsprozessen aus. Und die Sonnen  löschen mit der Zeit aus. DIESES Licht ist es also, welches durch den Raum reist. Das Ich-Licht reist demgegenüber nicht durch dem Raum. Es ist nicht stets an Ort und Stelle und gegenwärtig.

 

Oder nehmen wir das Beispiel von einem Stück Stoff, meinetwegen einen Pullover, der gegen die Sonne hin gehalten wird. Das Licht kommt da hindurch und zwar direkt ohne Unterbruch, und doch ist es nicht richtig voll. Dies ist wieder ein Beispiel für das EINE und GLEICHE, welches aber in abgeschwächter Form eintrifft.

 

So sind wir selbst: direkt, eins, aber nicht voll.  

 

Oder technisch: Wir sind nur ein einzige Frequenz, nicht alle Frequenzen gleichzeitig. Und punkto Übertragungsrate sind wir eher mit Schmalspur als Breitband zu vergleichen.

 

                                          *

 

Vor dem Inneren ist das Universum nichts

 

Ich gehe von der Erkenntnis aus, dass vor dem ICH die räumliche Trennung nicht existiert. Es gibt nicht Distanz, nicht Trennung. Es ist einzig und überall einzig

 

Es ist klar, dass "es" ALLE Körper durchleuchtet. Also die ganze Erde, aber auch das Huhn, das hier gackert, die Kuh, die hier grast usw.

 

Es sind alle erleuchtet, natürlich ohne es zu wissen. Das Huhn, die Kuh, einfach alles. Und das geht weiter zu der Luft hier, dem Wasser, der näheren Umgebung, dem ORT hier,  zum ganzen Planeten,  zu Galaxien und dergleichen. Alles ist erleuchtet. Und es ist nicht wichtig zu wissen, ob etwas fern oder nah ist.

 

Wenn es überall ist, und es keine Lücke, keine Leere zwischen zwei Dingen gibt, dann bedeutet das, dass das Innere gegenüber dem Äusseren dominant ist. Das Innere "besiegt" Äusserliches wie Distanz, Trennung, Kälte, Tod, Leblosigkeit.

 

Aber man muss sich natürlich auf das Innere einlassen.

Ein Mensch, der in seinem Ich ruht, kann mit etwas Umfassendem in Kontakt sein. Demgegenüber entstehen Probleme dann, wenn ein Mensch zu sehr den äusseren Einflüssen unterliegt, wenn er nicht in seinem Ich ruht, nicht ruhen kann, wenn er mit sich selbst nicht eins ist, mit Höherem nicht, mit anderen Menschen nicht.

 

 

 

DER RAUM: Der Drache reisst das Maul auf

 

Der Raum wird quasi aufgerissen. Energien entstehen durch Auseinanderreissen. Ich stelle mir da einen Drachen vor. So vielleicht wie in China.

 

Also der Drache reisst das Maul auf.

Zwischen Oberkiefer und Unterkiefer hat der Drache dann ein Gewühl. Und das ist das Universum. Durch das Aufreissen des Mauls werden die Dinge zur Existenz gebracht, weil etwas getrennt wurde.

 

Alles, vom Elektron bis zum Neutrino, vom Stäublein hier im Zimmer bis zum schwarzen Loch, macht einen wilden Tanz.

 

Und schnapp! macht er eines Tages das Maul wieder zu. Dann ist der Spass zuende. Was Raum und Zeit war, ist vergessen und wird vom Drachen hinunter geschluckt.

 

Drache bleibt Drache. Ich aber habe vergessen, wer ich war. Ich bin dann selbst zum Drachen geworden, zusammen mit ihm. 

 

Aber das ist noch nicht aktuell. Jetzt hat der Drache das Maul offen. Es gibt ein Oben und ein Unten und es gibt eine Welt dazwischen, und ich bin da.

 

Hält der Drache das Maul aufgerissen, dann bleibt EINES eines, aber es entstehen Tausend Dinge zusätzlich. In diesen tausend Dingen ist ICH als eine Einzigkeit und Unberührtheit, aber... Aber das Ich kann nur vor dem eigenen Ichsein einzig sein. Angesichts dessen, was ausserhalb ist, muss ich zu mir selbst zurück kehren, um innerlich zu verstehen, was die Welt zusammenhält. ICH ist und bleibt innerlich. Und so ist es überall.

 

Wie bei einem elektrifizierten Christbaum gehen in der Welt alle Kerzen gleichzeitig an. Das Maul des Drachens weiss das nicht. Das ICH-SELBST weiss es auch nicht, weil es nichts anderes als sich selbst kennt. Aber wir Menschen verstehen beides. Wir sind eben Amphibien. Und wir können von der eigenen Erfahrung her den Schluss auf die ganze Welt hin ausdehnen und verstehen. Wir können ein Verständnis gewinnen, obwohl der Drache das Maul offen hat. Allerdings dauert unser Spiel mit Erkenntnis auch nur solange der Drache das Maul offen hat. Nachher wird es unnötig. Nachher ist keiner mehr da, der eine Welt betrachten könnte. Und es ist auch keine Welt mehr da.

 

Die "Einzigkeit-von-innen-her" stiebt auseinander in die Körper, aber dieses "Von-Innen-Her" wird auch 5 Milliarden Lichtjahre weit weg dasselbe sein wie hier. Könnten wir so weit reisen, wäre da vielleicht auch ein Mensch, und wir könnten in ihm wieder dasselbe erkennen wie in uns selbst: das Ich. Von nah her gekommen, auch dort.

 

Wenn der Drache das Maul offen hat, gilt alles in der Welt als ÄUSSERUNG, und es gibt verschiedene Arten von Äusserung und Gestaltung, daher verschiedene Wesen, verschiedene Menschen, verschiedene Epochen, verschiedene Religionen. Es ist nicht sicher, ob das eine Bedeutung hat.

 

                  denn, wem sollte die geschichtliche Entwicklung dienen?

 

Immerhin könnte auch sein, dass ALLES so sein muss, wie es ist. Ist das nicht tröstlich?

Wenn nämlich wirklich alles so sein muss, wie es ist, bedeutet es, dass in der Welt alles in einem ist, von Beginn bis Ende alles gleichwertig und "im Gleichen" ist.

 

Doch wenn der Drache das Maul zu macht, gibt es die  Welt nicht mehr. Dann gibt es nur noch Wesentliches. Es könnte sein, dass es dann immer noch eine Form von Mensch gibt, eine mystische Urform und Endform. Es müsste eine Art Mann-Weib sein, das von niemandem gesehen werden kann, weil es dann niemand sonst mehr gibt. Vielleicht ist dieses Urwesen identisch mit dem Drachen. Der kann ja auch von niemandem gesehen werden.

 

 

Eine spirituelle Sicht der Dinge

 

Hier hatten wir also ein paar Gedankenspiele, welche helfen sollen, das Unverständliche (die Welt) aus der anderen Warte heraus zu betrachten. 

 

Eingefallen ist mir der Anfang davon auf einer Holzbank am Waldrand. Vielleicht wegen dem Weitblick von dort. Ich und Weitblick …Jeder weite Blick mit den Augen müsste auch anderen zu denken geben. Oder nicht? Was ist denn die Weite, der Raum? 

 

 

Die Grundposition

 

Hier ist ein Ich: in mir.

Aber ich sehe dort 300 Meter weiter unten Menschen und weiss:  Sie haben auch ein Ich.

 

Es muss dasselbe sein wie hier bei mir. Das weiss ich, weil ich mich kenne.

 

Und zwischen mir hier und ihnen dort ist 300 Meter an Raum, ist eine Distanz von 300 Metern.

 

Und jetzt:

 

Das Ich kennt weder Raum noch Trennung (Zusammenfassung)

 

Die räumliche Trennung zweier Ichs betrifft nicht das Ichsein selbst, sondern nur die Erscheinung des Ichs in zwei verschiedenen Körpern.

 

Das Verstehen, das hier angeregt werden soll, beruht auf schneller Intuition oder Eingebung.

 

Und das alles mit offenen Augen und Entspannung..

 

Es schwebt über dem ganzen Universum.

 

 

 

Schluss: Bin ich ein Kreationist ?

 

Dieser Aufsatz ist am Rand auch ein Beitrag zur Diskussion: "Darwinismus contra Kreationismus".

 

Wenn Kreationismus nämlich nicht ganz dumm (ganz biblisch) ist, lässt er sich gut vereinen mit dem Gedanken der schrittweisen Evolution. Die Allgegenwart einer wirkenden höheren "Macht" in der "Materie", welche hier ICH oder ICH-SELBST genannt wird, ist sozusagen mit Gott gleichzusetzen. Soweit also der Kreationismus.

 

Dann kann es aber auch langsame Evolution geben. Warum sollte Schöpfung nicht durch Mutation, Selektion, Anpassung der Körperfunktionen erfolgen? Warum sollte das, was eine PERSON ist, seine Impulse nicht allmählich ausstrahlen und verschiedene Gestalten im Verlauf von Jahrtausenden oder –millionen herausbilden?

 

Die Idee, dass Gott den Menschen in einem Tag oder einer Stunde zustande gebracht haben soll und dann erst noch als ein Abbild seiner selbst, ist absurd. Und wenn der Mensch (jeder?) ein Abbild Gottes wäre, dann müsste Gott ja ein armseliges Wesen sein. 

 

Nein.

Es ist für uns Menschen eine Aufgabe, zu erfassen, zu verstehen, zu verehren, was in uns lebt und wir SIND. Aber, was wir eigentlich sind, müssen wir erst noch erforschen, um es überhaupt sein zu können.

 

Vielleicht ist der Mensch aber auch eine missratene Kreation und es ist gar keine geistige Entwicklung mehr möglich. Jedenfalls könnte es sein, dass die Form von Mensch, die auf der Erde lebt, wegen genetisch bedingter Begrenztheit untergehen muss.

 

Kommt eine Mutation? Die Schöpfung ist nicht zu Ende. Im einzelnen verläuft das  Schöpfungsgeschehen, welches ja ein Änderungsgeschehen ist, wohl noch lange ungefähr so weiter, wie Darwin, Lamarck, Mendel und ihre Nachfolger es gesehen haben. Vielleicht auch auf der Erde. Dann gäbe eine Fortsetzung.  In welche Richtung?

 

Das schöpferische ICH-SELBST wird mit der Zeit etwas Besseres als den Menschen erschaffen MÜSSEN, mit anderem Körper, intelligenter, schöner, gottnaher, besser.

 

Es würde mich natürlich Wunder nehmen, wie dieses Geschöpf dann aussieht.

 

Leider ist es nicht möglich, eine Mutation willentlich herbeizuführen. Willentlich kann man als Mensch immerhin das Verständnis erweitern durch Nachdenken, Meditation, Andacht und guten Willen.

 

Leider aber ist mir von Bestrebungen in diese Richtung keine bekannt geworden.

 

 

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10. Oktober 2010

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