Autor  :  Thomas Dunn   www.dunn.ch

(ich bemühe mich vielleicht ein weiteres Mal um eine noch verständlichere Fassung dieses Aufsatzes, aber er ist doch schon ziemlich klar, oder?)

 

 

 

 

ICH und RAUM

Das Ich kennt weder Raum noch Trennung

 

+

 

DER DRACHE MACHT DAS MAUL AUF

 

 

 

DAS ICH KOMMT ÜBERALL HERAUS, ES KENNT KEINE RÄUMLICHE TRENNUNG.

 

Dass ein Ich von innen her in mir und jedem Menschen lebt, ist klar. Die These hier ist, dass es insgesamt EIN Ich ist. Es gibt nur ein Einziges.

Ein und dasselbe in allen Menschen und allem sonst.

 

Das EINE Ich ist der initiale Zünder der vielen Ichheiten. Das EINE Ich ist aus sich selbst ausstrahlend und wird (zum Beispiel) in einem Menschen sehend, hörend usw., also auch in mir und mit mir.

 

Es strahlt in die vielen Körper hinein, so auch in meinen Körper und ist dann "mein" Ich. Mein Ich ist mir das Nächste. Ich kenne es. Ich bin es. 

 

Ein Ich haben, ist ein Faktum. Darüber muss ich nicht sprechen. Zu besprechen ist hingegen die These, dass es im Weltall nur ein einziges Ich gibt. Denn nicht alle Leute werden es sogleich einsehen. Ausserdem:  Auch wenn es alle Leute einsehen würden, so sind doch die Folgerungen, die dann daraus zu ziehen sind, nicht allgemein bekannt.

 

Das mit dem "einzigen Ich im Universum" ergibt sich für mich aus der Natur von Ich (aus der Natur des Ichseins). Ist das logisch? Oder nur selbstverständlich? Eine Vertiefung in die Natur des Ichs öffnet jedenfalls dieses Verständnis.

 

Dieses ausstrahlende Ich ist überall im Universum, nicht nur in menschlichen Körpern. Es ist auch in jedem Stein und in jedem Luftmolekül usw..

 

         und dann noch das:

 

Das ICH ist also bereits, bevor ich geboren wurde. Bevor ein Körper entsteht. Und dann wachse ich in EINEM Körper heran.

 

                                        *

 

 

Soweit also der thematische Umriss.

 

Meine Denkweise geht manchmal von Intuitionen aus, d.h. ich setze Intuitionen in Denken um. Das ist erlaubt, schadet niemand, und mir bereitet es grosses Vergnügen.

 

Ich hoffe, dass ich ein Spurenleger bin, und Spuren gelegt habe, die nur insofern im Kreis herum führen, als sie mit Illustrationen, Variationen, Vergleichen und Spekulationen etwas Zentrales umkreisen. Oder vielleicht gelingt es mir, die zentrale Erfahrung  wie einen Fächer zu öffnen, sodass die innere Quelle als Äusserung erkennbar wird.

 

Das Denken selbst, übrigens, halte ich nicht für wichtig. Viel wichtiger ist die Freude, damit zu spielen.

 

                                               *

 

Das "Eine" in aufgesplitterter Form…. ? wie könnte das sein?

 

Die erwähnte Intuition hat eine Geschichte.

 

Wieder sitze ich auf einer Bank draussen.  Siehe auch den Aufsatz "Die Zeit". Zwar sitze ich auf einer ANDEREN Bank als der, die die Zeit offenbarte, aber das spielt keine Rolle.

Ich sehe von der Bank aus 2 Kilometer weit, die Aussicht bewirkt, dass einerseits ich mich deutlich als den Geniesser der Aussicht fühle. Ich bin der Sehende. Ich bin ganz klar als Betrachter aktiv. Das ist die Aktivität meiner Ichheit, könnte man sagen. Ja, und jetzt sehe ich etwa 200m unter mir Leute, die gestikulieren, reden, lachen und zweifellos leben. Und da wird mir bewusst, dass sie ja sich genauso fühlen wie ich mich. Ich sehe sie mit "meinem" Ich. Sie aber haben "ihr" Ich, ob sie mich nun auch sehen oder nicht. Und sie müssen auf die gleiche Art ein Ich haben, wie ich es habe.

 

Wenn man ein stiller Betrachter ist und in sich ruht auf einer Aussichtsbank, ist das eigene Ichgefühl recht allgemein und weit. Je mehr man ruht, desto weniger hat man das Gefühl selbst nur ein Produkt der Nerven und deren Erregungen zu sein, nicht wahr?

 

Das eigene Ichsein – das gefühlte Dasein – kann einem da durchaus als ein grundlegendes Prinzip in der Welt erscheinen. Und dieser Eindruck wurde soeben noch dadurch bestätigt, dass 200m unterhalb von meinem Sitz eigentlich dasselbe zu erkennen war: wieder das Leben von "Ich" in einigen Menschen.

 

Ich spüre mein Ich hier, sie spüren ihr Ich dort.

Es ist EIN und DASSELBE, das ist vollkommen klar.

Natürlich lebt das EINE Ich oder Selbst DORT auch, nicht nur HIER. 

 

Nur ist eine räumliche Lücke dazwischen. Das Ich (das Ichempfinden)dort ist dort, das Ich hier (in mir) ist hier. Wie kann es sein? 

 

Das kann einem natürlich total egal sein. Die meisten Leuten lassen ihr Ego ein Leben lang einfach abschnurren. Sie hinterfragen nichts. Dass andere Leute so ungefähr dasselbe Motörchen in sich haben, nehmen sie an, aber es ist ihnen keine Überlegung wert. 

 

Wir haben jetzt doch den Widerspruch, dass zwischen dem Ich hier und dem Ich dort eine Trennung besteht, ABER das Ich an und für sich dasselbe ist. Es gibt EIN Ich und dennoch voneinander getrennte menschliche Ichs.

 

Dieser Befund ist ein weltanschaulicher Angelpunkt.

Der Widerspruch könnte dahin gehend aufgelöst werden, als man zwei verschiedene Ichs als verschieden bezeichnet und NICHT auf ein einziges Prinzip zurück führt.

Es gäbe also Milliarden von verschiedenen Ichs in den Milliarden von Menschen.

Es gäbe nichts Gemeinsames. Die Tatsache des Ich-Seins wäre nicht auf ein einziges Prinzip rückführbar, wäre NICHT das Gleiche, es gäbe nicht Verbindendes und damit auch nichts Höheres. Das Phänomen Ich und "ein Ich sein" wäre einzig und allein von den Nerven abhängig und nur ein Produkt des Körpers.

 

 

Die andere Lösung ist die:

ein Stockwerk höher und über den Nervenreizen ist ein universalen Prinzip von Leben und Licht und wird im Menschen zu dessen Ich. Ein einziges Wesen ist in Milliarden von Menschen. Vielleicht kommen verschiedene Ichgefühle zustande, aber nur äusserlich und nicht im Grundprinzip. Verschiedenheit kann mit aktuellen Ereignissen eines Menschenlebens zusammenhängen. Aber das betrifft nicht die Grundtatsache, dass ein Ich immer ein Ich ist und dass jeder Mensch so ein Ich hat.

 

Gut. Selbstverständlich bin ich dieser Ansicht. Denn sie ist in jeder Hinsicht einleuchtender.

 

Zunächst scheint zwar das, was in mir ist, und das, was die Leute dort unten haben als ihr Ich,  zwei Dinge zu sein, denn da sind zwei Orte im Spiel, ein Hier und ein Dort.

 

Aber es ist wohl jedermann ziemlich klar, dass je VON INNEN HER das Ichempfinden etwas gleich ist dort wie hier. Von innen her gesehen, ist es dasselbe. Was hier ist, ist dort auch.

 

Wir haben jetzt aber immer noch das Faktum der räumlichen (und persönlichen) Getrenntheit.

 

                                          *

 

 

Nach dieser Stellungnahme für ein universelles Prinzip, bleiben immer noch einige Themen zu behandeln, nämlich:

 

Bin ich einem Höheren zugehörig?  

Wieweit ist die eigene Identität (Ich) doch ein nervöses Produkt des Körpers?

Ist Ichsein direkt auf eine universelle Quelle zurück zu führen?

 

Wie verhält sich Innen und Aussen?

Wie steht die schöpferische Quelle und das räumliche Universum zueinander?

 

 

DAS ICH IST EIN EINZIGES

 

Das Erste ist:  Wer sich in das eigene ICHSEIN vertieft, wird nie einer Zweiheit begegnen. Jeder Mensch der das tut, gelangt zu seiner eigenen Quelle. Die Milliarden von Menschen gelangen dabei immer zur gleichen Quelle.

 

Aber:

Da Menschen voneinander räumlich getrennt sind,  scheint auch das Ich räumlich aufgesplittert zu sein. Äusserlich gibt es Vielheit. Von innen her gesehen nicht. 

 

Wie bringen wir das Innere und das Äussere zusammen?  Wie vereinen wir  die Verhältnisse, die in der äusseren Welt (im Raum) herrschen mit der Tatsache der inneren Einheit? 

 

 

 

 

 

DAS ICH KOMMT ÜBERALL HERAUS, ES KENNT KEINE RÄUMLICHE TRENNUNG.

 

Es ist eine Frage des Standpunkts.

Man kann nicht gleichzeitig vom räumlichen Standpunkt aus urteilen und das Innere meinen.

Was wir hier machen, ist das Andere:

Wir nehmen den inneren Standort und versuchen das Äussere (die Schöpfung und den Raum) zu verstehen.

 

Der räumliche Standpunkt ist:

Alle Erfahrungen, die von den körperlichen Sinnesorganen und dem Denken ausgehen, sind körperbedingt. Ein Körper steht aber an einem Ort im Raum. Von einem Körper aus hat der Mensch eine Perspektive in die Welt (den Raum) hinein, und zwar eine limiterte Perspektive. Die Limitierung beruht auf der limitierten Kraft der Sinnesorgane.

Wir haben es also mit zwei Bereichen zu tun: der eigenen Ichheit im Innern und der durch die Sinnesorgane und das Denken vermittelten Erfahrung von Objekten in der Welt.

 

Die Betrachtungsweise von innen her ist:

Ichheit kommt in den Raum (in die Welt) und ist im Prinzip umfassend, einfach und grenzenlos. Aber dann beginnt  das Leben in einem Körper, an verschiedenen Orten, und diese Körper nehmen sich als räumlich getrennt wahr. 

 

 

DAS ICH KOMMT ÜBERALL HERAUS, ES KENNT KEINE RÄUMLICHE TRENNUNG.

 

Aber gerade inmitten dieser räumlichen Gegebenheiten und unserer limitierten und raumgegebenen Perspektive ist die Einsicht von grosser Bedeutung: "Es gibt überall nur EIN Ich, und es kommt überall heraus, und es kennt den Raum nicht".

So richten wir die Aufmerksamkeit weg von der (räumlichen) Getrenntheit von anderen Dingen und Menschen und hin zu dem, was EINES ist in allem und alles zusammenhält.  (Das ist ein erlaubter Standpunkt. Der andere ist nicht besser.)

 

Was hier ICH oder ICH-SELBST genannt wird,  müssen wir annehmen als der Kern der Welt oder das "A und O", wie es heisst.  (Wir nehmen das so an, weil uns nichts Anderes begegnet ist bisher.)

 

Es ist also etwas. Es ist mit Licht zu vergleichen. Auch mit Leben. Man nennt es Selbst oder Ich. Vom Egotrieb bis zum Urlicht scheint so eine Art Leiter zu bestehen.

 

Oder es kommt ein Spinnenfaden aus der Spinne heraus.  (Die Spinne ist das Urlicht.)

 

 

IST ES RIESIG oder IST ES WINZIG?

 

Nun: Hätte es Raum, wäre es riesig, aber da es ohne Raum ist, könnte man es sich auch als ganz winzig denken. Warum nicht winziger als winzig? Das ICH als Winzigkeit? als sozusagen "wie" nichts inmitten der Dinge? 

 

Es verleiht der Luft, dem Berg, dem Wald, dem Baum die Existenz. Ja es verleiht sogar der Distanz die Existenz. Und da ist ES vielleicht das Winzigste, kaum eine Spur, aber doch IMMER und immer das Bejahende, das JA. 

 

 

DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN A und O und Menschenich

(bildliche Vergleiche)

 

 

Nach der Entscheidung für die innere Sicht ist noch lange nicht alles klar.

 

Insbesondere braucht es noch ein klärende Gedanken zum Verhältnis vom individuellen Ich zum universellen Ich, also zum das Verhältnis zweier Arten von "Ichsein" zueinander.

Gross, klein/hoch niedrig.

Auch wenn es im Kern DASSELBE ist, gibt es einen Unterschied.

 

Ich möchte dieses Verhältnis von universellem Ich und dem individuellen Ich im Menschen mittels Bildern darstellen. Bilder sind nur Anregungen, man darf so eine Anregung nicht für tatsächlich halten.

 

QUELLE UND AUSSTRAHLUNG

 

In der Quelle ist alles eins, in der Ausstrahlung ist die Quelle mit ihrer Ausstrahlung immer noch eins, aber die Ausstrahlung fliesst hinaus und gerät dann in eine Sackgasse (vgl. Gleichnis mit der Lampe in einer Nische im Koran). Gleichzeitig gelangt die Ausstrahlung an ihr Ziel (= Kreation).

 

Das ICH ist ein einziges Prinzip und ist mit einem LICHT zu vergleichen. In den Gegenständen, den Pflanzen, Tieren und Menschen erscheint ES (das ICH-LICHT) immer als dasselbe, doch beim Hereinscheinen gerät es in den Körpern in eine "Höhle" oder "Nische". In den Körpern entsteht somit ein Ende der Wirkung, hier entsteht die eigentliche Kreation.

 

Im menschlichen Körper ist es so, dass das Licht empfangen wird. Der Mensch empfängt sich selbst im Körper. Das Selbst ist im Körper wie die Lampe in der Nische. Von innen her betrachtet gibt es keine Abschwächung, keine Vermischung mit etwas anderem. Von "aussen" her betrachtet dagegen schon

 

Geht man von der Betrachtung aus, in der die Bedingungen von Raum und Zeit gelten, dann sieht man, dass Ich nicht auf ein anderes Ich übertragbar ist. Das Ich kommt zwar als "Lebenslicht" in jedem Menschen von innen und ist nicht erloschen, doch es kommt zur Abschwächung des Lichts, gleichsam zu einer Verdunkelung.  Der menschliche Körper umhüllt es gewissermassen.

 

Und das Licht gelangt in der räumlichen Welt nicht von Körper zu Körper. Die Quelle bleibt im Verborgenen. Das Ich&Selbst von allem wird durch den Menschen indirekt erkennbar und zwar an der Ausstrahlung des Menschen, an seinem Leben, an seinen Taten, Werken.

 

So ist das Eine auch unter den Bedingungen von Raum und Zeit das Eine.

 

 

 

 weitere bildliche Vergleiche

 

 

Feuer und Funke.

Das zentrale Feuer ist überall, die Funken stieben auseinander.

 

Da das "EINE" Ich (Selbst) über dem Raum und der räumlichen Trennung steht, muss es überall sein. Wenn es stimmt, dass das schöpferische ICH den Raum, und die örtliche Trennung der Dinge voneinander, nicht kennt, so ist es allgegenwärtig (überall gegenwärtig).

 

Und es ist in jedem Moment auch GLEICHZEITIG. Es ist gleichzeitig überall. Für unseren Verstand ist es nicht einfach zu verstehen, wie ein EINZIGES und ein GANZES ist.

Denn wir Menschen unterliegen in unserer Anschauung der Zweiheit und der Bruchstückhaftigkeit.

 

 

EXKURS: 

Raum ist die Folge einer Spaltung von einem Ganzen in Bestandteile. Oder von einem Eins in eine Zwei, oder von einem Eins in eine Vielfalt von Dimensionen. Sobald es nicht mehr um das Eine und das Ganze geht, gibt es verschiedene Aspekte und es treten für einen Betrachter die Eigenschaften auf, wie beispielsweise "Raum und Zeit" haben

 

Und wo ein Lebewesen unter den Bedingungen von Raum und Zeit entstanden ist und die entsprechenden Sinnesorgane hat, muss dieses Lebewesen die Welt unter raum-zeitlichen Bedingungen betrachten.

 

Die Folge davon ist in unserem menschlichen Fall, dass unsere körperbedingte Erfahrung immer ortsgebunden ist. Wir leben stets nur an einem Ort und haben stets die an diesem Ort anzutreffende Umgebung. Durch die übliche Art der Wahrnehmung nehmen wir nur Gegenstände wahr, die von uns getrennt sind und ebenfalls raumzeitlich begrenzte Eigenschaften haben. Solange wir die körperlichen Sinnesorgane benützen, sind wir an einem einzigen Ort und betrachten alles, was wir wahrnehmen, als von uns getrennt.

 

Das Ergründung von Ich nun ist anders. Es geht nicht um Sinnestätigkeit dabei und nicht um die Wahrnehmung eines Gegenstands. Doch es ist jedem Menschen möglich, im eigenen Sein zu ruhen. Dies vermehrt zu tun, könnte als Ergänzung unserer europäischen Kultur wertvoll sein.

 

 

Das Feuer sprüht also Funken aus.

Das Ich (Quelle) strahlt sich in kleinere Ichheiten aus. Und von den kleinen Ichheiten kennt jedes nur sich selber.


Dabei vermuten wir, dass nur wir Menschen ein Ich haben.

Das könnte ein Irrtum sein.

 

Ich möchte darauf hinweisen, dass das, was hier unter "Ich" besprochen wird, noch ganz andere Formen von Ichheit (von Anwesenheit in einem Körper) annehmen könnte. Wir wissen nicht, ob und wie Ichheiten anderer Art längst entstanden sind, und was für körperliche Trägerschaften da in Frage kommen. Wieso soll es keine andere Sphären geben? Wir müssen nicht nur an andere Planeten denken, sondern auch an Dimensionen, die uns verschlossen sind, so etwa Geisterwelten? Oder vielleicht haben die Elemente eine Seele? Die Berge, die Meere? Gewisse Leute behaupten, dass Tiergattungen und Pflanzengattungen einen eigenen Geist haben.

 

Sollte es Geister-Ichheiten geben, so können sie menschenähnlich sein oder nicht. Wieso sollte es nicht vollkommen andere Wesen geben? Dabei könnte es lichtärmere geben. Aber in Betracht ziehen sollte man auch, dass es weitaus lichtstärkere Ichheiten gibt: höhere Geister wie Engel oder Halbgötter.

 

Spekulationen über höhere oder niedrigere Geister sind lustig, aber ich denke, dass wir uns Einzelheiten ersparen können. Es ist alles möglich, es genügt wohl, das zu wissen.

 

 

 

Sieb und Sternenhimmel , ein Stück Stoff

 

Das ICH-SELBST scheint wie durch ein Sieb in die Welt herein.

Wir empfangen es quasi durch die Löcher eines Siebs. Umgekehrt: Von uns aus geht ein Blick durch das Sieb hinaus.

 

Oder poetisch (nicht logisch) ist das Bild mit dem Sternenhimmel in der Nacht.

 

Das oben erwähnte Bild mit Feuer und davon wegstiebenden Funken passt als Gleichnis nicht richtig, weil Funken gleich nach dem Verlassen des Feuers verlöschen (es verbrennt ja etwas). Das ist bei den Ichheiten im Raum nicht der Fall. Es verlöscht nie etwas, denn nie ist etwas von der Quelle getrennt.

 

Das Bild mit dem Sieb ist aber gut. Sogar den "physikalischen" Lichtstrahl kann man nicht mit der Schere zerschneiden und zerstückeln, glaube ich.

 

Das Licht in der AstroPhysik ist aber nicht dasselbe wie das geistige Licht. Das Licht in der Astronomie ist ja endlich. Es geht von Verbrennungsprozessen aus. Und die Sonnen  löschen mit der Zeit aus. DIESES Licht ist es also, welches durch den Raum reist. Das Ich-Licht reist demgegenüber nicht durch dem Raum. Es ist nicht stets an Ort und Stelle und gegenwärtig.

 

Oder nehmen wir das Beispiel von einem Stück Stoff, meinetwegen einen Pullover, der gegen die Sonne hin gehalten wird. Das Licht kommt da hindurch und zwar direkt ohne Unterbruch, und doch ist es nicht richtig voll. Dies ist wieder ein Beispiel für das EINE und GLEICHE, welches aber in abgeschwächter Form eintrifft.

 

So sind wir selbst: direkt, eins, aber nicht voll.  

 

Oder technisch: Wir sind nur ein einzige Frequenz, nicht alle Frequenzen gleichzeitig. Und punkto Übertragungsrate sind wir eher mit Schmalspur als Breitband zu vergleichen.

 

                                          *

 

Vor dem Inneren ist das Universum nichts

 

Ich gehe von der Erkenntnis aus, dass vor dem ICH die räumliche Trennung nicht existiert. Es gibt nicht Distanz, nicht Trennung. Es ist einzig und überall einzig

 

Es ist klar, dass "es" ALLE Körper durchleuchtet. Also die ganze Erde, aber auch das Huhn, das hier gackert, die Kuh, die hier grast usw.

 

Es sind alle erleuchtet, natürlich ohne es zu wissen. Das Huhn, die Kuh, einfach alles. Und das geht weiter zu der Luft hier, dem Wasser, der näheren Umgebung, dem ORT hier,  zum ganzen Planeten,  zu Galaxien und dergleichen. Alles ist erleuchtet. Und es ist nicht wichtig zu wissen, ob etwas fern oder nah ist.

 

Wenn es überall ist, und es keine Lücke, keine Leere zwischen zwei Dingen gibt, dann bedeutet das, dass das Innere gegenüber dem Äusseren dominant ist. Das Innere besiegt Äusserliches wie Distanz, Trennung, Kälte, Tod, Leblosigkeit.

 

Aber man muss sich natürlich auf das Innere einlassen.

Ein Mensch, der in seinem Ich ruht, kann mit etwas Umfassendem in Kontakt sein. Demgegenüber entstehen Probleme dann, wenn ein Mensch zu sehr den äusseren Einflüssen unterliegt, wenn er nicht in seinem Ich ruht, nicht ruhen kann, wenn er mit sich selbst nicht eins ist, mit Höherem nicht, mit anderen Menschen nicht.

 

 

 

DER RAUM: Der Drache reisst das Maul auf

 

Der Raum wird quasi aufgerissen. Energien entstehen durch Auseinanderreissen. Ich stelle mir da einen Drachen vor. So vielleicht wie in China.

 

Also der Drache reisst das Maul auf.

Zwischen Oberkiefer und Unterkiefer hat der Drache dann ein Gewühl. Und das ist das Universum. Durch das Aufreissen des Mauls werden die Dinge zur Existenz gebracht, weil etwas getrennt wurde.

 

Alles, vom Elektron bis zum Neutrino, vom Stäublein hier im Zimmer bis zum schwarzen Loch, macht einen wilden Tanz.

 

Und schnapp! macht er eines Tages das Maul wieder zu. Dann ist der Spass zuende. Was Raum und Zeit war, ist vergessen und wird vom Drachen hinunter geschluckt.

 

Drache bleibt Drache. Ich aber habe vergessen, wer ich war. Ich bin dann selbst zum Drachen geworden, zusammen mit ihm. 

 

Aber das ist noch nicht aktuell. Jetzt hat der Drache das Maul offen. Es gibt ein Oben und ein Unten und es gibt eine Welt dazwischen, und ich bin da.

 

Hält der Drache das Maul aufgerissen, dann bleibt EINES eines, aber es entstehen Tausend Dinge zusätzlich. In diesen tausend Dingen ist ICH als eine Einzigkeit und Unberührtheit, aber... Aber das Ich kann nur vor dem eigenen Ichsein einzig sein. Angesichts dessen, was ausserhalb ist, muss ich zu mir selbst zurück kehren, um innerlich zu verstehen, was die Welt zusammenhält. ICH ist und bleibt innerlich. Und so ist es überall.

 

Wie bei einem elektrifizierten Christbaum gehen in der Welt alle Kerzen gleichzeitig an. Das Maul des Drachens weiss das nicht. Das ICH-SELBST weiss es auch nicht, weil es nichts anderes als sich selbst kennt. Aber wir Menschen verstehen beides. Wir sind eben Amphibien. Und wir können von der eigenen Erfahrung her den Schluss auf die ganze Welt hin ausdehnen und verstehen. Wir können ein Verständnis gewinnen, obwohl der Drache das Maul offen hat. Allerdings dauert unser Spiel mit Erkenntnis auch nur solange der Drache das Maul offen hat. Nachher wird es unnötig. Nachher ist keiner mehr da, der eine Welt betrachten könnte. Und es ist auch keine Welt mehr da.

 

Die "Einzigkeit-von-innen-her" stiebt auseinander in die Körper, aber dieses "Von-Innen-Her" wird auch 5 Milliarden Lichtjahre weit weg dasselbe sein wie hier. Könnten wir so weit reisen, wäre da vielleicht auch ein Mensch, und wir könnten in ihm wieder dasselbe erkennen wie in uns selbst: das Ich. Von nah her gekommen, auch dort.

 

Wenn der Drache das Maul offen hat, gilt alles in der Welt als ÄUSSERUNG, und es gibt verschiedene Arten von Äusserung und Gestaltung, daher verschiedene Wesen, verschiedene Menschen, verschiedene Epochen, verschiedene Religionen. Es ist nicht sicher, ob das eine Bedeutung hat.

 

                  Für wen ist die geschichtliche Entwicklung?

 

Immerhin könnte auch sein, dass ALLES so sein muss wie es ist. Ist das nicht tröstlich?

Wenn nämlich wirklich alles so sein muss, wie es ist, bedeutet es, dass die Welt einen inneren Zusammenhang hat.

 

Doch wenn der Drache das Maul zu macht, gibt es die  Welt nicht mehr. Dann gibt es nur noch Wesentliches. Es könnte sein, dass es dann immer noch eine Form von Mensch gibt, eine mystische Urform und Endform. Es müsste eine Art Mann-Weib sein, das von niemandem gesehen werden kann, weil es dann niemand sonst mehr gibt. Vielleicht ist dieses Urwesen identisch mit dem Drachen. Der kann ja auch von niemandem gesehen werden.

 

Solche Dinge brauchen uns nicht zu kümmern.

Als Praktiker gehen wir ja von der Gegenwart aus und arbeiten an unserem gegenwärtigen Erkenntnisstand.


 

 

Eine spirituelle Sicht der Dinge

 

Hier hatten wir also ein paar Gedankenspiele, welche helfen sollen, das Unverständliche (die Welt) aus der anderen Warte heraus zu betrachten. 

 

Eingefallen ist mir der Anfang davon auf einer Holzbank am Waldrand. Vielleicht wegen dem Weitblick von dort. Ich und Weitblick …Jeder weite Blick mit den Augen müsste doch zu denken geben. Oder nicht? Was ist denn die Weite, der Raum?  

 

 

DIE GRÜNDE FÜR DIE WELTENTSTEHUNG: ein Spiel ?

 

 

Warum und wie die Welt entstanden ist, weiss wohl kein Mensch.  Sicher auch Gott selbst nicht. Aber wir können darüber fantasieren. Und dann können wir schauen, welche Vorstellung uns mehr Freude macht. Diese dürfte dann auch die richtige sein.

 

In den 3 Schriftreligionen gibt es einen bösen Gott, der eine schlechte Welt erschaffen hat, und der nun strafeshalber Zwänge einführt und Menschen zu Busse, Gehorsam und Unterwerfung zwingt je gemäss der (üblen) Schrift.

 

Aber man erfährt nicht, warum Gott die Welt erschaffen hat.

Nun könnte es auch sein, dass die Welt gar nicht so voll und "richtig" entstanden ist. Das könnte die richtige Auffassung sein. Vor dem ICH-SELBST ist die Welt tatsächlich nicht entstanden. Vor der Herrlichkeit des Ich-Selbsts sind Einzelheiten in der Welt nicht bedeutsam und vor allem nicht auf Dauer bedeutsam.

 

 

In den grimmigen Schriftreligionen, die wir hier haben, kommt der Gedanke nicht vor, dass die Welt, in der wir leben, eher ein Spiel ist als etwas Ernstes. Dass Gott ein übler Diktator und Terrorist ist, kommt sogar stellenweise in den Evangelien vor.

 

Wie also sollen wir die "Realität" der Welt einschätzen?

 

Nicht abwegig scheint mir die Auffassung zu sein, dass die Welt und ihre Entstehung leicht zu nehmen ist. Wir neigen als Menschen dazu, alles sehr ernst zu nehmen. Eine Alternative könnte die Auffassung sein, alles leicht wie ein Spiel zu sehen.

 

Diese Auffassung ist wahrscheinlich erneut eine indische Entdeckung. Unter dem Wort "Lila" versteht man dort ein Weltspiel. Dieses ist eine Eigenschaft der höchsten göttlichen Person selbst... also nicht etwas Müssiges oder Amoralisches, im Gegenteil.

Das Weltspiel würde gemäss dieser Auffassung unter der ANWESENHEIT der 

höchsten Person stattfinden. Das Jenseitige ist im diesseitigen Spiel. Und alles findet sozusagen innerhalb eines einzigen Leibs statt. Das Weltgetriebe ist damit nicht sinnlos, sondern hat Seele, Herz, Gegenwart, oder eben  -- wie hier genannt -- ICH und  Sinn.

 

 

DIE GRÜNDE FÜR DIE WELTENTSTEHUNG: Es gibt keine, weil die Welt gar nicht wirklich entstanden ist.

 

Gibt es Beweggründe Gottes für die Erschaffung der Welt?

Es ist keiner bekannt.

Aber es könnte sein, dass es gar keine "eigentliche" Erschaffung der Welt gibt, und daher braucht es auch keine Beweggründe.

 

In diesem Zusammenhang gibt es die Auffassung, dass vor der wahren Existenz (hier Ich-Selbst oder Ur-Ich genannt) die Welt nicht ebenso wahr existiert. 

 

In diesem Zusammenhang sehe ich die "Lehre" von Maya (jedenfalls so, wie ich sie verstehe).

 

Wiederum in Indien ist der Gedanke entstanden, dass die Welt im Vergleich zur wahren Wirklichkeit nur ein Schein ist. So kann die Welt als ein Spiel gelten und zugleich als ein Schein (wenn man sie dabei ernst nimmt). In der Welt ist eine göttliche Kraft (Maya). Diese ist real. Aber sie bewirkt leider, dass die wahre Wirklichkeit (die Quelle, Gott) verhüllt ist vor uns Menschen und vielleicht auch vor den Tieren. Demgemäss lebt jeder Mensch in einer verschleierten Welt. Er sieht Gott nicht von Angesicht zu Angesicht (wie es in der Bibel heisst).

 

Und das bedeutet umgekehrt, dass wir als Menschen ein verschleiertes (trübes) Erkenntnisvermögen haben.  Ja, so ist es. Wir könnten nicht Menschen sein, wenn wir es nicht hätten. Was Mensch ist, ist sehr weitgehend durch Dummheit definiert.

 

 

RAUM (Welt) ALS VERHÜLLUNG  (Maya)

Dummheit oder Begrenztheit durch den Körper und durch dessen Verhaftung an den Raum. Man ist ein Gegenstand an einem Ort.

 

Der Raum mit seinen vielfältigen Brüchen, Distanzen und Trennungen schafft in uns insofern eine Trübung im Bewusstsein, als wir die räumliche Realität für die Realität halten (und halten müssen).

 

Diese Wahrnehmung mag richtig sein in der Analyse der äusseren Welt. Doch diese Hinwendung nach aussen ermöglicht uns nicht, das Höhere zu erfassen und die universale Anwesenheit von ICH-SELBST zu erkennen. Es braucht die Hinwendung nach innen, um wieder in die Nähe des Zusammenhangs zu kommen, welcher nicht von dieser Welt ist.

 

 

Die äussere Welt, die räumlich ist und uns Einzeldinge, die voneinander getrennt sind, vortäuscht, wie auch Distanzen, trennende Energien, Gegensätze erkennen lässt usw. täuscht uns über den wahren Gehalt der Erscheinungen.

 

 

Geht es hier darum, das Innere gegen das Äussere zu stellen?

Sicher geht es hier weitgehend darum, das Innere herauszuarbeiten gegen das Äussere. In uns Menschen kollidiert das, was von innen her kommt, mit dem, was von aussen her kommt.

 

Und es ist der allergrösste Fehler der Menschheit, dass das Äussere für glaubwürdiger zu halten als das Innere.

 

 

Die Grundposition (wie am Anfang)

 

 

Hier ist ein Ich: in mir.

 

Aber ich sehe dort 300 Meter weiter unten Menschen und weiss:  Sie haben auch ein Ich.

 

Es muss dasselbe sein wie hier bei mir. Das weiss ich, weil ich mich kenne.

 

Und zwischen mir hier und ihnen dort ist 300 Meter an Raum, ist eine Distanz von 300 Metern.

 

Und jetzt:

Was ist das Ich?

Was ist es hier?  Was ist es dort?  Und was ist dazwischen?

 

 

 

Das Ich kennt weder Raum noch Trennung (Zusammenfassung)

 

Das Ichsein scheint der räumlichen Trennung zu unterliegen. So scheint es.

 

Aber es widerspricht der Natur von jeglichem Ichsein und Ich-Erleben.

Von der Art her ist Ichsein immer einzig, immer gleich und immer dasselbe.

 

Die räumliche Trennung zweier Ichs betrifft nicht das Ichsein selbst, sondern nur die Erscheinung des Ichs in zwei verschiedenen Körpern.

 

Das Verstehen, das hier angeregt werden soll, beruht auf schneller Intuition oder Eingebung.

 

Und das alles mit offenen Augen. Kein meditativer Krampf.

 

Und du, Leser, glaubst du endlich, dass du jetzt gerade von innen her kommst?

 

Mein Ich und dein Ich sind im Kern eines,

jedenfalls soweit es über deiner und meiner körperlichen Existenz steht

 

Und das schwebt über dem ganzen Universum.

Das glaube ich im Ernst.

 

 

 

Schluss: Bin ich ein Kreationist ?

 

Dieser Aufsatz ist am Rand auch ein Beitrag zur Diskussion: "Darwinismus contra Kreationismus".

 

Wenn Kreationismus nämlich nicht ganz dumm (ganz biblisch) ist, lässt er sich gut vereinen mit dem Gedanken der schrittweisen Evolution. Die Allgegenwart einer wirkenden höheren "Macht" in der "Materie", welche hier ICH oder ICH-SELBST genannt wird, ist mit Gott gleichzusetzen. Soweit also der Kreationismus.

 

Dann kann es aber auch langsame Evolution geben. Warum sollte Schöpfung nicht durch Mutation, Selektion, Anpassung der Körperfunktionen erfolgen? Warum sollte das, was eine PERSON ist, seine Impulse nicht allmählich ausstrahlen und verschiedene Gestalten im Verlauf von Jahrtausenden oder –millionen herausbilden?

 

Die Idee, dass Gott den Menschen in einem Tag oder einer Stunde zustande gebracht haben soll und dann erst noch als ein Abbild seiner selbst, ist absurd.

 

Und wenn der Mensch (jeder?) ein Abbild Gottes wäre, dann müsste Gott ja ein armseliges Wesen sein. 

 

Nein. Es ist für uns Menschen eine Aufgabe, zu erfassen, zu verstehen, zu verehren, was in uns lebt und wir SIND. Aber, was wir eigentlich sind, müssen wir erst noch erforschen, um es überhaupt sein zu können.

 

Vielleicht ist der Mensch aber auch eine missratene Kreation oder nur ein Mittelding, das irgendeinmal vielleicht noch viel besser wird?

 

Es gibt ein höheres Wesen (Ich), wir gehören dazu. Aber es ist soeben dabei, alles zu ändern und zu erneuern. Die Schöpfung ist nicht zu Ende. Im einzelnen verläuft das  Schöpfungsgeschehen, welches ja ein Änderungsgeschehen ist, wohl noch lange ungefähr so weiter, wie Darwin, Lamarck, Mendel und ihre Nachfolger es gesehen haben.

 

Und das schöpferische ICH-SELBST wird wohl mit der Zeit etwas Besseres als den Menschen erschaffen, mit anderem Körper, intelligenter, schöner, gottnaher, besser.

 

Es würde mich natürlich Wunder nehmen, wie dieses Geschöpf dann aussieht.

Vielleicht helfen meine schönen Gedanken ein wenig zur Geburt des neuen schönen Wesens bei? … würde mich freuen.

 

 

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22. Februar 2009

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